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Samstag / Sonntag,
7./8. Januar 2012
IM EVANGELISCHEN TAGUNGS- UND STUDIENZENTRUM BOLDERN, MÄNNEDORF

Feuer - das wärmende Element
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Feuer - ein faszinierendes , aber auch bedrohendes Element
Wer kennt es nicht, einerseits die wohlige Wärme des Feuers am
Kamin, am Stubenofen oder beim Lagerfeuer und andererseits
die bedrohenden Flammen eines Haus- oder Waldbrandes
oder den Ausbruch eines Vulkanes.
Feuer war von Anbeginn als Naturphänomen gleichzeitig
faszinierend und bedrohlich.
Wir benutzen das Wort aber auch im übertragenen Sinn: Feuer der
Leidenschaft, des Mutes, des Eifers für eine Sache oder auch
den glühenden Hass. Auch
in der Bibel lassen sich etliche Texte zum Symbol Feuer
entdecken.
Wir wollen dem Symbol "Feuer" in allen Facetten nachgehen und
ein Ideen für Kindernachmittage, Kindergottesdienste, Lager
etc. bekommen.
Während der Tagung gibt es einen Büchertisch
Download von
Flyer mit Programm und Anmeldeformular
Der KiK Züri und das Vorbereitungsteam laden herzlich ein.
Wilma Finze-Michaelsen, Pfrn. in Jenaz, Fachstellenleiterin KiK
GR
Vreni Flückiger, Katechetin und Handarbeitslehrerin
Verena Habegger Katechetin und heilpäd. Katechetin
Anita Steiner-Thaler, Musikpädagogin
Erika Hotz und Ruth Müller-Mahler, KiK Züri
Samstag / Sonntag,
8./9. Januar 2011
IM EVANGELISCHEN TAGUNGS- UND STUDIENZENTRUM BOLDERN, MÄNNEDORF

Reporter
in Sachen Jesu - die vier Evangelisten
Von Jesus selber gibt es keine schriftlichen Aufzeichnungen.
Es waren die Evangelisten, die Worte und Geschichten von ihm gesammelt und
zusammengestellt haben.
Weniger in der Absicht einfach festzuhalten, wie es gewesen sei, als vielmehr
mit dem Ziel zu verkünden, wer er sei.
Wie haben sie recherchiert?
Worauf legen sie besonderes Gewicht?
Worin stimmen sie überein?
Wo liegen die Unterschiede?
50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten eine informative und
abwechslungsreiche Tagung und konnten sich in einem Podiumsgespräch ein
realistisches Bild von Markus, Matthäus, Lukas und Johannes machen.
Hier einige Folien der Referate zum Download als pdf:
Reporter in Sachen Jesus,
Ulrich Cremer
Die vier Evangelisten
und ihre Symbole, Manuel Bieler
Ein Blick ins Book of
Kells, Werner Schneebeli
Das eine Evangelium,die vier
Evangelien und ihre Autoren, Ulrich Cremer
Entstehung der Evangelien Lukas, Matthäus und Johannes, Ulrich Cremer
Das
Johannesevangelium, Werner Schneebeli
Das Leitungsteam:
- Anita Steiner, Leitung Singen
- Manuel Bieler, Pfarrer
- Ulrich Cremer, Pfarrer
- Stephanie Gysel, Pfarrerin
- Werner Schneebeli, Pfarrer Präsident KiK Züri
- Erika Hotz und Ruth Müller-Mahler, KiK Züri
Samstag / Sonntag,
9./10. Januar 2010
Wasser ist Leben
IM EVANGELISCHEN TAGUNGS- UND STUDIENZENTRUM
BOLDERN, MÄNNEDORF
Kinder vergnügen sich mit Wasser. Sie planschen und „götschen“,
sie trinken Wasser und waschen sich damit. Wasser ist Lebensmittel und
Lebensgrundlage von allem. Auch in der Bibel spielt Wasser eine grosse Rolle.
Rund 80
Frauen und eine Hand voll Männer spürten dieser Grundlage an der begegnungs-
und erfahrungsreichen Tagung nach. Ideen für Kindergottesdienste und
Spielnachmittage konnten entwickelt und mitgenommen werden. Viele Impulse und
stärkende Augenblicke werden nachhaltig die Arbeit in den Kirchgemeinden
erfrischen und manche gute Idee Kinderherzen erfreuen.
Wasser
und Bibel: Vortrag von Tobias Arni
Casino,
ein Spiel zum Vertiefen

Material zu den Workshops
Spielend und
bastelnd Wasser erleben
Schiffli mit
Antrieb bauen
Vom
Regen in die Taufe
Kurzfilme
zum Thema "Wasser"
Weiterführende
Materialien und Links
Samstag / Sonntag, 10./11. Januar 2009
Ostern –
Pessach
Trennend – Verbindend
Mit Hanspeter Ernst,
Michel Bollag und Marianne Barth
Die Beziehungen zwischen Christentum und Judentum waren während Jahrhunderten charakterisiert durch gegenseitige Verachtung. Der christlichen Diskriminierung und Verfolgung der Juden entsprach ein tiefes Misstrauen der Juden gegenüber dem Christentum. Erst seit etwas mehr als sechzig Jahren entsteht ein fruchtbarer Dialog zwischen den beiden Religionen, der auch im christlichen Religionsunterricht Früchte trägt.
Dabei gehören Pessach und Ostern zu den am häufigsten behandelten Themen.
Aus pädagogisch-didaktischer Sicht bietet Pessach eine gute Möglichkeit, Kinder mit Riten des Judentums bekannt zu machen. Aus theologischer Sicht bilden diese beiden Feste zugleich die Verbindungs- und Trennungslinien zwischen Judentum und Christentum. Häufig empfinden Christen das Trennende als etwas Schmerzhaftes.
Die
Teilnehmenden der Tagung konnten erfahren, dass gerade am Trennenden aufgezeigt
werden kann, was Juden und Christen wirklich verbindet.
Osterbräuche und ihre Bedeutung
Zürcher
Lehrhaus Judentum-Christentum-Islam, H.P.
Ernst
Das
Ei ist eines der ältesten und am weitesten verbreiteten Symbole für das Leben.
In China, Ägypten und bei den Germanen steht es ganz allgemein für
Fruchtbarkeit. Bei vielen Völkern jedoch hat es eine besondere Bedeutung, weil
neues Leben aus einem wie tot wirkenden Gegenstand geboren wird. Auch im
Judentum steht das Ei, durch seine runde Form, für den zyklischen und
fortdauernden Charakter des Lebens. Als gekochtes Ei ist es Bestandteil der
Trauermahlzeit als Symbol verhinderten Lebens und trotzdem der Hoffnung, die
nicht aufgegeben werden soll, auch wenn die Realität die Hoffnung zu widerlegen
scheint.
...
mehr
Symbole
Sprache
der Seele
Mit
diesem Thema setzten sich am 1. Wochenende des Jahres rund 80 Frauen und eine
Hand voll Männer auseinander. Walter und Dorothea Meili führten mit Referaten
lebendig und vielfältig in die Welt der Symbole und in die Welt der Kinder.
Hier
einige Erinnerungen:

Kennzeichen
von Symbolen
-
Symbole haben einen
Hinweischarakter.
-
Symbole verweisen nicht nur auf
eine andere Wirklichkeit, sie repräsentieren sie.
-
Ein Zeichen wird erst zu einem
Symbol, wenn es von einer Gemeinschaft anerkannt und sozial eingebettet ist.
-
Symbole haben ihre Zeit. Sie sind
geschichtlich und gesellschaftlich bedingt.
-
Symbole erschliessen tiefere
Dimensionen der inneren Wirklichkeit.
-
Symbole haben eine ambivalente
Bedeutung und Wirklichkeit.
Kernsätze zum Ritual
Das Ritual kann als Brücke zu tieferen
seelischen Schichten, die wir mit dem Bewusstsein nicht mehr steuern können,
verstanden werden. G. Kaufmann-Huber
Rituale sind das Schmieröl im
menschlichen Getriebe. Herringer
Rituale sind im allgemeinen
kultähnliche Handlungsabläufe, mit denen Menschen sich zu einer Weltanschauung
im weiteren Sinne bekennen. Susteck
Funktion des Rituals
-
Es vermittelt Geborgenheit durch
Stetigkeit, Sicherheit durch Wiederholung, Orientierungshilfe durch
Strukturen und vermag Ängste zu reduzieren.
-
Es stärkt das Gemeinschaftsgefühl
und konstituiert Beziehungen.
-
Es stellt gegenseitig Identität
her als Akt des Wiedererkennens (ontogenetische Wurzeln).
-
Es ermöglicht Gefühle wie
Dankbarkeit, Angst oder Trauer auszudrücken.
-
Es bildet Raum für Ruhe und Musse.
-
Es schenkt Neuorientierung und
hilft neue Situationen zu bewältigen.
-
Es hilft sich in den zeitlichen
Abläufen zu orientieren.
Das Kind

Erleben, Feiern, Wiederholen
-
Kerze: Advent (Vorfreude),
Weihnachten (Geburt), Taufe
-
Osterei: Kükengeschichte,
Verwandlung, neues Leben, Freude (Farben)
-
Stein: Stille, Ruhe, Kraft, sich zu
beruhigen
-
Verbeugen: Zeichen der Achtung
-
Samenkorn: Werden, Wachsen
sichtbare, greifbare Dinge,
Gegenstände
Erkennen, Benennen, Verstehen
-
Wasser: Bedrohend und erlabend,
Sturm der Gefühle
-
Zeichen, Symbole Redewendungen,
Sprichwörter, Legenden, Sagen, Fabeln, Mythen, Märchen, biblische
Geschichten, Alltagsgeschichten, Parabeln, Beispielsgeschichten
-
Lebensbaum, Brücke, Weg, Wasser,
Quelle, Licht, ...
-
Kreuz, Kirchenhahn, IHS, Fisch, Z,
A, >, Y
Ambivalente Bedeutungen, Einordnen in Sprachbildern,
Bildhaftigkeit erkennen, einzelne Symbole
Narrativer Unterricht
Erzählen statt Erklären, denn
Erzählen ist:
-
nie nur eindeutig
-
spricht auch die Sprache des
Herzens
-
führt auch in das
"Dahinterliegende" und zu den Gefühlen
-
ist bildhaft
Bilderbücher, biblische Geschichten,
Kurzgeschichten
Gottesdienst, Brot und
Wein
Markus 14, 22 - 25
Begrüssung
Lied: 323 Komm, sag es allen weiter
Gebet mit
dem Psalm 139
Lobstrophe: 97 Aller Augen
Brot
Das Abendmahl ist ein Ritual und es spielt
mit zwei Symbolen, mit Brot und Wein.
In der Tradition werden Brot und Wein
stark mit dem Tod Jesu verbunden. Sein Leib, der für uns hingegeben wird und
sein Blut, das vergossen wird zur Vergebung unserer Sünden. Die Opfertheologie
macht vielen Christen der heutigen Zeit immer mehr Mühe. Da Symbole mehrdeutig
sind, können Brot und Wein auch noch ganz anders gefüllt werden und dazu hilft
uns gerade das Johannesevangelium.
Brot ist ein Grundnahrungsmittel, etwas,
was wir zum Leben nötig haben. Brot wächst nicht einfach, Brot ist eine
kulturelle Errungenschaft hinter der menschliches Tun und göttliche
Schöpferkraft steht.
Sähen, aufbrechen, wachsen, blühen,
reifen, ernten, dreschen, malen, Teig machen, aufgehen, backen, essen, verdauen
Brot ist mehr als bloss ein Nahrungsmittel.
"Kei Brot ha."
Christus spricht: Ich bin das Brot (Johannes 6, 24 - 35)
Als nun das Volk sah, dass Jesus nicht dort war und auch seine Jünger nicht,
stiegen sie ihrerseits in die Boote und fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus.
Und als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, sagten sie zu
ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus
entgegnete ihnen: Amen, amen, ich sage euch, ihr sucht mich nicht, weil ihr
Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden
seid. Müht euch nicht um die Speise, die verdirbt,
sondern um die Speise, die sich ins ewige Leben hinein hält, die der
Menschensohn euch geben wird; denn ihn hat Gott, der Vater, beglaubigt. Da
sagten sie zu ihm: Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?
Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den
glaubt, den er gesandt hat. Da sagten sie zu ihm: Was für ein Zeichen tust denn
du, dass wir sehen und dir glauben können? Unsere Väter
haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: Brot vom Himmel
gab er ihnen zu essen. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen,
amen, ich sage euch, nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern
mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn
Gottes Brot ist dasjenige, das vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. Da
sagten sie zu ihm: Herr, gib uns dieses Brot allezeit! Jesus
sagte zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht mehr
Hunger haben, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.
Für Johannes ist Jesus das himmlische Brot, das grundlegende Geschenk vom
Himmel, das wir zum Leben nötig haben. Jesus steht für die sich verschenkende
Liebe Gottes und das Brot, das wir teilen symbolisiert die Liebe Gottes, die
sich uns im Auferstandenen mitteilt und uns Zeigt, dass wir alle Anteil haben an
dieser Kraft, die in uns Leben schafft.
Lied: 318 1 – 2 Seht, das Brot, das wir hier teilen
Unservater
Einsetzungsworte für das Brot
Teilen von Brot
Wein
Wein ist das Festgetränk, welches unser Herz erfreut.
Jesus rettet das Fest des Lebens, indem er Wasser in Wein verwandelt. Auch der
Wein ist ein Kulturgut, welches menschliche Arbeit und göttliche Schöpferkraft
miteinander verbindet.
Noah war laut Genesis 9, 20 der erste
Weingärtner und in der hebräischen Bibel wird der Weinberg zum Symbol für das
von Gott gepflanzte Volk.
Jesaja 5,7
Der Weinberg des HERRN der Heerscharen
ist das Haus Israel, und die Männer aus Juda sind, was
er aus Leidenschaft gepflanzt hat. Und er hoffte auf
Rechtsspruch, doch seht: Rechtsbruch! Und auf
Gerechtigkeit, doch seht: Schlechtigkeit!
Jesus selbst nimmt in einigen Gleichnissen dieses Bild auf, wie beispielsweise
im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. (Hier
eine Auslegung dieses Gleichnisses)
Wieder ist es Johannes, der das Bild vom
Weinberg aufnimmt und in die christliche Existenz hinein überträgt.
Ich bin der Weinstock, ihr die Reben (Johannes 15 1 - 6)
Ich bin der wahre Weinstock, und mein
Vater ist der Weinbauer. Jede Rebe an mir, die nicht
Frucht bringt, nimmt er weg, und jede, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie
noch mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein um des
Wortes willen, das ich euch gesagt habe. Bleibt in mir,
und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich heraus keine Frucht bringen kann,
wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr es nicht, wenn ihr nicht
in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt
ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, wird weggeworfen
wie die Rebe und verdorrt; man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie
verbrennen.
Zu Gott gehören heisst neu ein Zweig sein an dem von Gott gepflanzten und
gepflegten Weinstock, Jesus Christus. Jesus steht für die hingebende und
leidenschaftliche Liebe Gottes und wer in dieser Liebe bleibt, wird von dieser
Kraft erfüllt und gewinnt das wahre Leben, welches mit dem Tod nicht an eine
Grenze stösst. Weil Jesus nie aufgehört hat zu Lieben, ist er für seine
Lieben nicht tot. Der Wein ist das Produkt dieser Verbundenheit mit der Liebe
Gottes. Liebe ist immer verletzlich. Das trinken aus dem Kelch teilt uns mit:
Bleibt in der Liebe, in aller Verletzlichkeit, denn dieselbe Kraft, die uns
verletzlich macht, schenkt auch neues Leben und Wege zum Heil.
Lied: 318 3 –
4 Seht, der Kelch, den wir jetzt teilen
Einsetzungsworte zum Kelch
Kelch teilen
Fürbitten
Guter Gott
Wir bitten dich, schenk denen die Hunger haben Brot und allen die Brot haben
Hunger nach Gerechtigkeit.
Lied: 334 Dona nobis pacem
Segen
Workshops vom Sonntag
-
Brücken: Walter Meili
-
In
die Stille führen: Dorothea
Meili-Lehner
-
Drei
Singspiele: Marianne Barth
-
Bilderbücher:
Erika Hotz
-
Kreuz
und Licht: Susanne Kunz, Ruth Müller-Mahler
Ein grosser Dank allen, die zum Gelingen dieser Tagung ihren
Beitrag geleistet haben.
Künderinnen - Retterinnen - Wohltäterinnen
Frauengestalten in der Bibel
Vom 6. bis 7. Januar 2007 trafen sich etwas über 70 Frauen und 3 Männer in
Boldern zur Impulstagung des KiK Züri.
Frauengestalten in der Bibel wurden Thematisiert. Manchmal sind sie nur in
wenigen Versen erwähnt, manchmal widmet ihnen die Bibel ein Ganzes Buch.
In einer Kirche, deren Geschichte von Männern geprägt wurde und deren
Schriften aus der Feder von Männern stammen, entstehen viele Lücken. Der
Blickwinkel der Frau auf dieselben Ereignisse und ihre Art, die Gottesbeziehung zu leben und gestalten, wird besonders in der heutigen Zeit vermisst.
In Referaten und Workshops und in den Begegnungen in den Pausen oder am
Tisch, liessen sich die Teilnehmerinnen in diese Thematik hineinnehmen. Nicht
wenige machten in der hebräischen Bibel wie im Neuen Testament ungeahnte
Entdeckungen. Frauen sind und waren präsent in allen Phasen der Geschichte
unseres Glaubens.
Willkommene Erfrischungen brachte Marianne Barth mit ihrem Liederrepertoire.


B'ibelsinnliches
Die Bibel mit all meinen
Sinnen
Samstag/Sonntag, 7./8.
Januar 2006
Im
Evangelischen Tagungs- und Studienzentrum Boldern, Männedorf
Einige Eindrücke in Bildern

Haben Sie schon
einmal versucht, die Bibel mit allen 5 Sinnen zu erfahren und zu erleben?
Geht das überhaupt?
An diesem Wochenende
erhielten wir eindrückliche und vielfältige Gelegenheiten dazu.
Gleich zu Beginn
durften wir uns mit allen Sinnen auf eine Entdeckungsreise machen:
- Eine
Plakatausstellung zu verschiedenen Inhalten der Bibel, vermittelte uns viel
Wissenswertes. Viele Fragen aktivierten unsere Hirnwindungen und die
versteckten Antworten verhalfen uns oft zu kleinen Erfolgserlebnissen.
- Einen
stimmungsvollen Raum durfte nur ohne Schuhwerk betreten werden. Liebevoll
wurden wir empfangen. Bekamen ein wohltuendes Getränk serviert und durften
uns anschliessend entspannt sitzend, mit einer Fusswaschung verwöhnen
lassen.
- In
einer tuchverhangenen Ecke konnten wir es uns zwischen Kissen gemütlich
machen und mittels Kopfhörer chorale, wunderschöne Musik auf uns wirken
lassen.
- Alle
zog es früher oder später zu einem Tisch, von dem verführerische Gerüche
ausgingen. Früchte, Kräuter, Aufstriche, Oliven und frisch gebackenes
Fladenbrot konnten da gekostet werden.
Erstmals z.B. kam ich in den Genuss, einen Granatapfel zu probieren.
- Zum
Glück war auch gleich zu Beginn der Tagung, der vielgeliebte und ständig
umlagerte Büchertisch eröffnet worden. Einmal mehr mit vielen spannenden,
ansprechenden und sorgfältig ausgewählten Materialien zum Thema.
- Ein
Highlight ist für mich jedes Mal, wenn wir uns mit Marianne Barth auf die
schöne und frohmachende Kunst des Singens einlassen dürfen. Immer wieder
staune ich darüber, dass ihre Liederquelle offenbar nie versiegt.
Nach einem stärkenden
Nachtessen, waren unsere Ohren auf vollem Empfang für das Referat von Pfr.
Werner Schneebeli.
Wir wissen alle, dass
es Geschichten in der Bibel gibt, die uns „kratzen“!
Sie sind happig und
tun oft auch weh!
Andere sind
flauschigweich, tun wohl und sind wie Balsam für die Seele.
Beide Beispiele
wurden verstärkt, durch die von ihm mitgebrachten Gegenstände.
Drahtbürste/Plüschfigur
Wie hört sich die
Bibel an?
Manchmal ist sie
schrill wie eine Glocke, die ruft: „Nimm mich wieder einmal hervor“!
Wie sieht die
Bibel aus?
Auf der ganzen Welt
ist sie in den unterschiedlichsten Ausführungen anzutreffen.
Wie riecht die
Bibel?
Jede Familienbibel
hat ihren eigenen Geruch.
Und ein Unterschied
ergibt sich vor allem auch durch das Alter.
Kann man eine
Bibel essen?
Sie ist das Brot des
Lebens.
Die Botschaften kann
man aufnehmen, in sich einfliessen lassen und verdauen.
Die Bibel
-
Sie
ist ein Liebesbrief von Gott an uns Menschen.
-
Sie
erzählt uns Geschichten.
-
Sie birgt ein
grosser Schatz, den es immer wieder neu zu entdecken gilt.
-
Sie kann uns
Heilung schenken.
-
Sie kann uns Angst
machen.
-
Sie kann
allergische Reaktionen auslösen.
-
Wir sollten ihr
Respekt entgegenbringen.
-
Wir dürfen sie
verehren. (Leider ist davon viel verloren gegangen)
Am Sonntag, nach
einem schönen Gottesdienst, durften wir uns, je nach Auswahl der zwei
Workshops, einem unserer Sinne annehmen.
Die Entscheidung fiel
mir sehr schwer.
Das
Angebot war verlockend:
-
Kulinarischer
Streifzug durch die Bibel
(mit Ruth Müller)
-
Aus
der Bibel singen
(mit Marianne Barth)
-
Mit
allen Sinnen spielend die Bibel entdecken
(mit Doris Kast)
Alle 5 Sinne
reichlich mit Nahrung versorgt. So kehrte ich einmal mehr begeistert nach Hause
zurück.
Die schöne Umgebung,
die engagierte Betreuung, das gute Essen, die Atmosphäre und liebe Menschen
tragen jeweils viel dazu bei!
Bibelausstellung

http://www.bibelausstellung-neuland.ch/
von Werner Schneebeli
Eine sinnliche Beziehung zur Bibel
Wohl
dem Manne, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder,
noch sitzt im Kreise der Spötter, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn
und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht.
Der
ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner
Zeit und dessen Blätter nicht verwelken. Und alles, was er tut, gerät ihm
wohl.
Psalm 1:1-3

Polizeifahndung: Foto einer Lutherbibel "Schulgemeinde
Dohnsen 1874".
Mit Gesetz ist die
Tora gemeint, die Wegweisung zur Begleitung eines Lebens von Geburt bis zum
Sterben. Mit der Schöpfungsgeschichte am Anfang des Gesetzes und dem Blick Mose
ins verheissene Land vor seinem Sterben, weist uns die Tora auch über unsre
begrenzte Sicht des Lebens hinaus.
Wie ein in der
jüdischen Tradition aufgewachsener Mensch eine sinnliche Beziehung zur Tora
entwickelt, so können auch wir eine sinnliche Beziehung zur Bibel haben. Sie
ist heilige Schrift und Heilig ist im jüdischen Sinn, was Leben und
Gerechtigkeit hervorbringt.
Wie fühlt sich deine Bibel an?

Meine Bibeln

Papyrus Bodmer VIII;
2.
Petrus 3, 16 – 18;
3./4. Jahrhundert

Luthers Handschrift;
Psalm 23
Zwinglis Handschrift;
Abschrift des Galaterbriefes

Und deine Bibel?
Wie riecht die Bibel?

Reinigung der Bibel "Erfurt 1"
Zweibändige hebräische Bibel mit
Pergamentseiten
Die Handschrift wurde 1343 vollendet.
Besonders der zweite Band wurde im Zweiten
Weltkrieg durch Feuer und Löschwasser so stark geschädigt, dass ein
Aufschlagen nicht mehr möglich war.
„Wenn Sie mir das Neue Testament
unbedingt aufdrängen wollen, werde ich mir aus jeder einzelnen Seite eine
Zigarette drehen.“
"Ich verstehe, aber versprechen Sie
mir wenigstens, die Seiten zu lesen, bevor Sie sie rauchen.“
Der Mann rauchte Matthäus, Markus, Lukas
und die ersten Kapitel des
Johannes, bis Joh 3, 16
Aus „Bibel-Nachrichten“
Wie hört sich die Bibel an?
Hörbibel:
Das Matthäusevangelium als inszeniertes Hörspiel
Verlag: Basisklang
erzählen
zuhören
singen
Wie sieht die Bibel aus?

mein Büchergestell

Bilderbibel von Julius Schnorr von Carolsfeld
Kann man die Bibel
essen?
5.
Mose 8:3
Gott
demütigte dich und liess dich hungern und speiste dich dann mit Manna, das du
und deine Väter nicht gekannt hatten, um dir kundzutun, dass der Mensch nicht
vom Brot allein lebt, sondern von allem, was das Wort des Herrn schafft.
Matthäus
4:3+4
Da
trat der Versucher zu Jesus und sagte: Bist du Gottes Sohn, so gebiete, dass
diese Steine Brot werden! Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben:
„Nicht vom Brot allein wird der Mensch leben, sondern von jedem Wort,
das aus dem Munde Gottes hervorgeht.“
Leonardo
da Vinci - Abendmahl
(1495-1498)
Eine sinnliche Beziehung zur Bibel
Geschichte
Jede
Bibel hat eine eigne Geschichte.
Und jeder Mensch seine eigene
Beziehungsgeschichte mit diesem
Buch der Bücher.
Schatz
Heiligung, Konservierung
 
Verehrung
Respekt, Angst, Allergie

Vertrauen, Liebe
Die
Bibel kann man lesen als Liebesbrief
von Gott an uns Menschen. Wie
eine liebenswerte Person, ist
die Bibel zuverlässig und treu und dennoch
voller Geheimnisse und Widersprüche.
Unterschätzen
wir also die sinnliche Beziehung zur Bibel nicht. Sie prägt wesentlich unseren
eigenen Umgang mit diesem Buch der Bücher.
Immerhin
erklärt uns Gott in diesem Buch seine Liebe. Manchmal kaum mehr verständlich
für uns, dann wieder klar und deutlich, wie dem Bibelraucher im Wort aus
Johannes 3, 16:
Denn
so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er sein liebstes, seinen einzigen Sohn,
der Welt gab, damit alle, die ihr Vertrauen auf ihn setzen nicht im Dunkeln
tappen, sondern zum wahren Leben finden.
Workshop
von Doris Kast
Spiele für Kinder zur Zeit Jesu
Zur Zeit Jesu hatten Kinder wenig
Zeit zum Spielen. Schon als Kleinkinder hatten sie im Haushalt mitzuhelfen und
sich nützlich zu machen. Die Jungen lernten von ihren Vätern wie man fischt,
Ackerbau und Handel betreibt. Die Mädchen lernten von ihren Müttern wie man
putzt, kocht, backt, wäscht und sich um den Haushalt einer Grossfamilie kümmert.
Die wenigen Spiele
die man kannte, bastelte man sich selbst zusammen.
Viele Erwachsene
sahen in den Kindern eine Belastung und hofften, dass sie schnell gross wurden
und für sich selber sorgen konnten.
Spiele mit
Murmeln: Murmeln wurden aus Lehm geformt und getrocknet. Zwei Spieler setzten
sich etwas voneinander entfernt gegenüber. In der Mitte zwischen ihnen liegt
eine Murmel. Jeder Spieler hat fünf Murmeln. Abwechselnd versuchen die Spieler
mit einer ihrer Murmeln, die Murmel in der Mitte zu treffen. Gelingt dies einem
Spieler, darf er die Murmel nehmen und der andere Spieler muss eine seiner
Murmeln in die Mitte legen und weiter geht es. Sieger ist derjenige, der zuletzt
die meisten Murmeln besitzt.
Brettspiele:
Spielfelder wurden in den Sand gezeichnet oder auf Lehmtafeln eingeritzt. Als
Spielfiguren benutze man Steine.
Kegeln:
Holzreste wurden zu groben Kegeln geschnitzt. Der Ball war aus Lehm
geformt. Die Holzkegel wurden zusammengestellt. Ein Spieler nimmt den Ball und
rollt ihn aus einiger Entfernung gegen die Kegel. Sieger ist derjenige, der die
meisten Kegel umwirft.
(aus Bibel Bastelbuch, Lois Rock)
Spiele für alle fünf Sinne
Tasten
New
Games-Spiele
(new game engl. = neues Spiel): Meistens meint man damit ein Spiel, bei
dem es keine Verlierer, sondern nur Gewinner gibt – ein Spiel also, das immer
„gerecht“ ist.
Paare oder ganze Gruppen berühren, halten oder stützen sich in
spielerischen Formen und erleben auf diese Weise Gemeinschaft, Vertrauen, Spass
etc.
Spielformen: Gordischer Knoten,
Kranführer, Schief, Aufstand, Sitzplatz etc.
Tast-Kim: Gegenstände die
unter einem Tuch oder in geschlossenen Behältern versteckt sind ertasten
und erraten.
Basteln: Das „Hantieren“
mit Werkzeugen und das Bearbeiten verschiedenster Materialien beansprucht in
ganzheitlicher Weise den Tastsinn.
Hören
Geschichten „vertonen“:
eine Geschichte während der Erzählung mit entsprechenden Geräuschen vertonen
(z.B. Regen / Sturm in der Geschichte von Noah)
Geräusche-Kim: Geräusche ab
Tonband/CD oder in der Natur hören und erkennen.
Geräusche-Memory: In
undurchsichtige Behälter (z.B. schwarze Fotofilmdöschen) werden verschiedene
Gegenstände (Sand, Stein, Bohnen etc.) gelegt (je zwei gleiche abgefüllte)
Diese Döschen werden in einen Eierkarton gestellt. JedeR darf reihum zwei Döschen
schütteln. Sind die Geräusche identisch, kann er/sie die zwei zusammen gehörenden
Döschen behalten.
Klang-Lotto: Im versteckten
werden Klänge erzeugt. Ertönt der Klang, von welchem die Klangquelle auf der
Lotto-Karte abgebildet ist, darf das Feld mit einem Chip abgedeckt werden. Wer
alle Felder seiner Karte abgedeckt hat ruft Lotto (oder Bingo o.ä.)
Riechen / Schmecken
Duft- oder Geschmack-Kims: Gegenstände
(Esswaren, Essenzen, Duftstoffe, Öle etc.) an ihrem Geschmack / Duft erraten,
ohne diese zu sehen.
Verschiedene Speisen / Getränke
verschiedenen Begriffen (z.B. salzig, süss, bitter etc) zuordnen.
Sehen
Sämtliche Ballspiele, Brettspiele,
Kartenspiele, Legespiele (Puzzle, Memory, Domino), Rätsel, Quiz, Würfelspiele,
Computerspiele...
Spielbücher / Rätselbücher
Bibel-Bilderrätsel-Bücher von Werner Tiki Küstenmacher
Claudius Verlag München
DAS GEHEIMNIS AM ÖLBERG / ISBN 3-532-62082-0
TATORT BIBEL / ISBN 3-532-62048-0
WO IST DER VERLORENE SOHN / ISBN 3-532-62020-0
BIBELQUIZ Fragen und Antworten (David Pickering)
Katholisches Bibelwerk
ISBN 3-460-30463-4
DAS BUCH DER SPIELE (Erhard Gorys)
Verlag Werner Dausien, Hanau
ISBN 3-7684-4723-5
DAS GROSSE BIBELQUIZ
Brunnen Verlag
ISBN 3-7655-8143-7
GESELLSCHAFTSSPIELE für drinnen und draussen (Heinz Görz)
Falkenverlag, Niederhausen/Ts
ISBN 3-8068-2006-6
GHUPFT WIE GSPRUNGE
77 lustige Spielideen der Schweizer Familie
Druckzentrum Tages-Anzeiger, Zürich
NACHTSPIELE IN NATUR UND HAUS (Martin Völkening)
Rex verlag luzern
ISBN 3-7252-0713-5
RELIGION - spielen und erzählen
Kinder begleiten in Schule und Gemeinde
Gütersloher Verlagshaus
ISBN 3-579-02194-X (Band 1)
Erhältlich sind auch Band 2 und Band 3
SPIELE DER WELT (Frederic V.Grunfeld)
Geschichte – Spielen – Selbermachen
Schweizerisches Komitee für UNICEF, Zürich
STEINSPIELE – SPIELSTEINE (Renate Buchwald-Häcker)
Spiele zu jeder Zeit und für jeden Ort
Verlag Bitsch GmbH, Birkenau
ISBN 3-925014-12-X
QUIZBIBEL (Gudrun Böckermann, Wolfgang Hein)
Katholisches Bibelwerk
ISBN 3-460-30466-9
200 SPIELE FÜR DIE FREIZEIT (Rita Danyliuk)
Humboldt-Taschenbuchverlag Jacobi KG, München
ISBN 3-581—66401-1
347 LUSTIGE GESELLSCHAFTSSPIELE (Roland Gööck)
mvg moderne verlags GmbH, Landsberg am Lech
ISBN 3-478-02930-9
1021 SPIELE UND ÜBUNGSFORMEN IN DER FREIZEIT (Hans Fluri)
Verlag Hofmann, Schorndorf
Kopiervorlagen für Spiele
SPIELEBÖGEN Spiele zur Bibel
(Susanne Böcke / Holger Emig / Corinna Hau / Daniela Juraschek)
11 Spiele auf insgesamt 26 A3
Kopiervorlagen in praktischer Sammelmappe
Verlag Neues Buch
Bastelbücher
LEUCHTENDE
LATERNEN (Sabine Cuno)
Ravensburger
Buchverlag Otto Maier GmbH
ISBN
3-473-37378-8
MIT
KINDERN ZU BIBLISCHEN GESCHICHTEN BASTELN (Margitta Paul, Christiane Volkmann)
Für
Sonntagschule, Kinderstunde, Jungschar, Religionsunterricht und in der Familie
Christliche
Verlagsgesellschaft, Dillenburg
ISBN
3-89436-159-X
BIBEL
BASTELBUCH (Lois Rock)
Katholisches
Bibelwek
ISBN
3-460-30465-0
Kopiervorlagen für Bastelarbeiten
40
KREATIVE ARBEITSBLÄTTER ZUR BIBEL
Neues
Buch Verlag GmbH, Nidderau
ISBN
3-930180-43-X
40
KREATIVE ARBEITSBLÄTTER ZUR BIBEL Band 2
Neues
Buch Verlag GmbH, Nidderau
ISBN
3-930180-49-9
BASTELBÖGEN
(Britta Gallinat / Horst Knickel)
26
Bastelbögen im Format A3 für Grundschule und Kindergottesdienst
Neues
Buch Verlag GmbH, Nidderau
NEUE
BASTELBÖGEN (Britta Gallinat / Horst Knickel)
23
Bastelbögen im Format A3 für Grundschule und Kindergottesdienst
Neues
Buch Verlag GmbH, Nidderau
Bezugsquellen
Spiele- und Bastelbögen, Kreative Arbeitsblätter, Das Spiel
vom Kirchenjahr:
Theologische Buchhandlung Jost AG, Zikadenweg 8, 3000 Bern 7
031 334 03 03 / Fax 031 334 03 06
/ www.theologische.ch
Spiel „Biblischer Zoo“:
KiK-Verlag, Chileweg 1, 8415 Berg am Irchel
052 318 18 32 / Fax 052 318 21 14
/ www.kik-verband.ch
Blanko-Puzzle, -Memory-Karten, -Domino-Karten und –Spielwürfel
SCHUBI Lernmedien AG, Riedhofstr. 11, 8408 Winterthur
052 222 77 88 / 052 644 10 10 (Hauptsitz) / www.schubi.ch
Workshop von Werner Schneebeli
Bibeltext:
http://www.jahreslosung.net/index.htm
(Bibelworte für jeden Tag)
http://www.bibel-online.net/
(Lutherbibel in der revidierten Fassung von 1984)
http://www.biblegateway.com/passage/?search=language=Deutsch
(Internationales Bibelregister mit Übersetzungen in verschiedenen Sprachen und
Varianten)
http://dawar.de/ (Faszination der
Bibel: Bibeltexte online [im Aufbau])
http://12koerbe.de/euangeleion/ev.htm
(Die vier Evangelien griechisch, lateinisch und deutsch)
Bibelwissen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bibel
(Die Wissensdatenbank mit Erklärungen und Hinweisen über die Geschichte und
den Aufbau der Bibel)
http://www.heiligenlexikon.de/
(Nachschlagewerk)
Bibel für Kinder:
http://www.bilderbibel.de/
(Bilderbibel von
Julius Schnorr von Carolsfeld)
http://www.kiki.ch/kids/index.html
(Bibel für Kinder)
Bibelspiel:
http://www.ekd.de/salomo/
(König Salomos Rätsel. Spiel für Kinder)
http://www.relispiele.at/
(Bibelspiele)
Multimedia und die Bibel:
http://www.bibeltv.de/
(Bibel im Fernsehen)
http://www.kip-radio.de/
(Bibel im Radio)
http://www.uni-leipzig.de/ru/themen.htm
(Bildersammlung)
Das Vorbereitungsteam der Tagung
Marianne Barth, Musikpädagogin
Doris Kast, Lehrerin
Vreni Sandi, Pflanzenkundlerin
Susanne Wernly, Lehrerin
Werner Schneebli, Pfr., Präsident KiK ZÜRI
Erika Hotz, Ruth Müller, KiK ZÜRI

MYSTIK
Gotteserfahrung im Alltag
Samstag/Sonntag,
8./9. Januar 2005
Wo und wann und wie begegne ich eigentlich Gott? Im
Gottesdienst? Oder im persönlichen Gebet? Oder vielleicht auch ganz plötzlich,
unerwartet, mitten im Alltag?
Unter “Mystik‘ verstehen die meisten von uns etwas
Grosses, weit Entferntes. Berühmte Menschen aus fernen Zeiten falten uns ein:
Hildegard von Bingen zum Beispiel, oder Meister Eckart. Mystik meint aber
eigentlich nichts anderes als die unmittelbare Gottesbeziehung, die jeder und
jedem möglich ist, die wir zwar nicht “machen“, auf die wir uns aber
vorbereiten und erwartungsfroh einstellen können.
Bekannte Theologinnen und Theologen, unter ihnen Karl Rahner,
Dorothee Sölle und Jörg Zink, setzen ihre Hoffnung in diese allgemein
menschliche Fähigkeit, dem Lebendigen Göttlichen im Alltag zu begegnen. “Der
Christ der Zukunft wird Mystiker sein, oder er ‘vird nicht mehr sein“, sagte
zum Beispiel Karl Rahner schon im Jahre 1978.
Gedanken zum neuen Jahr, Werner Schneebeli
Die Festtage sind vorbei. Das Jahr hat begonnen. Nicht alles wird neu im
neuen Jahr. Bei uns baut das neue Jahr auf dem Vergangenen auf. Die von der
Flutwelle direkt betroffenen Menschen und die Natur selbst im südosten Asiens
beginnen das neue Jahr bei 0. Sie werden an den Orten der Zerstörung noch lange
Aufbauarbeit leisten müssen und das Geschehene wird seine Spuren hinterlassen.
Welche Spuren hinterlässt die Flutkatastrophe in Asien bei uns?
„Gewalt hat nicht das letzte Wort“ heisst das Motto der diesjährigen Aktion
von „Brot für alle“ und „Fastenopfer“. Auch die zerstörerische Gewalt
einer Naturkatastrophe unvorstellbaren Ausmasses hat nicht das letzte Wort. All
die Zeichen gelebter Solidarität mit den betroffenen Menschen zeigen, dass in
dieser Welt noch andere Kräfte mitreden. Gewalt spricht ein gewichtiges Wort,
da gibt es nichts zu beschönigen. Wir Menschen tun uns und der Mitwelt täglich
Gewalt an und die Natur selbst spricht immer wider mit zerstörerischer Gewalt
zu uns. Wenn da nicht noch diese andere Stimme mitreden würde, müssten wir an
uns und dem Schöpfer verzweifeln.
Die Stimme der Betroffenheit und gelebter Solidarität mit den Opfern der Flut
war und ist aber unüberhörbar da. Wenn uns diese Flutkatastrophe die Augen neu
geöffnet hat, für die vielen Opfer von Natur- und anderen Gewalten, dann
hinterlässt sie auch hoffnungsvolle Spuren. Denn dann bekommt diese andere
Stimme wieder neu Gewicht in unserem Leben. Gelebte Solidarität und
verschenkende Liebe können nicht jede Wunde heilen, aber sie lassen neues Leben
spriessen und verhelfen der Natur und Menschen zu neuem Aufblühen.
In der Geschichte des Lebens auf dieser Erde hatte bisher das neue Aufblühen
das letzte Wort, sonst wären wir nicht oder nicht mehr auf dieser Welt. Wenn
wir zerstörerische Gewalten auch nicht aus der Welt schaffen können, so können
wir doch diesem Wort der schöpferischen Liebe mehr und mehr Gewicht geben durch
unser Leben, damit Frieden, Hoffnung und Liebe wachsen in unserer Welt.

Einführung ins Thema durch lna Praetorius, Dr.
theol.
Ich weiss nicht, ob es Ihnen ähnlich geht wie mir: jedes Jahr nach Epiphanias fühle ich mich, wie man in der Schweiz sagt: „neben den Schuhen“. Dieses Jahr ist es besonders schlimm. Denn diese gewaltige Katastrophe in Südostasien hat irgendetwas in mir verrückt. Es kommt mir vor, als sei nicht nur die Erdachse ein kleines bisschen verschoben, sondern auch ich – nicht nur ein kleines bisschen. Zwar haben wir uns fast schon daran „gewöhnt“, dass am 26. Dezember Unglück geschieht: 2003 war das Erdbeben in Bam, und auch „Lothar“ brauste an einem 26. Dezember los. Aber gewöhnen kann man sich daran keineswegs...
Und jetzt eine Tagung über Mystik? Ein Vortrag, in dem ich positiv und zukunftsfroh über Gottesbegegnungen im Alltag sprechen soll?
Irgendwie kommt es mir abwegig vor, so wie mir zur Zeit fast alles abwegig vorkommt. Andererseits: was sollen wir denn sonst tun? Was gibt es besseres in dieser Zeit, als sich mit Menschen zusammen zu setzen, um Gott wieder zu finden?
Wir finden Gott nur wieder, wenn wir gemeinsam auf die Suche gehen. Mystik, das ist: Gottsuche, leidenschaftliche Sehnsucht nach Begegnungen mit dem Göttlichen, gerade in verzweifelter Zeit.
Diese Einführung in unser Thema, die ungefähr 1 1/2 Stunden dauern soll, wird sich entlang drei Liedern entfalten, die alle in unserem reformierten Kirchengesangbuch stehen: Nr. 166 („Schweige und höre“), Nr. 162 („Gott ist gegenwärtig“) und Nr. 706 („Nada te turbe“). Vielleicht kennen Sie alle diese Lieder schon, denn sie gehören zu den bekannteren. Wenn nicht, dann werden Sie sie an dieser Tagung bestimmt lernen, denn wir wollen sie nicht nur einmal singen. Vielleicht ist das schon ein erster wichtiger Punkt zum Thema „Mystik“: Keine Angst vor Wiederholungen. Ja sogar: keine Angst vor Langeweile. Denn Langeweile ist manchmal nötig, um Abstand vom Getriebe des Alltags zu bekommen und gefasst zu werden auf Neues: auf den überraschenden Gott.
Mystik, das steht schon im Titel der Tagung, bedeutet ja: Gott begegnen. Das braucht Zeit, und Geduld. Gott will erwartet werden. Sie kommt nicht einfach schnell auf Befehl. Deshalb ist es wichtig, Hektik hinter sich zu lassen, nicht zu meinen, man habe eigentlich etwas viel Wichtigeres zu tun. Den inneren und den äusseren Raum bereit machen für die Ankunft des oder der Anderen: das ist wichtig. Und dabei können uns äussere Formen zwar helfen, aber im Grunde muss jede einzelne selbst bereit werden. Wir wollen uns heute helfen lassen von Liedern und Stille und Gespräch.
Das erste Lied, das wir singen, ist ein einfacher Kanon (Nr. 166) mit einem mystischen Text.
„Schweige und höre“ (Lied Nr.: 166)
„Schweigen und hören“ – das gehört zusammen. Wer nicht aufhört, selbst zu reden, kann nicht zuhören – weder Gott noch den Menschen. Schweigen und hören heisst: offen werden für das, was in mir ankommen will und was ich noch nicht weiss. Das kann durchaus Angst machen, denn vielleicht ist das, was ich zu hören bekomme, ja nicht angenehm?
„Des Herzens Ohr neigen“ – das ist metaphorische Rede, denn ein reales Herz hat kein Ohr. Was gemeint ist, ist trotzdem klar: Das Herz ist die Mitte der Person, der „Sitz der Seele“. Und diese Mitte hat ein Ohr: ein Organ, das zugänglich macht für Botschaften, die von aussen kommen. Die Seele ist zwar „innen“, aber mit Oeffnung nach aussen, ein Haus mit Fenstern, die man öffnen oder schliessen kann. Sich auf die Begegnung mit Gott vorbereiten heisst: die Ohren der Seele weit aufmachen, so wie ich an einem hellen Frühlingsmorgen alle Fenster aufreisse, um Licht und Luft herein zu lassen.
„Den Frieden suchen“ – das ist eine Vertrauensaussage. Denn wenn ich mich öffne, dann kann ich nicht mehr alleine entscheiden, was zu mir herein kommt. Vielleicht kommt nicht nur Licht und Luft herein, sondern ein stechendes Insekt? Die Angst ist nicht unbegründet, denn vieles, was „draussen“ ist, ist nicht einfach friedlich. Das Vertrauen sagt: Ich öffne mich trotzdem, denn Gott ist gut. Ich vertraue darauf, dass Frieden herein kommt. Und wenn sich der Frieden nicht gleich zeigt in der Stille, dann kann ich warten und mich auf die Suche machen.
„cognitio Dei experimentalis“
Nach einer alten scholastischen Definition heisst Mystik: „cognitio Dei experimentalis“ – Gotteserkenntnis aus Erfahrung. Das lateinische Wort für „Erfahrung“ (experimentalis) erinnert an unser „Experiment“. Wenn ich das höre, dann denke ich spontan nicht an religiöse Erfahrung, sondern an eine Naturwissenschaftlerin in ihrem Labor: Sie probiert aus, sie ist neugierig und will etwas Wichtiges herausfinden. Ich finde diese Assoziation wichtig für meinen oder unseren Zugang zur Mystik: Denn Mystik ist nicht einfach wolkige Gefühlsduselei, wie viele meinen, sondern aktives Wissenwollen, durchaus eine Form von „Wissenschaft“. Wissenschaft beginnt mit Fragen: Wie fühlt es sich an, wenn ich Gott begegne? Kann ich das überhaupt? Soll ich aktiv sein, oder passiv? Gibt es überhaupt diesen Gegensatz zwischen „aktiv“ und „passiv“? Oder gibt es so etwas wie aktive Passivität, passive Aktivität? Was kann passieren, wenn ich in tätigem Nichtstun auf Gott warte? Wo werde ich landen? Was wird Gott mit mir machen? Mystik ist gar nicht so weit weg vom wissenschaftlichen Experimentieren. Sie setzt Neugier, Wissenwollen, Leidenschaft für neue Erfahrungen voraus. Solche Neugier kann jederzeit an jedem Ort beginnen: am Abwaschbecken, beim Zähneputzen, in einer Wateschlange, im Büro, am Bankschalter.
Ich erinnere mich, dass ich so etwas wie mystische Erfahrungen gemacht habe, als ich Ende der siebziger Jahre an der Universität Zürich studierte. Ich wohnte damals in Oerlikon und fuhr jeden Tag mit dem Tram in die Stadt hinunter. In dieser halben Stunde im Tram fühlte ich mich manchmal ganz unerwartet sehr glücklich. Das Leben hatte einen Sinn, ich fuhr von einem sinnvollen Ort zum anderen, konnte ein paar Minuten einfach untätig sein, die geschäftige Stadt an mir vorüberziehen lassen. Die Welt schloss sich zusammen zu meinem persönlichen Sinnzusammenhang, ich fühlte mich in ihr geborgen. Solche Erlebnisse nannte ich damals, als kritische Studentin,. noch nicht „mystisch“. Das Wort wäre mir zu hoch und deplaziert vorgekommen. Aber so beginnt Mystik: mit überraschender, kindlich empfundener Freude mitten im Alltag, scheinbar ohne Grund. Wir sollten solche Erfahrungen nicht klein machen, sondern freudig entgegen nehmen, in Worte fassen, mit Sorgfalt umgeben.
Gerhard Tersteegen war einer, der es wissen wollte. Geboren 1697 in eine protestantische Kaufmannsfamilie im Rheinland wandte er sich bald vom unruhigen Beruf des Kaufmanns ab, um in der Tiefe seiner Seele Gott zu begegnen. Es war ihm zu wenig, die Bekenntnisse seiner protestantischen Tradition nachzusprechen, er wollte selber experimentieren und wurde zum Dichter, zum Lehrer, Seelsorger und Heiler. Was wir heute unter „psychosomatischer Medizin“ verstehen, geht zum Teil auf seine Untersuchungen zum Zusammenhang von Seele und Körper zurück. Gerhard Tersteegen ist der Dichter des zweiten mystischen Liedes, das wir singen wollen (Nr. 162). Dieses mehrstrophige Lied zeigt viel von dem, was „Mystik“ bedeutet. Um nicht überwältigt zu werden von der Fülle der Sprachbilder, beschränken wir uns auf vier Strophen (1, 4-6). Wir singen jetzt diese vier Strophen. Danach haben Sie Gelegenheit, in kleinen Gruppen sich darüber auszutauschen, was Ihnen dieses Lied, dieser Text, diese Sprachbilder sagen, wie sie sich von anderen Kirchenliedern, die Sie kennen, unterscheiden, welche Gefühle diese Art des Singens in Ihnen auslöst.
„Gott ist gegenwärtig“ (Lied Nr.: 162 1, 4-6)
Ich kehre zurück zu unserem Alltag. Berühmte Mystikerinnen und Mystiker wie Gerhard Tersteegen können uns zwar helfen, unsere eigenen mystischen Erfahrungen zu verstehen, indem sie ihnen Worte und Klänge oder Bilder geben. Aber es ist wichtig, sich klar zu machen: jede Erfahrung ist ganz und gar einmalig. Niemand kann für mich den Weg zu Gott gehen. Kein anderer Mensch kann für mich entscheiden, wie dieser Weg verläuft.
Es gibt allerdings auch heute, in unserer scheinbar so gott-losen westlichen Welt, Orte, an denen die Suche nach dem Göttlichen ausdrücklich die Mitte des ganzen Lebens ist. Klöster zum Beispiel, oder Häuser der Stille. An solche Orte kann ich gehen, um mir Kraft und Anregung schenken zu lassen.
Für viele Menschen ist die Kommunität Taizé im Burgund ein solcher Ort. Auch für mich. Ich fahre zwar nicht oft dorthin. Erst drei Mal war ich dort. Jedes Mal bin ich zurück gekommen mit einer starken Gewissheit, dass es keine Illusion ist, Gott im Alltag zu begegnen.
Die Kommunität Taizé wurde im zweiten Weltkrieg vom Westschweizer Protestanten Roger Schütz gegründet. Sie ist heute einer der wichtigen Orte in der Welt, in der das Anliegen der Mystik glaubwürdig in christlicher Tradition gelebt wird. Glaubwürdig, das heisst auch: mit viel Ausstrahlung, Offenheit, ökumenischer Weite und politischem Engagement. Die Brüder von Taizé leben in klassischer christlicher Armut zusammen und haben es bis heute geschafft, auch den Tausenden von jungen und älteren Leuten, die Taizé besuchen, den Sinn solcher Einfachheit zu vermitteln. Man schläft in Stockbetten, man putzt gemeinsam mit Leuten aus aller Damen und Herren Länder die Toiletten. Man isst einfach, aber genüsslich. Man zahlt fast nichts und geht dreimal am Tag für ziemlich lange Zeit in die grosse warme Kirche. Es ist eine der wenigen Kirchen, die ich kenne, in denen man - wie in der Moschee – am Boden sitzt, oder auf Meditationsbänkchen. Ein grosser Teil des Gottesdienstes besteht aus Singen und Schweigen. Die Lieder sind kurz, einprägsam, schön und werden mehrmals, oft fünfzehn-zwanzigmal hintereinander gesungen. Man kann sie schnell auswendig und muss deshalb nicht dauernd ins Buch schauen. So haben die wenigen Bibeltexte, die gelesen werden, Zeit zu wirken und sich zu entfalten. Die Kirche ist immer offen. Man kann so lange bleiben, wie man will. Und zwischen den Gottesdiensten gibt es Gelegenheit, sich in international zusammengesetzten Gruppen über den Sinn biblischer Texte auszutauschen. In Taizé wird ernst genommen, was das A und O der Mystik ist: Jeder und jede einzelne kann nur aus freiem Entschluss Gott begegnen. Dazu braucht es Einfachheit, Tradition, grenzüberschreitende Gemeinschaft, Stille, eine offene und herzliche Atmosphäre, gelebte Friedlichkeit.. Eine Gefahr bei Orten wie Taizé ist, dass ich das Anliegen der Mystik auf sie projiziere. Ich kenne einige Menschen, die oft nach Taizé oder in andere Klöster fahren, weil sie meinen, nur dort, am heiligen Ort, in der Gemeinschaft heiliger Menschen, könnten sie Gott begegnen. Die eigentliche Herausforderung aber besteht darin, fromm zu sein dort, wo ich tatsächlich Tag für Tag lebe: im Haushalt, im Lärm der Stadt oder in der Langeweile der Agglomeration, im vermeintlich seelenlosen Büro. Es gibt keinen gottlosen Ort, es sei denn, ich erwarte keine Wunder mehr.
Wir singen jetzt als letztes Lied einen Gesang aus Taizé (706). Der Text stammt von der spanischen Theologin Teresa von Avila. Teresa war jüdischer Herkunft und Zeitgenossin von Luther und Zwingli. Sie gründete mehrere Frauenklöster, schrieb Bücher und trat für die Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche ein. Das Lied „Nada te turbe“ drückt, wie viele mystische Lieder, das tiefe Gottvertrauen aus, das aus der alltäglich geübten Versenkung kommt: „Nichts soll dich ängsten, nichts soll dich quälen, wer sich an Gott hält, dem wird nichts fehlen. Nichts soll dich ängsten, nichts soll dich quälen, Gott allein genügt.“ Aus solchem Vertrauen kommt die Kraft, Welt zu verändern. Teresa hat sich nicht nur in Gott versenkt. Sie ist viel gereist, hat gestritten und diskutiert, gelehrt und Politik getrieben...
Mystik, Gotteserfahrung im Alltag
Referat von lna Praetorius, Dr. theol.
Gott ist gross. Diesen Satz haben wohl die meisten von uns gut gelernt. Vor allem die Frauen, denn sie waren es ja vor allem, die Jahrhunderte lang in die Kirche gingen, um sich diesen Satz von einem Mann und von oben herab sagen zu lassen. Allem Patriarchat zum Trotz ist der Satz wahr: Gott ist gross, grösser als jedes Dogma und jede Konfession, grösser als jedes Kirchengebäude und jeder Verwaltungsapparat.
Kürzlich, allerdings, haben wir wieder einmal alle zusammen ausführlich gefeiert, dass Gott klein ist. Gott liegt als Säugling in der Krippe. Das feiern wir an Weihnachten. Besser gesagt: vor allem die Kinder feiern es, oft zusammen mit den Grossmüttern, weil die wieder Zeit haben. Viele Erwachsene machen mit, mehr oder weniger aufmerksam, oft ziemlich gestresst, vor allem den Kindern zuliebe, weil man denen doch die Freude nicht verderben darf. Aber glauben erwachsene vernünftige Leute diesen Satz wirklich: Gott ist klein? Gott fängt immer wieder klein an?
Irgendwie ist es einfacher, Gott gross sein zu lassen. Dann ist er schön weit weg und selbständig, wir können ihn von ferne bewundern und müssen ihm nicht zu Hilfe kommen. Zu unserem heutigen Thema "Mystik - Gotteserfahrung im Alltag" haben aber, so behaupte ich einmal, besonders die Leute einen ganz leichten und fröhlichen Zugang, die zuinnerst mitempfinden können, wie es Kindern unter dem Weihnachtsbaum zumute ist. Kindlichkeit und Mystik sind nahe beieinander. Denn Mystik hat mir Staunenkönnen, mit Ueberraschungen und alltäglichen Wundern zu tun. Sich in Mystik einzuüben, bedeutet für Erwachsene deshalb auch, sich bewusst einem kindlichen Weltverhältnis wieder anzunähern.
In der Bibel steht beides: Gott ist gross, und Gott ist als Baby auf unsere Fürsorglichkeit angewiesen. Und es gibt eine ganz zentrale biblische Aussage über Gott, die beides verbindet. Sie heisst: Gott ist lebendig. Oder: Gott geht mit.
Aus dem brennenden Dornbusch sagt Gott zu Mose: ICH BIN DA. Oder man kann auch übersetzen: Ich bin für euch da. Oder: ich bin, die ich bin. Oder: ich bin da als die, die ich sein werde... (Ex. 3, 1-14). Und spätestens von hier an ist klar: Gott geht mit seinem Volk Israel und mit der ganzen Schöpfung, mit uns, mit jeder und jedem einzelnen von uns, so wie Jesus mit den Jüngern nach Emmaus gegangen ist (Lk. 24, 13-35). Gott bewegt sich, Sie verändert sich. Sie sieht wie ich, dass die Landschaft, durch die wir gemeinsam gehen, nach jeder Wegbiegung anders aussieht. Gott ist nahe, aber ich kann Ihn nicht sehen, weil Sie neben mir geht und wir beide nach vorne schauen. Oder weil es Nacht ist und ich nur das gleichmässige tröstende Geräusch von Stecken und Stab neben mir höre (Ps. 23).
Gott geht mit. Das heisst: Gott ist nicht eingesperrt. Manchmal ist Gott zwar auch in Dogmen oder Predigten oder Sakramenten da, aber sicher nicht nur. Gott geht auch mit, wenn ich am Sonntag die Kirche verlasse oder gar nicht erst hingehe. Sie bleibt nicht einfach in der Kirche sitzen.
Mystik ist dafür ein grosses Wort. Die meisten denken, wenn sie es hören, an ferne ehrwürdige Gestalten aus dem Mittelalter: Hildegard von Bingen, Meister Eckart, Teresa von Avila. Eigentlich bedeutet Mystik aber hier und jetzt, die Lebendigkeit Gottes ernst zu nehmen, auf Gottes Gegenwart immer und überall gefasst zu sein. Wie gesagt: Nach einer scholastischen Definition ist Mystik "cognitio Dei experimentalis" - "Gotteserkenntnis aus Erfahrung" - Experimentieren mit mir und meiner Beziehung zum Sinn des Ganzen, zum grossen kleinen lebendigen mitwandernden gegenwärtigen allgegenwärtigen Gott.
Es gibt in der Nähe des Begriffs "Mystik" noch andere verwandte Wörter, die uns vielleicht vertrauter sind: Frömmigkeit, Spiritualität, Achtsamkeit. Dorothee Sölle sagt: Mystik und alle diese verwandten Wörter benennen "die Seele jeder
Religion" 1
Das PriesterInnentum aller Gläubigen
Natürlich wird jeder Theologe bestätigen, dass es keinen Ort gibt, an den Gott nicht reicht und wir also immer und überall mit Gottes Dasein rechnen sollen. Vor allem die reformierten ChristInnen haben auch gewisse kirchenrechtliche und theologische Konsequenzen aus dieser Gewissheit gezogen: So sprechen wir zum Beispiel vom "Priestertum aller Gläubigen" und vom "weltlichen Gottesdienst", und nicht nur eingeweihte Menschen, sondern alle sollen die heiligen Schriften lesen. Die Ordination der reformierten Pfarrerinnen und Pfarrer ist deshalb ein ziemlich nüchternes Geschäft, das wenig oder nichts mit metaphysischen Weihen zu tun hat. Und die Zahl der Sakramente, das heisst der festgelegten priesterlichen Handlungen, in denen Gott gewissermassen von Amtes wegen da zu sein hat, wollte Zwingli auf Null herunter schrauben. Inzwischen hat man sich gemässigt. Es gibt jetzt immerhin zwei Anlässe im gottesdienstlichen Leben der Reformierten, die, wenn ich richtig informiert bin, den Namen "Sakrament" tragen: Taufe und Abendmahl. Aber was "Sakrament" in reformierter Tradition genau bedeutet, das konnte mir bis jetzt noch niemand einleuchtend erklären. Wir Reformierten nehmen es also vergleichsweise ernst, dass Gott frei ist zu sein, wo Sie will. Und das führt dann manchmal dazu, dass niemand mehr so genau weiss, wer was darf und wie es eigentlich richtig und ordentlich zugehen soll.
Diese Freiheit ist etwas Grossartiges. Sie ist ein wichtiger Grund, weshalb ich als Lutheranerin mich sehr wohl fühle in der reformierten Kirche. Aber sie macht auch Angst. Denn wenn jede und jeder frei ist, Gott auf ihre eigene Weise kennen zu lernen, wo bleibt dann die Ordnung? Wer soll wie beurteilen, was da wirklich Gottesbegegnung ist und was Scharlatanerie, Schwärmerei, Ueberspanntheit? Ordnung ist ja nicht einfach unwichtig oder spiessbürgerlich, denn wenn wir keine Ordnung und keine gemeinsame Ausrichtung (in der Kirche) haben, wie und wann und wo können wir uns dann treffen und wie sollen wir uns miteinander verständigen?
Dieser Konflikt zwischen Freiheit und Ordnungsbedürfnis prägt die Geschichte aller Kirchen, vielleicht sogar aller Religionen. Er lässt sich niemals endgültig lösen, und er ist auch hier an unserer Tagung präsent. Man kann ihn zum Beispiel gut studieren an der Geschichte der Auseinandersetzung zwischen Ulrich Zwingli und den TäuferInnen oder zwischen Martin Luther und Thomas Münzer und an unzähligen KetzerInnenbewegungen. Immer ging es darum, dass verschiedene Leute Gott unterschiedlich begegnet sind und es schwer wurde zu entscheiden, wie es von diesen unterschiedlichen Ausgangspunkten aus weiter gehen sollte.
Wenn es auf eine Frage keine endgültige Antwort gibt, dann bedeutet das allerdings nicht, dass die Frage sinnlos ist oder dass wir sie ängstlich umgehen müssen. Im Gegenteil: die Spannung zwischen Freiheit und Ordnung, zwischen Mystik und Amt, Sakrament und Allgegenwart Gottes hält unsere Kirchen und unsere Seelen lebendig. Sofern es uns gelingt, sie gewaltlos anzugehen.
Bevor ich jetzt näher darauf eingehe, was Gotteserfahrung im Alltag, also Mystik, für uns heute bedeuten kann und wie sich die Spannung zwischen Ordnung und Freiheit heute realisiert, möchte ich noch einmal einen kleinen Ausflug in die Geschichte unserer Kirche machen. Dieser Ausflug scheint mir für das Verständnis unserer Gegenwart, speziell für Gottesbegegnungen in dieser Gegenwart wesentlich zu sein:
Grosse Freiheit - in männlich definierten Grenzen
Obwohl für die Reformatoren die Freiheit und Lebendigkeit Gottes, wie gesagt, sehr wichtig war, haben auch die Reformierten mehr als vier Jahrhunderte gebraucht, um einzusehen, dass auch Frauen Pfarrerinnen sein können. Zwar bedeutete ihnen die Ordination irgendwie fast nichts mehr, aber dann doch wieder zuviel, um sie den Frauen zugänglich zu machen. Denn damit hätte man ja zugegeben, dass Gott auch in weiblicher Predigt oder in weiblicher Seelsorge da ist. Obwohl Gott ja eigentlich überall sein kann? Aber doch nicht in einem weiblichen Amt, wo doch Frauen gar nicht geeignet sind, die Schrift zu lesen und auszulegen? Oder können weibliche Menschen all das vielleicht nur zuhause im Familienkreis? Warum aber schloss man sie aus dem Pfarramt aus, wenn es doch Gott frei steht zu entscheiden, wo Er in wem wirken will? - Warum auch die Reformierten so lange so viel Angst vor den Frauen und ihrer Beziehung zu Gott hatten, darüber will ich jetzt nicht spekulieren. Man kann sich das einfach als patriarchalische Konvention erklären, aber wahrscheinlich steckt mehr dahinter.
Wie dem auch sei: Inzwischen gibt es Frauen im Pfarramt, und die Welt ist ebenso wenig zusammen gebrochen wie die Kirche. Wir Frauen, die wir Jahrhunderte lang als niedrig und gottfern, als anfällig für Spezialsünden und schwach im Geiste galten, haben jetzt Zugang zu diesem Amt, von dem eigentlich nicht klar ist, was es angesichts des PriesterInnentums aller Gläubigen bedeuten soll. Manche meinen, damit habe sich im Grunde nichts geändert. Ich bin da anderer Meinung. Ich meine, es hat sich viel geändert dadurch, dass Frauen jetzt auch offiziell autorisiert von oben herab sagen können, dass Gott gross und klein und lebendig und noch viel mehr und frei ist und lebt und mit uns geht.
Zum Beispiel müssen Frauen ihre Gottesbegegnungen jetzt nicht mehr "mystisch" nennen. Dass viele beim Stichwort "Mystik" zuerst an grosse historische Frauengestalten wie Hildegard von Bingen oder Mechthild von Magdeburg oder Marguerite Porete denken, das hat ja damit zu tun, dass Frauen gar nicht von Amtes wegen öffentlich von Gott sprechen durften. Wenn sie sich dennoch hören und sehen lassen wollten, dann mussten sie, jede einzelne immer wieder neu, plausibel machen und offiziell von der Obrigkeit bestätigen lassen, dass sie in einer Vision oder einem Hörerlebnis Gott unmittelbar begegnet waren. Mystik und Amt waren Jahrhunderte lang gewissermassen zwei unterschiedliche Schienen, Gott in der Welt zur Sprache zu bringen. Das Amt war per Gesetz an Männlichkeit gebunden, die Mystik stand zwar auch Männern offen, wurde aber logischerweise symbolisch weiblich besetzt, weil es die Frauen waren, die diesen Weg beschreiten mussten, wenn sie nicht stumm bleiben wollten.
Als ein Ergebnis dieser historischen Entwicklung kann ich festhalten: Mystik war historisch oft die Methode von Frauen, öffentlich von Gott zu sprechen. Auch dies ist ein Grund dafür, dass viele ängstlich oder misstrauisch oder aber krampfhaft verharmlosend auf den Begriff "Mystik" reagieren und andere, wenn sie ihn hören, in eine manchmal etwas übertriebene Begeisterung ausbrechen. Mystik ist, historisch betrachtet, eine zumeist weibliche Ordnungswidrigkeit. Sie lief über Jahrhunderte lang sozusagen "neben der Schiene", weil Frauen gezwungen waren, "neben der Schiene" zu laufen. Und weil es gewisse Vorurteile gegenüber Frauen gibt, zum Beispiel sie seien allzu gefühlvoll, unzuverlässig, schwärmerisch und unlogisch, deshalb projizieren viele bis heute solche Eigenschaften auch in die Mystik. Aber ebenso wenig wie Frauen schwärmerischer Schall und Rauch sind, ist Mystik blosse Gefühligkeit. Mystik ist ein Weg, ein anstrengender Weg, der durch ganz verschiedene Landschaften führt, mal steil bergan, dann wieder durch flache Wüstenlandschaft oder unübersichtlichen Urwald. Mystik ist nicht weiblich und nicht männlich, sondern eine Lebensaufgabe, die für jeden Menschen eine einzigartige Gestalt annimmt.
Um das Erfahren und Denken der Frauen, das man lange "Mystik" nannte, wieder in die allgemeine Geistes- und Theologiegeschichte zu integrieren, haben wir schon Ende der Achtziger Jahre in der Herausgeberinnenkommission des "Wörterbuchs der Feministischen
Theologie"2 entschieden, Hildegard von Bingen, Elisabeth von Schönau, Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn, Gertrud die Grosse, Margarete und Christine Ebner, Hadewijch, Birgitta von Schweden, Teresa von Avila und wie sie alle heissen, nicht unter dem Stichwort "Mystik", sondern als "Theologinnen" aufzuführen. Denn was diese Frauen getrieben haben, war Theologie: Sie haben die Schrift gelesen und ausgelegt, sie haben sich ihre Gedanken dazu gemacht, sie haben gebetet und sich strengen Regeln unterworfen, sie haben etwas Wichtiges gesehen und gehört und schliesslich von sich ausgehend von Gott gesprochen. Kein guter Theologe tut etwas anderes. Und auch Amtsträger tun dasselbe, bloss sind sie von einer Obrigkeit beauftragt und autorisiert und entsprechend stärker an die geltende Dogmatik gebunden. Diese Entscheidung für unser Wörterbuch war wichtig. Aber sie ändert natürlich vorerst nicht viel daran, dass die Grenze zwischen offizieller Männer-Theo-Logie und inoffizieller gefährlicher Frauen-Gottesrede weiterhin in vielen Köpfen existiert.
Heute gibt es aber Pfarrerinnen, und sogar Bischöfinnen. Weiblichkeit hat Einzug gehalten ins Lehramt, und damit hat sich an bestimmten Orten in der Welt das Ausgeschlossene mit dem Eingeschlossenen vermischt. Ich meine, damit hat sich viel geändert: Niemand kann heute mehr behaupten, Mystik sei das gefährlich unkontrollierbare weibliche Element an den Rändern der Kirche. Freie Gotteserfahrung lässt sich nicht länger in eine gleichzeitig verharmloste und dämonisierte Weiblichkeit projizieren. Mystik, cognitio Dei experimentalis, geht jetzt alle an, AmtsträgerInnen und andere. Sie ist eine Herausforderung und verlockende Möglichkeit für alle, die es mit Gott ernst meinen.
Mystik - von der Prophetie her verstanden
Was ist es nun aber, dieses Etwas, das die Kinder besonders gut verstehen, das Hildegard und Teresa und viele andere immer wieder aus engen Klostermauern und fixierten Regeln trieb, das wir verschieden nennen, aber niemals wirklich auf den Begriff bringen können? Was ist es, das einigen Leuten Angst macht, weil es sich nicht verwalten lässt, das andere mit harmloser Wohlfühlreligion verwechseln und im Esoladen kaufen wollen? Worin besteht diese Dynamik, die sich oft als eigenartige stille oder beredte Freiheit am Rande, aber nicht nur hier, ereignet, über die Dorothee Sölle und Jörg Zink im letzten Jahrzehnt dicke Bücher geschrieben haben und die Karl Rahner für die Zukunft des Christentums hielt? In allen Religionen, in allen Teilen der Welt, so heisst es, gibt es die Mystik, aber was kann sie sein, wenn sie sich zwar bestimmten Religionen zuordnen lässt, sich aber amtlicher Vereinnahmung doch immer wieder entzieht?
Wir werden sie auch heute kaum zu fassen kriegen. Aber dass sie sich nicht einfangen lässt, ist kein Grund, sie loszulassen.
Es gibt in der hebräischen Bibel ein Phänomen, das der Mystik nahe verwandt ist, das aber eigenartigerweise selten zum Verständnis späterer und heutiger Mystik herangezogen wird: die Prophetie. Ich möchte mich in einem nächsten Schritt anhand dieses Vergleichs, d.h. über die Existenzweise der ProphetInnen dem Phänomen Mystik annähern und dabei gleichzeitig ein paar Missverständnisse aus dem Weg räumen, die oft den Zugang zu eigenen Gottesbegegnungen verstellen.
Biblisch gesprochen ist die Prophetie und damit auch die Mystik ein Amt, und zwar wohl das bedeutendste unter den Aemtern des Volkes Israel: Nach Dtn 18 hat Gott es am Sinai eingesetzt, um der Bitte des Volkes nach einem Mittler oder einer Mittlerin zu entsprechen. Das prophetische Amt unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von anderen Aemtern im Volk Israel, zum Beispiel dem Richter- oder dem Priesteramt: es unterliegt keiner Nachfolgeregel. Das heisst: Prophetinnen und Propheten "erstehen" dem Volk, gewissermassen nach Bedarf. Wer der neue Prophet oder die neue Prophetin sein wird, das kann niemand wissen, das weiss nur Gott. Aufgabe der Prophetin ist es, zwischen dem furchterregenden Göttlichen und dem Volk zu vermitteln und die Beziehung zwischen Gott und dem Volk dadurch lebendig zu erhalten, dass er oder sie die Weisung der Tora in immer neue Gegenwarten hinein auslegt.
Ich vergleiche: Auch wer ein Mystiker oder eine Mystikerin sein wird, kann niemand im Voraus festlegen. Auch MystikerInnen "erstehen" dem Volk. Auch sie sind hingerissen von einem Ruf und von der Aufgabe, das Göttliche, wie es in der Tradition überliefert ist, in einer nie gekannten Sprache in eine unverwechselbare Gegenwart hinein auszusagen. Heute sind wir zwar vorsichtig geworden mit Begriffen wie "göttliche Berufung" oder "prophetische Begabung". Aber noch immer spricht man von "Charisma" oder von einer besonderen "Ausstrahlung" einer Person. Wir sagen im allgemeinen nicht ausdrücklich, wer da berufen oder begabt hat, weil wir uns seit der Aufklärung zu Recht scheuen, Gott leichtfertig für irgendwelche Ereignisse zu vereinnahmen. Es lohnt sich aber, darüber nachzudenken, was uns verloren gegangen ist, seit wir nicht mehr damit rechnen, dass Gott auch hier und heute Ihrem Volk Prophetinnen und Propheten "erstehen" lässt.
Die Prophetinnen und Propheten also waren hingerissen. Sie konnten sich dem Ruf nicht widersetzen, auch wenn sie oft Angst hatten und sich überfordert fühlten. Sie sahen etwas vor ihrem inneren Auge oder sie hörten Gottes Stimme zu sich reden, und damit waren sie unweigerlich beauftragt, sich hinzustellen und laut zu werden. Die Prophetinnen und Propheten machten Politik in göttlichem Auftrag. Sie rieten zum Beispiel dem König, nicht anzugreifen, dem Feind entgegenzukommen. Oder sie hielten den Leuten den Spiegel der göttlichen Weisung vor, wenn sie nur noch mechanisch Riten vollzogen, statt Gerechtigkeit zu üben. Wir würden heute sagen: die ProphetInnen taten das "aus innerem Antrieb" - von innen nach aussen. Damals hiess es: "in göttlichem Auftrag". Gleich geblieben ist die Vorstellung, dass da etwas an die grosse Oeffentlichkeit drängt, was zunächst als ein ganz persönliches Geschehen anfängt
Unter einem Mystiker stellen wir uns nun aber eher eine ganz nach innen gerichtete Person vor: eine Person, die sich von der Welt abschliesst, um sich ganz der Innenschau zu widmen. Aber dieses Bild ist falsch, es hat vermutlich auch mit dem Vorurteil zu tun, Mystik sei weiblich, also innerlich, persönlich, eine Privatangelegenheit zwischen mir und Gott. Die meisten MystikerInnen waren aber, wie die biblischen ProphetInnen, politisch tätig. Hildegard von Bingen korrespondierte mit Päpsten und Herrschern, machte grosse Reisen, hielt öffentliche Reden, war Naturwissenschaftlerin und Komponistin. Teresa von Avila gründete mehrere Frauenklöster. Die meisten bekannten MystikerInnen betätigten sich als Schriftauslegerinnen und Dichterinnen. Gerhard Tersteegen gründete ein grosses Liebeswerk, und die moderne Mystikerin Simone Weil befasste sich intensiv mit der Lebenswelt von IndustriearbeiterInnen. Wie die Prophetinnen und Propheten, so haben auch die meisten MystikerInnen wesentliche Anstösse zur gesellschaftlichen Veränderung gegeben. Von anderen Weltveränderern unterscheiden sie sich aber dadurch, dass sie nicht einer Ideologie oder Parteidoktrin folgen, sondern ihrer inneren oder eben: der göttlichen Stimme, die sie aus vorgespurten Bahnen mitten in ein unverwechselbares Welt-Engagement hinein wirft.
Wer verstehen will, was Mystik ist und dass sie traditionelle Grenzen überschreitet, ohne auf Tradition verzichten zu können, kann viel aus den Prophetenbüchern lernen. Ich lese als ein Beispiel die Berufungsgeschichte des Jesaja (Jes. 6, 1-8 ), in der eindrücklich beschrieben ist, wie Gott einbrechen kann in einen normalen Alltag:
"In dem Jahr, da der König Usia starb, sah ich Gott auf einem hohen und erhabenen Thron sitzen, und seine Säume füllten den Tempel. Saraphe standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckte er sein Angesicht, mit zweien bedeckte er seine Füsse, und mit zweien flog er. Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist Gott. Die ganze Erde ist voll seines Glanzes. Da erbebten die Grundlagen der Schwellen von der Stimme der Rufenden, und das Haus ward voll von Rauch. Da sprach ich: Wehe mir! Ich bin verloren! Denn ich bin ein Mensch mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volke mit unreinen Lippen - und habe Gott mit eigenen Augen gesehen. Da flog einer der Seraphe zu mir her, einen glühenden Stein in der Hand, den er mit der Zange vom Altar genommen. Und er berührte damit meinen Mund und sprach: Siehe: das hat deine Lippen berührt, und deine Schuld ist gewichen und deine Sünde gesühnt. Da hörte ich die Stimme Gottes, der sprach: Wen soll ich senden? Wer wird uns gehen? Ich sprach: Ich will's. sende mich! Und er sprach: Gehe und sprich zu diesem Volke: ..."
In dieser bekannten Bibelstelle sind viele Elemente des mystischen Erlebens vereinigt: Das Ueberraschende und Umwerfende der göttlichen Erscheinung, das Sich-Klein-Fühlen und Erschrecken, die Bildhaftigkeit und Sinnlichkeit des Erlebens, die sich nicht dogmatisch einsperren lässt, der konkrete Ruf an einen bestimmten Menschen, etwas Bestimmtes laut zu bestimmten Leuten zu sagen und die Einwilligung ins Unvergleichliche. Weil die biblische Prophetie seit vielen Jahrhunderten als Heilige Schrift kanonisiert ist, können wir den Eindruck bekommen, die Spannung zwischen unmittelbarer Gottesbegegnung und Dogma habe damals nicht existiert, denn es sei ja allen von vornherein klar gewesen, dass Jesaja ein wahrer Prophet ist. Diese Vorstellung ist ganz bestimmt falsch. Auch die biblischen Propheten mussten ankämpfen gegen Verleumdungen und Anfeindungen, auch gegen innere Zweifel und das Gefühl, viel zu unbedeutend und klein zu sein. Auch damals musste man Wege finden, um wahre von falscher Mystik zu unterscheiden. Und eine dieser Methoden ist eben die Kanonisierung, das heisst die endgültige Festlegung bestimmter lange umstrittener Prophetenworte in einer Heiligen Schrift. Auch Jesus Christus, für uns heute Prophet, Mystiker, Messias und Gottessohn in einem, ist bekanntlich dem Schicksal, von vielen für einen Gotteslästerer gehalten zu werden, nicht entgangen.
Beim Propheten Joel nun gibt es eine Stelle (Joel 2, 28-29), die mir für unser heutiges Thema besonders wichtig und herausfordernd erscheint. Sie heisst:
"Und nach diesem wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgiesse über alles Fleisch: und eure Söhne und Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume träumen, eure Jünglinge werden Gesichte sehen. Auch über die Knechte und über die Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgiessen..."
Wenn wir nun diese Aussage nicht einfach distanziert wahrnehmen als etwas, das einer längst vergangenen Zeit und fernen Menschen gilt, dann können wir in ihr die Vision einer Demokratisierung von Prophetie lesen. Und da ich nun - theologisch zu Recht, meine ich - Prophetie und Mystik eng zueinander gerückt habe, ist es auch eine Vision von der Demokratisierung des mystischen Erlebens. Joel sieht, dass sich irgendwann Gottes Geist ausgiesst über "alles Fleisch", über Frauen und Männer, Junge und Alte, Mägde und Knechte, vielleicht über uns heute. Damit ist sicher nicht gemeint, dass solch umwerfende Erlebnisse wie das bei der Berufung des Jesaja in Zukunft jedem und jeder alltäglich passieren. Das wäre viel zu anstrengend. Aber es ist gemeint, dass direkte Gottesbegegnung jeder und jedem möglich ist. Es ist nicht nur ein PriesterInnentum aller Gläubigen in Sicht, sondern auch ein ProphetInnentum aller Gläubigen, und Mystik für alle Gläubigen. Mit anderen Worten: keine kann sicher sein vor dem Anruf Gottes, und wenn sie sich noch so sehr in Kirchenbänken oder am heimischen Herd versteckt. Gott reicht überall hin. Unsere Aufgabe ist es, uns bereit zu halten, aktive Passivität zu üben, zu hören, unseres Herzens Ohr zu neigen, den Frieden zu suchen. Jeden Tag von neuem.
Wattwil, 2005-01-03
-
1 Dorothee Sölle, Art. "Mystik" in WFTh 2002.
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2 WFTh, 1. Aufl. Gütersloh 1991, 2. Aufl. 2002.
Prof. Dr.
Georg Schmid
1. Mystik ist die Liebe zu Gott oder die Sehnsucht nach dem Göttlichen, die
unmittelbares Erleben Gottes anstrebt, weil nur unmittelbares Erleben
überzeugt. Jede Vermittlung neigt dazu, sich selbst (Amt, Lehre, Buch...) zu
vergöttlichen.
(Offene Fragen: Hält der Mensch unmittelbare Begegnung mit Gott aus? Können
wir uns über die Paradiesesmauer schwingen‘?)
2. In ihrer Lehre räumen die Mystiker zuerst jede Vorstellung von Gott oder
dem Göttlichen aus dem Weg, (Kein Bild von Gott, ‘nicht so, nicht so‘, ganz
anders, sog. negative Theologie). Sie relativieren die religiösen Ämter.
(Problem: Mystiker sind kirchlich verdächtig und werden verfolgt.)
3. Als spiritueller Weg ist Mystik immer der Versuch, das eigene Bewusstsein
zu schärfen oder grundsätzlich zu verändern (Gott ist da, wir sind abwesend).
Ekstasemystik (Schamanismus, christliche
Charismatik, Hare Krishna, Rumi und die tanzenden Derwische) erleben Gott in
einer Art Trance. Präsenzmystik übt das reine,
klare Dasein (Bewusstsein ohne Gedankenwellen: klassischer Yoga, Achtsamkeit,
Wolke des Nichtwissens). Zen versucht das
diskursive (normale) Denken mit Sitzen (und Koans) zu zertrümmern.
(Wie tönt es, wenn man mit einer Hand klatscht?)
4. Vorher oder im unmittelbaren Erleben kommt es fast überall in der Mystik
zur Erfahrung, dass das Ich stirbt oder sich auflöst. Gott verwandelt die ihn
Erlebenden radikal. Dieser Tod des Ichs wird christlich in der Passionsmystik
(mit Christus sterben und auferstehen) und Liebesmystik (das Hohe Lied mystisch
verstandeni) angestrebt, im Hinduismus durch Alleinheitsgefühle und im alten
Buddhismus durch radikales Loslassen bis zum Erleben des Nicht-Ich (Anatta)
forciert.
(Anatta: Wenn ich zu nichts mehr in Beziehung stehe, bin ich nicht mehr).
5. Die Bereitschaft, das Ich aufzugeben, macht Menschen auf mystischen Pfaden
zu dankbaren Opfern für Sektengurus. Das Ich des Gurus ersetzt dann das Ich des
Schülers.
6. Jede Mystik ist einzigartig und jede auf ihre Weise gefährlich. Der Weg
zur Erleuchtung endet nicht selten in geistiger Verwirrung, in Gurukult (der
Erleuchtete ersetzt die ausbleibende Erleuchtung) oder in Überheblichkeit
(‘Ich bin erleuchtet‘).
7. Positive Wirkungen der Mystik sind: Kritik an den religiösen Äusserlichkeiten
(Ämter usw. ), Sinn fürs Erleben und Schweigen (Quäker), Toleranz gegenüber
anderen Formen der Mystik, Sinn für Persönlichkeitswandel, für Passion und
neues Menschsein, Freude am nahen Gott.
8. Mystik endet fast immer sanft oder deutlich pantheistisch: Gott ist alles
in allem. Christliche Mystik tönt oft auch pantheistisch (Angelus Silesius),
löst aber Gott nicht vollkommen in Welt auf und umgekehrt. Der Mensch bleibt
ein Gegenüber zu Gott. Selbstvergottung bleibt die zündende Idee der Schlange.
Dieses Unterscheiden von menschlichem Ich und göttlichem Du schenkt der
christlichen Mystik offenen Augen für die Welt.
Nach einer Vorlage der ref. Kirchgemeinde Horgen
3 Kerzen werden aus verschiedenen Richtungen zur Mitte getragen. Eine Stimme
sitzt irgendwo im Hintergrund.
1. Kerze:
Mein Licht heisst Frieden, es brennt ganz hell, weil
alle Menschen sich Frieden wünschen. Jeder macht Frieden mit dem andern, in der
Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Stadt, im Land. Wie schön ist
der Frieden!
Stimme:
Alles Gerede! Es gibt keinen Frieden. Sieh dich doch
um! Schon Kinder zanken überall, Eltern schimpfen und schreien sich an.
Jugendliche suchen Streit und auf den Strassen herrscht unter den Autofahrern
ein rücksichtloser Machtkampf. Politiker verleumden sich gegenseitig und Völker,
Rassen und Kulturen führen Krieg, selbst in grösster Not finden die Menschen
nicht zum Frieden. Nein, den Frieden haben wir nicht. Lösch dein Friedenslicht
aus!
Kerze wird gelöscht, Stille oder "traurige Musik"
2. Kerze:
Mein Licht heisst Hoffnung. Hoffnung ist es, die uns
alle wieder froh macht.
In aller Traurigkeit, Angst und Not haben wir Hoffnung. Wir schauen aus nach
besseren Tagen. Wir denken es wird wieder hell.
Stimme:
Es gibt keine Hoffnung. Worauf sollen wir auch hoffen?
Wird nicht alles immer schlimmer? Bereitet nicht einer dem andern jeden Tag
Kummer? Es wird immer dunkler bei uns. Die Zerstörung und die Finsternis
breiten sich aus. Lösch dein Licht aus! Begrab die Hoffnung!
Kerze wird gelöscht, Stille oder "traurige Musik"
3. Kerze:
Mein Lich heisst Liebe. Es leuchtet so hell, weil die Liebe allen Hass, allen
Unfrieden überwindet. Die Liebe hilft uns im Kummer. Sie schenkt die Versöhnung
nach dem Streit. Sie lässt uns Aussenseiter hereinholen. Sie macht unser Leben
hell und glücklich.
Stimme:
Zeig mir diese Liebe! Wo finde ich sie? Viele Menschen
sind einsam. Wer besucht die kranke Frau? Wer denkt an das hungernde Kind? Wer
hilft dem lernschwachen Jungen? Wer unterstützt die alleinerziehende Mutter? Wo
sind die Ehepaare, die einander treu bleiben? Sag wo ist die Liebe? Ich finde
sie nicht. Lösch auch dein Licht aus!
Kerze wird gelöscht, Stille oder "traurige Musik"
1. Wir stehen im Dunkeln.
2. Wo sind Frieden, Hoffnung und Liebe?
3. Wer rettet das Licht?
Eine vierte Person tritt dazu:
Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt:
1. Jesus sagt: Ich bin in die Welt gekommen um Frieden
Hoffnung und Liebe zu bringen.
2. Jesus sagt aber auch: Ihr seid das Licht der Welt, wer
zu mir gehört, ist auch ein Licht, er soll helfen die Welt hell zu machen. Er
soll Frieden, Hoffnung und Liebe weitertragen.
3. Die Lichter des Friedens, der Hoffnung und der Liebe
sollen wieder brennen. Sie sollen uns anstecken mit ihrem Leuchten.
Die 4. Person kommt mit einer brennenden Kerze und zündet die Kerzen
nacheinander wieder an:
4. Das Friedenslicht brennt in unserer Welt. Hass,
Krieg und Gewalt haben nicht das letzte Wort. Lassen wir uns anstecken von
diesem Licht, um Friedensstifter zu sein, denn selig sind die Friedensstifter,
sie werden Söhne und Töchter Gottes heissen.
Lied: Mache dich auf und werde Licht
4. Hoffnung ist kein leeres Wort. Es gibt eine
Hoffnung, auch für Menschen in grösster Dunkelheit. Denn in der Dunkelheit
kommt Gott selbst zur Welt und lässt neues Leben aufscheinen und wachsen, wie
im Stall zu Bethlehem. Auf diese Zusage hin wollen wir vertrauen und die
Hoffnung nicht aufgeben vielmehr Hoffnung geben, denn selig sind die Armen, die
Hungernden und Trauernden, denn ihnen gehört das Himmelreich und sie werden gesättigt
und getröstet werden.
Lied: Mache dich auf und werde Licht
4. Wenn Gott sich nicht aus Liebe immer wieder
verschenken würde, dann wäre schon längst alles Leben ausgelöscht. Aber die
Liebe ist da, fällt auf fruchtbaren Boden und wächst. Das sagt uns jede
Knospe, die aufbricht und neues Leben anzeigt. Das zeigt auch die gelebte
Solidarität mit den Opfern von Natur- und anderen Gewalten. Wir sind beschenkt
mit Liebe und Leben, wir wollen lernen uns aus Liebe zu verschenken, ohne uns
dabei zu verlieren, denn selig sind die Barmherzigen, sie werden das Erbarmen
Gottes erfahren.
Lied: Mache dich auf und werde Licht
1. Alle Lichter brennen wieder, mein Licht des
Friedens.
2. Mein Licht der Hoffnung.
3. Mein Licht der Liebe.
4. Jesus spricht: Ihr seid das Licht der Welt. Verbirgt
es nicht hinter Mauern falscher Bescheidenheit. Lasst euer Licht leuchten vor
den Menschen, damit man eure Werke sieht und Gott in den Himmeln preist.
Kanon: Mache dich auf und werde Licht
- Marianne Barth, Musikpädagogin
- Rita Kälin, Mediationslehrerin
- lna Praetorius, Dr. theol.
- Christine Schmid, Pfarrerin
- Georg Schmid, Prof.
- Susanne Wernly, Lehrerin (Büchertisch)
- Erika Holz, Ruth Müller, Marianne Schaffner, KiK ZÜRI

Unter einem Baume fand ich
...
Baumgeschichten
Samstag/Sonntag,
10./11. Januar 2004
Zu diesem bäumigen Thema waren die Mitarbeitenden in
der kirchlichen Arbeit mit Kindern zur Bolderntagung eingeladen.
Gleich zu Beginn wurden sie mit allen Sinnen in das
Thema eingestimmt. Waldsirup konnte gekostet werden, Früchte der Bibel galt es
mit der Zunge zu erkennen, die Füsse ertasteten im Erlebnisparcour verschiedene
Ebenen des Waldes, in Säcken konnten die Hände alles Mögliche aus dem Wald
erfühlen und am Tagungsbaum wurden die Erwartungen an die Tagung
angehängt.
Referate mit vielen Bezügen zur Literatur aufgelockert
durch fröhlichen Gesang und einige ganz praktische Workshops zur
Umsetzung der Baumgeschichten in dir Arbeit mit den Kindern bereicherten die
Teilnehmenden mit einer Fülle von Ideen.
Der Sonntag begann mit einem eindrücklichen und
bäumigen Gottesdienst und so kehrten die Tagungsteilnehmenden voller Ideen und
reich erfüllt in ihre Gemeinden zurück.
Erika Hotz und Marianne Schaffner, KiK ZüRI
Visuelle Eindrücke einer gelungenen und
bereichernden Weiterbildung im Tagungszentrum Boldern.
Eine Tür öffnen zum Islam
Die
Tagung lockte über 100 Mitarbeitende in der kirchlichen Arbeit mit Kindern ins
Tagungszentrum Boldern.
Peter
Cunz und seinem Team gelang es unsere einseitigen Vorurteile, die von den Medien
beeinflusst sind, abzubauen. Dass die enge Auslegung des Koran mit dem
gesellschaftlichen Umfeld zusammen hängt, wurde sehr deutlich.
Ein
Einblick in die Wurzeln des christlichen Glaubens und seine Verwandtschaft
wie seine Unterschiede zum Islam, wurde durch die offenen Gespräche zwischen
Werner Schneebeli und dem Referenten Peter Cunz ermöglicht.

11. / 12. Januar 2003 im Tagungs- und Studienzentrum Boldern
Bettina Breuer, Musikpädagogin
Peter Cunz, Lehrbeauftragter des islamischen Ordens der
Mevlevi
Musliminnen: Bahar Dileme, Tülin Özgür, Anne Regard Cunz
Werner Schneebeli, reformierter Pfarrer, Präsident KiK Züri
Susanne Wernly, Büchertisch
Erika Hotz und Marianne Schaffher, KiK Züri
Visuelle Eindrücke einer gelungenen und
bereichernden Weiterbildung im Tagungszentrum Boldern.


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