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Sonntag, 25. März 2012, 10.00 - 17.00 Uhr

Evang.-ref.
Kirche Wallisellen
Säntisstrasse 1, 8304 Wallisellen
Eine Schatzkiste
voller Ideen für die Arbeit mit Kindern
mit Pfr. Tobias Arni und dem KiK-Verband
Lernen Sie die Menschen hinter den verschiedenen Angeboten
kennen und lassen Sie sich überraschen von der Vielfalt der
Möglichkeiten.
Zu dieser abwechslungsreichen Tagung laden wir alle
Mitarbeitenden in der kirchlichen Arbeit mit Kindern
(Fiire mit de Chliine, Kolibri, Katechetinnen) und
Verantwortliche aus Pfarramt und Kirchenpflege
herzlich ein.
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Flyer
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Sonntag, 3. April 2011
Evang.-ref. Kirche Affoltern am Albis
Bekenntnis
den Glauben buchstabieren
Rund 60 Personen
aus der kirchlichen Arbeit mit Kindern folgten der Einladung des KiK Züri zur
jährlichen Kantonaltagung zum Thema „Bekenntnis – den Glauben buchstabieren“ und
trafen sich am 3. April 2011 bei strahlendem Frühlingswetter in Affoltern am
Albis.
„Und ihr, für wen
haltet ihr mich?“ mit diesen Jesus-Worten aus dem Matthäus-Evangelium eröffnete
Pfarrer Werner Schneebeli den bewegenden Gottesdienst, der musikalisch im
wahrsten Sinn des Wortes stimmungsvoll mit dem Vokaltrio „Bügelfrei“ umrahmt
wurde. Nicht alle der phantastisch vorgetragenen Liedtexte dieser Musikgruppe
wurden verstanden, aber man nimmt „Bügelfrei“ dennoch ab, dass auch hinter den
afrikanischen Liedern ein guter Inhalt steckt. Ähnlich kann es ja auch mit dem
Glaubensbekenntnis sein. Man muss Worte nicht unbedingt voll verstehen, sondern
spüren und glauben, dass sie gut sind und tun.
In seiner
bekennenden Predigt führte Werner Schneebeli auf, dass wir Menschen heute die
Sprachbilder verloren hätten, um zu sagen oder zeigen, was wir als Christen
eigentlich glauben. Dies führte bei der reformierten Kirche zum Vorwurf,
bekenntnislos und damit profillos zu sein. Dabei ist es doch gerade in unserer
aufgeklärten Welt mit naturwissenschaftlichem Weltbild wichtig, dass wir uns zum
Glauben bekennen – zur Liebeserklärung von Gott an uns Menschen.
Werner Schneebeli
fordert somit sich und uns heraus, in aller Freiheit neu über den Glauben zu
reden. Worte, die es dazu braucht, finden sich in vielen alten und neuen
Glaubensbekenntnissen und nicht zuletzt auch in der Bibel.
Nach dem Apéro gab
uns Pfarrer Arend Hoyer Impulse zum Tagungsthema und zeigte verschiedene
Bekenntnis-Verse in Liedern auf. Obwohl im reformierten Gottesdienst vor rund
150 Jahren der Bekenntniszwang abgeschafft wurde, glaubt Arend Hoyer bei den
Reformierten am meisten schriftlich festgelegte Bekenntnisse gefunden zu haben.
Nicht ein einheitliches Bekenntnis fehlt uns, sondern die fehlenden
Streitgespräche über Theologie. In unserer zum Anbieter von Dienstleistungen
gewordenen Kirche vermisst Arend Hoyer die Streitgespräche über die Inhalte des
Glaubens. Er forderte deshalb auf, den Mut aufzubringen sich für Inhalte
einzusetzen und bekennend zu zeigen, wer die Reformierten sind und wofür sich
die Kirche in der Gesellschaft stark macht, ohne Angst vor Kirchenaustritten.
Bildlich führte
uns Arend Hoyer von Homers Weltbild mit Ober- und Unterwelt über Platos
philosophisches Weltbild bis zum bei Calvin typisch reformierten Bekennen als
Bekenntnis zur Schrift. Calvin schon forderte auf, mit Hilfe des Heiligen
Geistes die Bibel zu verstehen als persönliches Bekennen unseres Glaubens in
„wir, hier, jetzt und bis auf weiteres“. Das interessante Referat wurde mit
Zwischentönen von „Bügelfrei“ bereichert.
Nach dem feinen
Mittagessen konnten die Teilnehmenden in verschiedenen Werkstätten
weiterführende Impulse erhalten. Sie konnten sich wahlweise informieren und
austauschen über den Umgang mit dem Bekenntnis und Kindern, sich ein eigenes
Bekenntnis schriftlich oder malerisch-kreativ erarbeiten, sich im beim
verlockenden Frühlingswetter idyllischen Kirchengarten an stillen Orten mit
verschiedenen Bekenntnissen auseinandersetzen oder in der Singwerkstatt neue und
alte Lieder mitgestalten.
Ergebnisse aus der Werkstatt "Bekenntnis und Kind"
Ein Bücher- und
Materialtisch vom KiK-Verband wurde ebenfalls angeboten.
Nach dem
gemeinsamen Abschluss-Segen in der Kirche wurden die angeregten Gespräche sogar
im Zug auf der Heimfahrt weitergeführt.
Ich muss bekennen,
wer nicht dabei war, hat etwas verpasst!
Zum guten Gelingen
dieser Tagung danke ich allen Mitwirkenden.
Monika
Bünter


Sonntag, 18. April 2010
Wunder - unglaublich aber schön
mit Dr. theol. Hanspeter Ernst
Zürcher Lehrhaus
Evang.-ref. Kirche Effretikon
Tagungsbericht
Die Kantonaltagung des KiK
Züri zum Thema „Wunder –
unglaublich aber schön“ hat am 18. April rund 80 Mitarbeitende in der
Kirchlichen Arbeit mit Kindern nach Effretikon gezogen.
Im mit wunderschönen
Liedern umrahmten Gemeindegottesdienst
predigte Pfarrer Andreas Manig, dass Gott sich uns Menschen in seiner Liebe
zeigt, die sich in wunderbaren
Beziehungen unter den Menschen leben lässt.
Im anschliessenden Referat
ging Hanspeter Ernst vom Lehrhaus Zürich darauf ein, dass man bei Geschichten
von Wundern persönlich Stellung nehmen müsse.
Supernaturalistisch sind
Wunder gegen jede Naturrealität oder alle Naturgesetze, sie haben etwas mit
unserer Körperlichkeit zu tun - mit unseren Ängsten, Schwächen und Leiden.
Die Lebensfragen der Menschen heute sind die gleichen wie damals, aber uns fehlt
die Erfahrung, die Sprache im religiösen Bereich reicht nicht. Wenn sich der
Glaubende als Individuum mit allen Schwächen von Gott ernst genommen fühlt,
kann man das Wunder im Glauben lesen. Es ist ein unberechenbarer Bereich. Alles
was von Menschen beherrscht werden kann ist berechenbar, Wunder jedoch nicht.
Wir müssen von Gott her denken und die Welt so erfahren. Wunder haben aber auch
etwas problematisches, Gott kann zum Wunschgedanken werden.
Definition von
Wunder:
-
Ein Wunder ist ein
aussergewöhnliches Ereignis, das den Gang des Normalen durchbricht
-
Hinter dem Wunder steht
eine Absicht, die der menschlichen Verfügungsgewalt entzogen ist:
Es geschieht zum Heil des Menschen
-
Es hat dabei einen
Zeichencharakter und erfüllt für die Glaubenden seine Funktion, Gott als
seinen Urheber und das Heil als seine Intention erkennen und zur Geltung
bringen zu können
Jesus hat Wunder bewirkt.
Am Text aus Markus 9, 14-29 erklärte der Referent dies mit „alles ist möglich,
dem der glaubt“. Wer sich die Mühe nimmt und
biblische Texte genau liest, sieht,
dass Gott im Glauben erfahrbar wird und den Menschen heilend helfen will. Dies
kann konkret im Alltag erfahren werden. Das lernt man aus den Wundern erzählt
unter der Voraussetzung des Osterglaubens und in der Erkenntnis der Erfahrung
der Menschen des Alten Testamentes mit Gott.
Zusammenfassend lautet die
These von Referent Hanspeter Ernst:
Wunder ist ein Verwunderung hervorrufendes
aussergewöhnliches Ereignis, das eine überraschende Wende zum Heil heraufführt
und darin für die Glaubenden auf Gott als den Grund der Wirklichkeit verweist.
Nach einem wunderbaren Mittagessen zeigte
Annemarie Schwegler in ihrem Workshop, wie man mit Bildern Kinder abholen,
sammeln und still werden lassen kann. Sie gab wertvolle Ideen für den
(didaktischen) Umgang mit verschiedenen Bilderarten.
Im Workshop „Singen“
konnte mit Andreas Manig zum Bespiel
das „Unser Vater“ gerappt und weitere Lieder mit Klangrohren oder Cajon
rhythmisch begleitet werden.
Irene Briner faszinierte
die ZuhörerInnen in ihrem Workshop mit erzählten Märchen und zeigte auf, dass
in Märchen oft dieselben Symbole dargestellt werden wie in biblischen
Wundergeschichten. In Märchen wie in Bibelgeschichten kommt das Leben vor.
Hanspeter Ernst analysierte
in seinem Workshop mit den Teilnehmenden Wundergeschichten mit seinem wunderbaren
Fachwissen.
Im
gemeinsamen Tagesrückblick konnte der „Gwunder“
auf die nicht besuchten Workshops gestillt werden und die Teilnehmenden dürfen
auf einen wunderbar erfüllten Tag zurückblicken.
Mit grossem Dank an alle für
die Organisation dieser wundervollen
Tagung Beteiligten freue ich mich bereits auf die nächste Tagung des KiK Züri
am 3. April 2011 in Affoltern am Albis.
Monika Bünter

Verband
der Mitarbeitenden im Bereich “Kinder in der Kirche“
im
Kanton Zürich
Locker sein, aber nicht locker lassen
mit
Hans Fluri
Akademie
für Spiel und Kommunikation Brienz am See
Spielerische Zugänge zu biblischen
Werten
Sonntag, 19. April 2009
An
diesem Tag läuteten die Glocken der reformierten Kirche in Winterthur-Töss
den Gottesdienst zu unserer alljährlichen Kantonaltagung und Weiterbildung ein.
Pfarrer Christian Eggenberger begrüsste die KiK-Leute und seine Gemeinde
im Talar und zum Ausdruck nachösterlicher Freude mit farbenfroher Stola.
Mit dem Lied Nr. 75 aus dem Kirchengesangbuch begannen wir den
Gottesdienst.
Im
Spiel, nicht in der Vernunft und Pflicht, kommt die Weisheit zur Geltung!
Pfr. Eggenberger stieg mit einem Interview mit Esther Burkhard,
Vorstandsmitglied des SSV und des KiK Zürich, zu ihrer persönlichen Beziehung
zum Spielen früher und heute, ein.
Heute gilt vermehrt: Alles, was nichts nützt, kann man fallen lassen.
Singen, ein Instrument spielen und kirchlicher Unterricht nützen fürs Leben
nicht wie Lesen und Rechnen, also kann man diese Fächer getrost aus dem
Stundenplan streichen. Aber der Mensch ist nicht in erster Linie da, um nützlich
zu sein!
Gott hat zu seiner und unserer Freude die Welt erschaffen. Wir sollen uns
zuerst einmal an der Schönheit der Welt erfreuen!
Im Spielen gewinne ich Freiheit und entdecke viele Möglichkeiten. Ich
kann atmen, mich freuen, kann jemand anders sein. Ein Spiel hat ein Anfang und
ein Ende. Unser Leben ist ein Spiel. Wir sollen dieses ernst nehmen, aber nicht
todernst. Pfr. Christian Eggenberger hat mit sehr treffenden und humorigen
Worten und stimmigen Beispielen das Thema unserer Tagung aufgegriffen.
Herzlichen Dank.
Danach empfing uns Hans Fluri im Kirchgemeindehaus unter dem Titel:
Spielend
Kontakte schaffen.

Ihm sind drei Dinge wichtig! Kontakt,
Lebensfreude, Anwendung. Mit
Spielen schafft man Kontakt, Lebensfreude und den Willen, es auszuprobieren und
erhält so Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Wir sind auf der Welt um
herauszufinden, wie „es“ läuft. Wir müssen schauen, dass Kinder ihre
Aggressionen einsetzen können. Dann brauchen sie keine Tabletten. Rituale sind
besser als Ritalin! Hans Fluri stellte eine Reihe für mich neue, lustige,
interessante und die Neugier weckende Spiele vor. Diese konnten auch alle in
reichlich vorhandener Menge käuflich erworben werden. Ebenso erwartete uns ein
gut bestückter Tisch des KiK-Verbandes aus Berg am Irchel.
Bei etwas „schwierigen“ Spielen kann ein Kind und wir, lernen, die
Frustrationstoleranz zu üben und auszuhalten. Jedes Spiel fördert die Konzentration. Man darf einfach das Ziel
nicht aus den Augen verlieren!
Ganz lustvoll und ohne Hemmungen wurde nun ausprobiert und geübt. Lautes
Lachen und Jubel zeigten Spass und Erfolg an. Mozart hat gesagt, man muss lange
üben, bis es einfach aussieht. Viele Spiele funktionieren tatsächlich am
Besten mit dem Motto: Locker sein aber
nicht locker lassen.
Nach einem liebevoll geschöpften und vorzüglich mundendem Mittagessen,
wurden wir noch mit Kuchen und diversen erfrischenden Köstlichkeiten verwöhnt.
Auch in den Pausen durften wir uns jeweils mit Kaffee und Getränken versorgen.
Die Gastgeber haben sogar extra passend zu unserem Thema, Tischsets angefertigt.
Leiterli- und Gänsespielvorlagen wurden kopiert und laminiert. Mit unserem
herzlichen Applaus und kleinen
Blumenpräsenten, die von der Organisatorin des Anlasses und KiK
Vorstandsmitglied Marianne Bär, überreicht wurden, zeigten wir unseren Dank.
Mit neuen Kräften und wachen Sinnen starteten wir in den Nachmittag und ins
weitere Programm.
Spielend
Aussenseiter integrieren
Bei strahlendem Sonnenschein erhielten wir dazu draussen viele Anregungen
unter spassiger Anleitung von Hans Fluri. Hier einige Beispiele:
- Mit
einfachen Spielen im Kreis den Bewegungsdrang der Kinder ausnutzen.
Allein, mit welchen Worten ein „neues Kind“ vorgestellt wird, hat schon
einen Einfluss darauf, wie es beurteilt und behandelt wird. Und wenn die
Maske fällt, kommt die Glanzseite zum Vorschein.
- Einen
Gegenstand in der Mitte liegend, beschreiben. Jeder sieht ihn anders. Alles
ist richtig. So kann eine vorgefasste Meinung und Ansicht revidiert werden.
- Mit Körperfiguren
und Geräuschen eine „Tinguely Maschine“ entstehen lassen und einen
lustigen Ball oder einen Ballon mit integriertem kleinen Wasserballon als
Gewicht, weiterwerfen. Denn so entsteht eine andere Flugbahn als gewollt,
und der Spass ist vorprogrammiert!
Werte
spielend erleben
Wir spielen häufiger als nicht! „Spielregeln“ sind nämlich all überall.
My
Life: So
heisst unser wichtigstes Spiel! Hans Fluri sagt: „Die Freude ist dabei unsere
körpereigene Droge, genannt Euphorie!“
Tipps
für den Unterricht
Das gewissenhaft Vorbereiten der
Lektionen ist das Eine, Bereitsein für
das, was die Kinder uns geben möchten, das Andere.
Wir müssen „spielen“ um den vielen Stoff vermitteln zu können. Doch
für jedes „Spiel“ braucht es einen guten Vermittler! Parasitenbewegungen
darf man getrost weglassen.
Nur das Wichtige zählt!
Man soll nicht zu früh aufhören, ein Kind zu sein, denn am besten kann
man mit Kindern arbeiten, wenn man selber eines gewesen ist.
Seine abschliessenden Worte: „Nicht alleine zu sein, hat eine hohe
Qualität, denn Beziehungen und Gesundheit sind das Wichtigste im Leben!“
Rundum zufrieden und froh und mit einem besagten Tischset bestückt,
begaben wir uns auf den Heimweg. Bestimmt dürfen in nächster Zeit viele Kinder
im ganzen Kanton Zürich von spielbegeisterten Frauen und Männern profitieren.
Ein besonderer Dank gilt Marianne Bär, die die Fäden für diesen
grossen Anlass gekonnt in Händen hielt und unserem KiK-Präsidenten Pfr.
Werner Schneebeli, der mit seinen Liedern zur Gitarre für gesangliche
Intermezzos sorgte.
15. Mai 2009
Susi Linder/Elgg
Sonntag, 13. April 2008
Mit Kindern Rituale feiern
Evang.-ref. Kirche Küsnacht ZH
Die Kantonaltagung „Rituale mit Kindern gestalten“ ist längst
Vergangenheit und viel Wertvolles bleibt mir und hoffentlich auch Ihnen in
bester Erinnerung. Der Gottesdienst führte uns anschaulich ins Thema
„Rituale“ und die reformierte Kirchgemeinde Küsnacht erwies sich als
liebenswürdiger Gastgeber. Pfarrer Werner Scheebeli wurde ein weiteres Mal in
seinem Amt als Präsident des KiK Züri bestätigt. In Pausen und beim guten Mittagessen konnten
Kontakte aufgefrischt und neue geknüpft werden. Der Materialstand des
KiK-Verbandes wurde rege benutzt und Martin Bosshard führte uns mit einem
Referat in das Wesen des Rituals ein. Immer wieder lief uns die Zeit davon.
Dennoch führte uns Anne-Marie
Kupferschmied sicher durch die Tagung. Wir möchten hier noch einmal allen
herzlich „Danke“ sagen, für ihren Beitrag an das Gelingen der Tagung.
In einigen Punkten hat die Tagung nicht das bieten können, was die Einladung
versprach. Für die Workshops zur Erarbeitung von stufengerechten Ritualen blieb
kaum noch Zeit. Einige Teilnehmende standen in der Pause ratlos herum oder
entschieden sich frühzeitig den Heimweg anzutreten. Dieses „Ausfransen“
wurde dadurch noch verstärkt, dass wir vergassen, die Arbeit von Herrn Bosshard
zu verdanken. Für diesen Fehler entschuldigen wir uns bei Herrn Bosshard. Ein
verspäteter Dank sei hier nachgeholt.
Falls auch Sie unbefriedigt nach Hause gegangen sein sollten, möchten wir uns
auch bei Ihnen entschuldigen. Die Erfahrung ist ein „Lehrblätz“ für uns
– es soll nur noch besser werden!
Gerne lernen wir für kommende Tagungen noch mehr. Deshalb möchten wir Sie
ermuntern, sich mit Ihrer konstruktiven Kritik zu beteiligten und uns
mitzuteilen, was Ihnen auf dem Magen liegt. Einige von Ihnen haben das auch
schon getan. Zudem nehmen wir zündende
Ideen und Themen für eine nächste Tagung freudig entgegen.
15.
April 2007
Philosophieren
mit Kindern
Evang. - ref. Kirche
Zürich - Oberstrass
Erinnerungen
Nach einem vielseitigen und eindrücklichen Gottesdienst
wurden die 110 Teilnehmenden von der diesjährigen Gastgeberin, der
Kirchgemeinde Zürich-Oberstrass, nach Strich und Faden kulinarisch verwöhnt.
Die Köchin Frau Jeanette Näpfer und ihre Crew liessen es an nichts fehlen und
ihr Mann, Herr Armin Näpfer, war als Hauswart überall da wo er gebraucht
wurde. Nochmals herzlichen Dank.
Als Referentin war Frau Eva Zoller (Kinderphilosophin)
eingeladen. Sie lehrte uns das Handwerkzeug zum
Philosophieren mit Kindern.
Wichtiger Ausschnitt:
Religionen bieten Antworten – Kinderphilosophie sucht mit
Fantasie und Logik, mit Kopf und Herz nach Antworten, denen man sich anvertrauen
mag.
Philosophisches Handwerkszeug:
- Begriffe
klären (z.B. Himmel),
- subjektive
und objektive Meinungen unterscheid (ich / du / die Christen / die Muslime /
die Hindus denken z.B. so)
- Sich
durch Hinterfragen und Begründen vergewissern.
Philosophieren kann den persönlichen Glauben stärken!
Unhinterfragbare „Religion“ kann gefährlich sein!
Was ist der Mensch?
- Menschen
wollen wissen, verstehen, denken
- Menschen
müssen entscheiden, beurteilen, handeln
- Menschenhaben
Hoffnungen auf mehr…
Zum Wissen braucht es klare Begriffe, zum Entscheiden differenziertes Denken,
und um vernünftige Hoffnungen zu hegen, hilft das Philosophieren mit Kindern.
Lehren wir deshalb die
Kinder, wie man sich eigene, gut begründete Meinungen erarbeitet aufgrund all
des Wissens, das uns zur Verfügung steht – einschliesslich des fundierten
Wissens um religiöse Texte und Traditionen!
Drei stufengerechte Workshops wurden angeboten um das im
Vortrag gehörte zu vertiefen.
Gabi Schütz erläuterte,
was im religiösen Vorschulbereich an
philosophischen Elementen
einfliessen kann. (Beispiel: Jesus zieht in Jerusalem ein)
Margrit Stoll zeigte und übte
mit ihrer Gruppe die Kinderphilosophie-Methode für Unterstufe.
(Beispiel: Thema Freundschaft)
Eva Zoller erarbeitete in ihrer Gruppe wie philosophieren in
der Mittelstufe möglich ist.
(Beispiel: Thema Schöpfung / Entstehung)
Philosophische Themen sind all jene Fragen des
Menschseins, zu denen die Religionen zwar Antworten bereitstellen, die es zu
kennen, aber auch mit eigenem Denken zu durchdringen gilt. Und dies können
Kinder mit unserer Hilfe schon sehr früh beginnen.
Pfarrer Daniel Frei rundete die Tagung mit einer kurzen Zusammenfassung ab und
zum Abschluss sprach Anne-Marie Kupferschmid den Segen.
Wämir jetzt usenand gönd Gott, simer erfüllt mit Ideä,
mit Fröid und mit Chraft.
Wämir jetzt usenand gönd Gott, hämir vill glehrt, vill
erfahre und vill Gmeinschaft erläbt.
Wämir jetzt usenand gönd Gott, wünsch ich öis allne
Vertroue i dini Liebi, i din Schutz und i dini Gnad.
Wämir jetzt usenand gönd Gott, bis du Vater und Mueter, öise
Begleiter im Alltag, bis du Jesus Christus öises Liecht uf em Wäg, bis du
Heilige Geist öisi Chraft zum Läbe.
Gott sägne und bhüet öi.
Amen.
Mit diesen Erinnerungen hoffe ich Viele „gluschtig“ gemacht zu haben,
im 2008, an der Kantonaltagung teilzunehmen.
Anne-Marie
Kupferschmid
Genaues Wahrnehmen
und
differenziertes
Denken
ermöglichen
klarere Begriffe und
Erkenntnisse
z.B. darüber, was
subjektive oder
objektive
Wahrheiten sein könnten.
Wie können wir (Wert-)Urteile fällen,
die mehr als
subjektive Wahrheit beanspruchen dürfen?
-
Was
ist der Mensch?
-
Wer bin ich?
-
Und
wer bist du?
-
Wie sollen wir sein?
-
Was
sollen wir tun?
-
Was darf / soll man (nicht) tun?
-
Warum eigentlich?
-
Was kann
man mit Sicherheit wissen?
-
Was ist wahr / real?
-
Wie gibt es ... ?
-
Worauf dürfen
wir hoffen / vertrauen?
-
Woher kommt alles?
-
Wohin gehen wir?
-
Vom
Sinn unserer Gefühle
-
Freundschaft
-
Liebe
-
Angst
-
Wut
-
Trauer
-
Neid
-
Rache
-
Reue...
Workshop 15.04 07, Frau G. Schütz
Einstieg:
Ich gebe seit rund 23 Jahren Kindergarten, seit gut 14 Jahren
Religionsunterricht Unter-Mittel und Oberstufe, und seit 10
Familiengottesdienste und Oekomenischegottesdienste.
Meine Erstausbildung absolvierte ich als Sozialpädagogin (in
Zürich). Theologie und Religionsphilosophie war mein Zweitstudium und Theologie
mein Drittstudium (in Basel).
Anfangsinput:
Philosophieren im Fach Religion
Alltagsphilosophie ist Kinderphilosophie, es dreht sich um
das Denken in 3 Kategorien: Hand, Herz und Kopf, dies immer im übertragenen
Sinne.
Die religiösen Fragen kann man aus der Tradition, aus der
langen Geschichte der Menschen, die mit dem göttlichen Erfahrungen gemacht
haben, aus Sicht der Religionsstifter und aus philosophischer Sicht beantworten.
Philosophieren hilft mündig zu werden im religiösen
Bereich.
In der Altergruppe 3-7 streben wir aber keine Mündigkeit im
religiösen Bereich an, sondern möchten Brücken bauen zu neuen Horizonten, die
sich den Kinder durch die biblischen Geschichten eröffnen.
Die Bilder und Horizonte der Kinder in diesem Alter sind noch
ganz eng und auf der anderen
Seite, sind diese Kinder ganz im magischen Alter und kennen
wenig Grenzen der Möglichkeiten und Machbarkeiten. Es ist in diesem Alter fast
alles auf magische Weise machbar. Tote stehe wieder auf, man kann alles flicken,
was zerbrochen wurde usw.
Wir und auch ich verfügen seit längerer Zeit über vielfältige
Resultate im Philosophieren mit Kindern. Mit grösseren Kinder, ab 7 Jahren,
kann man schon ganz viel andenken und über religiöse Themen denken.
Nun haben wir hier im „Fiire mit de Chline“ eine
Kindergruppe, die auch in der Lage ist zu denken, wenn auch im kleineren
Horizont.
1. Uebung:
Erkennen/was
wissen wir/ Kopf
Alle TeilnehmerInnen können aus den 4 Körben den
verborgenen Gegenstand in die Hand nehmen, aber so dass es niemand sehen kann,
was man in der Hand hält.
In 4er Gruppen soll man nun zusammen stehen und diese Ding in
der Hand beschreiben, man darf aber nie den Namen des Gegenstandes benützen.
1)
Wie fühlt sich es an?
2)
Wie schwer ist es?
3)
Wie ist die Oberfläche?
4)
Ist es eine homogene oder heterogene Masse?
5)
Woher kommt es?
6)
Wie alt ist es?
Alle haben den gleichen Gegenstand und doch ist er immer
wieder verschieden.
Jetzt werden alle Steine angeschaut und nochmals kann etwas
erzählen darüber. Wie sieht mein Stein aus? Wie tönt mein Stein? Wie riecht
mein Stein?
Kurzinfo:
Es ist immer der gleiche Gegenstand und doch ist er immer
wieder verschieden.
Diese Steinübung könnte ein Grundeinstieg mit den Kindern
sein. Es ist klar, dass nicht alle ihren Stein verborgen halten können, dass
ist aber nicht so schlimm. Für Kindern
in diesem Alter, wäre es schön, wenn man sich die Mühe nehmen könnte, ca. 20
sehr verschiedene Steine zu suchen.
Diese Uebung könnte wie ein Ritual immer vorangehen bei dem
„Fiire mit Chline“, so als Zeichen, heute wollen wir zuerst zusammen etwas
erraten/denken und dann schauen wir in die Geschichte.
Das Ziel dieser Uebung ist, die Kinder darauf aufmerksam zu
machen, dass der Stein als Objekt, der wirkliche Stein, den können wir
anschauen und erkennen, erarbeiten. Der Stein im Kopf, der den wir uns
vorstellen, der bleibt ein Geheimnis. Mein Kopfstein sehe nur ich so genau, auch
wenn ich ihn 100x beschreibe.
Solche Geheimnisse
finden wir in den Geschichten von Jesus und von Gott immer wieder. Hier kann man
den Einzug nach Jerusalem als Geschichte nehmen (wird heute vorgestellt), König
sein. Sind alle Könige gleich, sehen alle Könige gleich aus usw.
2. Uebung:
Etwas
beurteilen/was ist gut, was ist schädlich
Alle KursteilnehmerInnen finden
sich neuen 4 er Gruppen und immer eine Person bekommt ein Couvert mit Fragen
darin.
1. Teil
- Möchtest
du lieber von einer Schlange gefressen werden?
- Möchtest
du lieber von einem Fisch verschluckt werden?
- Möchtest
du lieber, dass ein Nilpferd sich auf dich setzt?
Hier müssen die 3 anderen im Kreis sich etwas aussuchen und
begründen warum.
- Möchtest
du lieber von einer Schlange geküsst werden?
- Möchtest
du lieber von einem Fisch geküsst werden?
- Möchtest
du lieber von einem Nilpferd geküsst werden?
Hier müssen die 3 anderen im Kreis sich etwas aussuchen und
begründen warum.
- Teil
- Möchtest
du lieber von einem Zug überfahren werden?
- Möchtest
du lieber von einem Lastwagen überfahren werden?
- Möchtest
du lieber ……..
Die TeilnehmerInnen versuchen selber diese Uebung zu ergänzen.
Kurzinfo:
Es sind immer ähnlich gefährliche oder skurrile Situationen
bei denen die Kinder üben können zu argumentieren. Sie müssen abschätzen,
was ist besser und warum ist es besser. Weiter können sie erkennen, dass jeder
Mensch sich verschieden entscheiden kann. Beim Beurteilen einer Situation oder
einer Begebenheit gibt es selten ein abschliessendes und endgültig geltendes
Urteil. Es fühlt sich immer verschieden an. Was für A jetzt stimmt, muss
für B nicht stimmen jetzt. Aber es gibt Situationen, bei denen die grösste
und beste Möglichkeit gefunden wurde, dass es für die meisten Menschen zur
meisten Zeit stimmt.
In den Geschichten bei
Jesus hören wir immer wieder von Menschen um Jesus, die sich Gedanken machen,
ist das gut, was Jesus jetzt macht oder ist das schlecht? Hier kann man eine
Geschichte aus wählen z.B. der verlorene Sohn, das verlorene Schaf usw. und
vorher oder nachher mit den Kindern überlegen, haben die Hauptdarsteller der
Geschichte gut gehandelt, sehen alle Menschen dies so, warum sehen nicht alle
Menschen dies so, wie sehen das die anderen Menschen usw.
3. Uebung:
Was gibt es noch
zu hoffen/ ein Ort finden wo man glauben kann/ Herz
Alle TeilnehmerInnen finden sich zu 4 er Gruppen zusammen und
bekommen wieder ein Couvert , in dem 4
Bilder sind. Wir schauen zusammen diese Bilder an und versuchen zu ergründen,
in wie weit ein Bild Hoffnung wecken
kann.
Diese Uebung kann für die Altergruppe 3-7 nicht durchgeführt
werden. Die Kinder sind in ihrer Welt noch eingebunden und eins. Sie kennen der
Begriff Träume oder Wünsche. Der Begriff Hoffnung ist in diesem Alter noch
nicht erschlossen und gefüllt mit Inhalt. Was wir erhoffen, ist in diesem Alter
nicht relevant.
Kurzinfo:
Hier geht es um ein positionieren. Sich in der Welt und in
der eigenen Welt im Leben einen Platz suchen. Dürfen wir hoffen, dass wir unser
Leben bewältigen? Schaut Gott auf mein Leben? Ist dieses Hoffen vernünftig? Bei
den Kinder 3-7 ist es eine Tatsache, dass Gott auf ihr Leben schaut, dass sie
ihr Leben richtig leben, sie leben im jetzt und hier.
Es kann lediglich ein ansprechen und antönen geben,
dass Erwachsene mit dem Glauben und der Hoffnung ringen. Die Kinder in dieser
Altersgruppe haben noch kein Verständnis für Zweifel im Glauben oder in der
Hoffnung.
Die Kinder können zum Thema Glauben (Hoffnung ist noch
nicht besetzt) viel erzählen, sie haben klare Ideen dazu, denn aus ihrer Sicht
sitzen sie fest an ihrem Platz in ihrer Welt, in der alles noch magisch möglich
ist.
Wichtig zu wissen bevor man mit Philosophieren in den
religiösen Themen beginnt:
Kinder im Alter 3-7 sind für abstraktes Hintergrundwissen
nur im geringen Masse zugänglich, wenn es um Religion geht. Sicher finden wir
bei den 4-7 jährigen grossen Wundernasen, die immer alles genau wissen wollen,
sobald es aber um Glauben und Wunder geht, hält die magische Welt sie gefangen.
Es gibt keine schwierigen Fragen, schwierige Fragen sind nur
immer subjektiv wahrzunehmen, objektiv gesehen ist jede Frage zu beantworten.
Allgemeines Ziel des Philosophierens:
Wir haben Wahrheit gesucht, haben sie nicht gefunden, morgen
diskutieren wir weiter (Sokrates)
Vielleicht ist uns eine Existenzerhellung gelungen (Jasper)
Ich habe etwas gehört, was ich noch nicht wusste, dann
hat man einen „Taschenlampeneffekt“, eine kleine Erhellung, dies wäre ein
Teilziel für dies Altersgruppe.
Ziel des Philosophierens im „Fiire mit de Chline“:
Wir versuchen bereits bekannte und gesetzte Begriffe zu
erweitern. Indem wir mit viel Bildmaterial jeweils einen Begriff erweitern, kann
die nachfolgende Geschichte aus der Bibel mit neuen Augen gesehen werden. Wenn
wir eine biblische Geschichte erzählen, so wir dies im magischen Alter eins zu
eins aufgenommen; so ist es! Wenn wir jeweils eine Begrifferweiterung im
philosophischen Sinne vor dem „Fiire mit de Chline“ machen, haben die Kinder
ein anderes Verhältnis zur nachfolgenden Geschichte.
3 Schritte beim Philosophieren
1) Erkenntnisse sammeln, was wissen die Kinder 3-7 schon
über dieses Thema/Gegenstand/Person usw.
2) Urteil bilden, was ist gut, was ist schlecht, was
wissen die Kinder 3-7 darüber
3) Darüber hinaus denken, was könnte das noch sein,
heissen, bedeuten usw.
Praktisches Beispiel:
„Fiire mit de Chline“ Einzug
nach Jerusalem Palmsonntag
Lektionsblatt abgeben
Folienblatt auflegen
Flipcart mit Ergebnissen
aufstellen
Filmsequenz zeigen.
Endaufgabenstellung:
Alle TeilnehmerInnen finden sich wieder zu 4 er Gruppen und
beginnen mit einer Ideensammlung zu:
Was für eine Person/Gegebenheit/Geschichte würde mich
interessieren oder könnte ich mir vorstellen mit einen philosophischen Ansatz
zu gestalten.
15. April 07, M Stoll
Kinderphilosophie als Hilfe für die
Arbeit mit Kindern in der Kirche
Ich habe das Philosophieren als
Einstieg in ein Thema des Unterrichtes, ins Thema der zu erzählenden biblischen
Geschichte immer sehr hilfreich gefunden.
Das Philosophieren
schaffte den Bezug zum Leben der Kinder, zu ihren eigenen Erfahrungen /
Meinungen / Erlebnissen.
Begriffe wurden geklärt.
Fragen wurden
gestellt, nicht nur an die Erwachsenen, sondern auch an die andern Kinder, die
Kinder kamen miteinander ins Gespräch, die Gespräche waren nicht nur
lehrerzentriert,
die Kinder lernten zu hinterfragen, nachzufragen
sie lernten ihre Meinungen zu begründen,
mit guten Gründen, nicht nur mit Vorurteilen oder Schlagworten
Beispiele aus meiner Praxis kurz
erzählen
Abraham war Nomade
Kinder nennen
Wohnort, gibt es Menschen, die nirgends wohnen, keinen festen Wohnsitz,
Fahrende, Obdachlose, Zirkusleute, …, Vorteile, Nachteile, wie wäre
das für Dich, empfinden das alle so, …….
In der Bibel steht oft: „Gott sprach zu Abraham“
Wie geht das, wie
stellt ihr euch das vor, Möglichkeiten.
Habt ihr selber schon
so etwas erlebt, davon gehört, nicht nur in bibl. Geschichte.
Solche einleitenden Gespräche waren meistens nicht im klassischen Sinn
philosophische Gespräche, nicht so, wie ich sie im Schulunterricht durchführte,
aber für mich waren die Techniken des Nachfragens, Nachhakens. Begründens,
Hinterfragens sehr hilfreich, um in ein Thema einzuführen, zu einem Thema
hinzuführen. Es war Meinungsbildung. „Was meinst d u dazu?“ „Wie stellst
D u Dir das vor?“
Ein praktisches Beispiel von
„Philosophieren mit Kindern“:
Thema:
FREUNDE / Freundschaft
Freundschaften in der Bibel:
z.B. David und
Jonathan; Maria und Martha, Freundinnen von Jesus; Jünger Jesu sind Freunde
Jesu; Lazarus; Freunde, die den lahmen Freund zu Jesus brachten (durchs Dach).
Was ist Freundschaft
– was ist ein Freund/in?
Arbeitsblatt
1
Partnerarbeit :
Die vorgeschlagenen Fragen des Blattes mit Nachbarn/Nachbarin
diskutieren.
Vergessen Sie dabei
nicht, allenfalls zu hinterfragen, was Kollegin sagt, und vor allem begründen
Sie Ihre Aussagen.
Mit Kindern würde
ich das im Kreis mit allen diskutieren. Heute ist die Gruppe dafür zu
gross, es könnten nicht alle, die möchten, mitreden, man könnte nicht genügend
aufeinander eingehen.
Anschliessend
allenfalls kurz Fragen der Teilnehmenden zu den Diskussionspunkten des
Arbeitsblattes beantworten.
Die
Freundschaftssonne : Merkmale für den Begriff „Freundschaft“ sammeln.
Im Plenum mit
Flipchart oder Tafel
Als Variante / als
Fortsetzung.
Anschliessend zur Ergänzung
des Sonnenbildes die Fragen des Arbeitsblattes 2
beantworten / diskutieren. (Oder je nach Zeit auch nur lesen oder nur
austeilen für den Eigengebrauch.)
Als Einstieg in ein
Thema eignet sich auch das sog. Brainstorming. Spontane Einfälle zum Stichwort
(Freunde, Zeit, Wahrheit, etc.) werden auf Zettel geschrieben und in den Kreis
gelegt. Unklare Zettel erklären lassen, begründen, weshalb dieser Zettel
dazugehört oder warum nicht.
Allenfalls ordnen
lassen nach Unterthemen.
Mit andern Augen sehen
Beinahe 100 KiK-Mitarbeiterinnen erlebten zusammen mit dem blinden Pfarrer
Jürg Spielmann und dem blinden Musiker Benjamin Blatter einen unvergesslichen
Sonntag in der Kirchgemeinde Bülach.
Nach einem eindrücklichen Taufgottesdienst und stärkender Verpflegung
wurden die Teilnehmenden sanft und sinnlich in die Welt der blinden Menschen
eingeführt.
Diese tolle Tagung war das Erstlingswerk von Anne-Marie Kupferschmid. Wir
danken Anne-Marie für die in jeder Hinsicht gelungene Tagung.

Singen - beten - glauben
 
Die letzte Kantonaltagung unter der Leitung von Monika Bünter erfüllte
Herz, Seele und Geist.
Die Themen: Singen – Beten – Glauben
haben 180 KiK-Mitarbeiter nach Wetzikon gelockt und wir wurden alle reich
beschenkt.
Schon das Eingangslied für den Familien-Gottesdienst, lustig und modern
vom Kinderchor gesungen, hat uns begeistert.
Das Vater Unser wurde mit Gebärden zu Musik
„gebetet“.
Der Sketch zum Thema „Wird unser Gebet erhört“ warf die Frage auf,
ob wir auf unsere eigene Kraft oder auf Gottes Hilfe vertrauen wollen. Die
Lieder und Gebete wurden durch verschiedene Formen wie Musik und Tanz, Gebärden
und Theater dargestellt.
Es war sehr eindrücklich und anregend, wie der ganze Mensch
miteinbezogen wurde.
Nach einer kurzen Pause hielt Pfr. Tobias Arni sein interessantes Referat
über das Beten. In einem ersten Teil sprach er über persönliches Beten, im
zweiten Teil über Beten mit und für Kinder.
Erfüllt mit Melodien und guten Denkanstössen spazierten wir zum Zentrum
Drei Linden, wo wir auch kulinarisch verwöhnt wurden.
Der Nachmittag begann mit der Wiederwahl unseres Präsidenten Werner
Schneebeli. Nach der einstimmigen Bestätigung bedankte er sich für das
Vertrauen und sprach spontan über die Freude an seiner Arbeit im Verband. Er
schloss mit einem Zitat aus dem Archiv des Sonntagschulverbandes aus dem Jahr
1944: „Das Singen in der Sonntagschule ist eine Hauptsache wie das Erzählen
von biblischen Geschichten. Legt den Kindern singend das Evangelium ins Herz.“
Anschliessend sang Bettina Breuer mit uns. Ihre engagierte Art riss uns
mit und die Nachmittagsmüdigkeit war sofort verflogen. Das Lied „Dänn bisch
du ganz bi mir“, welches sie für diesen Tag komponiert hatte, war ihr
Geschenk an uns.
Nachdem wir uns munter gesungen hatten, konzentrierten wir uns auf das Referat
zum Thema Glauben von Susanne Schmid-Grether. „Der Glaube ist eine
Lebenshaltung und drückt sich auch im Verantwortungsbewusstsein gegenüber der
Schöpfung aus“.
In der Pause konnten wir der Verlockung der Büchertische kaum
widerstehen. Noch einmal berührte uns Frau K. Müller-Sansto mit ihrem
ausdrucksvollen Tanz zum Lied „Von allen Seiten umgibst du mich, oh Herr“.
Zum Abschluss überraschte uns Pfr. Blum mit einer wundervollen
Bildermeditation. Die Wegzehrung war dann eine wahrhaftige, nämlich eine Kopie
der Bibelverse, welche der Bildermeditation zugrunde lagen.
Anneliese
Tschanen
Susanne
Schmid-Grether, Forschungsbeauftragte
und Geschäftsleiterin Büro Wetzikon,
- Studium
der Theologie in Basel und Zürich mit Lizenziatsabschluss
- Weiterbildung
am Institut für jüdisch-christliche Forschung an der Universität
Luzern
- Mitglied
des Verbandes Schweizer Fachjournalisten SFJ
Schoresch -
Schweiz, Zelglistrasse
11, CH-8620 Wetzikon, +41 (0)44 932 7355,
Herzlichen Dank der Evangelisch-reformierte Kirche Wetzikon für die
Gastfreundschaft.
"Macht Gott auch die Brücke?"

Eine tolle Tagung in der Stadtkirche Winterthur mit guter Stimmung und vielen
Anregungen für die Arbeit mit Kindern in der Kirche ist vorbei.
von Elisabeth Gutzwiller
Der Gottesdienst in der Stadtkirche Winterthur bildete der
Startschuss zur diesjährigen Kantonaltagung des KiK Züri. Ca. 200
MitarbeiterInnen der Kinderkirche sind der Einladung zur Tagung gefolgt.
Nach dem Gottesdienst vertieften wir uns dann im
Kirchgemeindehaus ins Tagungsthema. Mit seinem Referat hat Cla Famos, Dozent an
der theologischen Fakultät Zürich, die TeilnehmerInnen auf gute und
informative Weise in das Thema Palmsonntag, Pfingsten und Auffahrt mitgenommen.
In der heutigen, sehr veränderten Zeit, wo kirchliche Feiertage oft nur noch
als „Freitage“ genutzt werden und Traditionen dazu eher verschwinden, können
wir wieder vermehrt auf deren Bedeutung und auf das Evangelium von Jesus
Christus hinweisen. Es gibt uns die Chance, Unbekanntes wieder bekannt zu
machen. Der Versuch, neue Formen und Rituale zu finden wird uns ermöglichen,
diesen Tagen mit den Kindern einen anderen Rahmen zu geben. Cla Famos spannte
auch den Bogen zur Kinderarbeit und zeigte an einigen praktischen Beispielen,
wie wir die Kinder kreativ an diese Feiertage heranführen können.
Das feine Mittagessen lud ein, neue Kontakte zu knüpfen.
Nachher durften sich alle in den verschiedenen Workshops noch mehr Tipps zur
praktischen Umsetzung holen. Sei es ganz gezielt für die verschiedenen
Feiertage oder allgemein für die Arbeit mit den Kindern. Eine grosse Palette an
Ideen ist da zum Vorschein gekommen, und das Bedauern, an einer solchen Tagung
nie alles sehen zu können wurde da und dort hörbar.
Als Abschluss bekamen die TeilnehmerInnen kleine
„Leckerbissen“ der verschiedenen Workshops zu sehen, hören und zu spüren.
Ein
herzliches Dankeschön gilt allen, die zum guten Gelingen dieses Tages
beigetragen haben! Wir haben viel profitiert und freuen uns schon auf die
Umsetzung so mancher Idee.
Cla Reto Famos

Einleitung
Können Sie sich auch noch so gut an Ihre eigene Sonntagsschulzeit erinnern wie ich? Ich bin in Luzern aufgewachsen, und unsere Kirche war die grosse Lukaskirche ganz in der Nähe des Bahnhofs. Wenn ich zurückdenke, dann kommen mir ganz viele schöne Erinnerungen. Ich rieche das Zimmer wieder, wo wir Sonntagsschule hatten. Ich sehe den Gang, Ich spüre das Bastelmaterial. Ich sehe die Geschichten vor mir, die Bilder, die ich mir gemacht habe. Geht es Ihnen auch so?
Ich bin gerne in die Sonntagsschule gegangen, und auch in den Religionsunterricht. Und ich kann mich auch an Palmsonntag erinnern, an die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem, der Esel, die Palmen und die Leute, die ihre Kleider Jesus vor die Füsse legen. Ich kann mich noch gut erinnern an den Tag, an dem ich meine Eltern plötzlich fragte: Warum musste Jesus eigentlich sterben? Und ich fand es so traurig.
Aber ich kann mich auch gut erinnern, dass wir übers Wochenende oft wegfuhren. Über Ostern und Pfingsten auch. Wir waren im Tessin, wir waren in Graubünden, auf der Rigi. Auch da habe ich tolle Erlebnisse. Die Kirche war da weit weg.
Und ich kann mich erinnern, dass ich einmal nach dem Weihnachtsspiel nur ein kleines Geschenk erhielt. Weil ich im Unterschied zu anderen Kindern nicht jeden Sonntag in der Sonntagsschule gewesen war. Ich konnte es irgendwie verstehen, denn es wäre ja unfair den Kindern gegenüber gewesen, die regelmässig kamen. Aber es wurde mir eigentlich erst in dem Moment bewusst, dass ich nicht ganz dazugehörte.
Ich denke, dass meine Erfahrungen mit der Sonntagsschule nicht untypisch sind. Sie zeigen gewisse Spannungen auf, in denen unsere Angebote auch heute noch stehen.
"Macht Gott auch die Brücke?" Könnte man fragen. Natürlich nicht. Das heisst: Sicher kommt er auch mit uns, wenn wir die Brücke machen. Aber vielleicht müsste man anders fragen: Was machen wir als Kirche, als Kolibri-Verantwortliche, wenn so viele die Brücke machen? Und wie finden wir eine Brücke zu ihnen?
Um diesen Fragen auf die Spur zu kommen, möchte ich mit Ihnen zusammen zuerst überlegen, was denn dazu geführt hat, dass die kirchlichen Feste Palmsonntag, Auffahrt und Pfingsten heute so unbekannt geworden sind. Danach möchte ich Ihnen zeigen, was es mit diesen drei Festen überhaupt auf sich hat. Welche Bedeutung haben Palmsonntag, Auffahrt und Pfingsten, was hat man im Laufe der Kirchengeschichte mit ihnen verbunden und aus ihnen gemacht? Und schliesslich versuche ich ein paar Antworten auf die Frage zu geben: Was können wir denn heute eigentlich noch tun?
Wie wirken gesellschaftliche Trends?
Was ich in den siebziger Jahren als Sonntagsschüler erfahren habe, waren wohl erste zarte Ausläufer einer Entwicklung, die heute so richtig durchgeschlagen hat. Wie ist es dazu gekommen? Um dies zu verstehen, müssen wir einen Blick in die Soziologie werfen. Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr stark verändert. Und das hat auf unsere Arbeit enorme Auswirkungen gehabt. Ich möchte die wichtigsten Trends aufzählen:
Individualisierung
* Früher war man Teil einer Gemeinschaft, alle machten mit.
* Es gab einige wenige, aber grosse "Fraktionen", zB Ref.-Kath.
* Heute ist das Subjekt viel wichtiger als die Gemeinschaft. Jeder kann selbst entscheiden.
* Das ist eine gute Entwicklung, welche die evangelische Kirche aktiv unterstützt hat.
* Aber Folge: Jeder tut, was für ihn stimmt. Gemeinschaftssinn nimmt zum Teil erschreckend ab.
* Es hat keinen Wert, das mit einem konservativen Appell rückgängig zu machen.
* Wir müssen damit rechnen und dies berücksichtigen. Das heisst: unsere Angebote müssen "stimmen", sie müssen den Einzelnen (Kind und Erwachsene!) überzeugen.
Pluralsierung
* Von allem gibt es vieles!
* Früher im Dorfladen: Von allem ein Produkt.
* Heute: Jumbo, Mega, Giga, Big is beautiful, die Qual der Wahl.
* Früher: viel Zeit, ein Hobby.
* Heute: Wenig Zeit, viele Hobbies.
* Früher: Wenige Angebote für Kinder, überschaubar.
* Heute: Unübersichtliche Fülle, erschlagend.
* Reaktion: Ich kann mich nicht mehr binden. Ich muss ein bisschen von allem machen, damit ich nicht etwa etwas Wichtiges verpasse!
* Freizeitverhalten: Die Leute sind schon gar nicht mehr da an den Festtagen! An Ostern und Pfingsten ist das schon lange so. Der Trend der letzten Jahre geht klar dahin, auch an Auffahrt die Brücke zu machen. Auffahrt wird zu einem überlangen Wochenende, an dem viele wegfahren.
Differenzierung
* Wir leben in einer hochspezialisierten Gesellschaft, das ist ihr Erfolgsrezept.
* Früher: Kirchen waren für alles zuständig - von der Schule über die Heime und das Soziale bis zu den ökonomischen Fragen (Markt an Martini, etc.). Kirche war nicht eine spezielle Gruppe, sondern die umfassende Gemeinschaft, die Garantin für den Zusammenhalt des ganzen Staates.
* Heute: Kirche wird Spezialistin für Religiöses. Für alles andere gibt es andere Spezialisten: Freizeit, Sport, Gemeinschaft, soziales Engagement, sogar menschliche Wärme, Zuneigung und Verständnis!
Ökonomisierung
* Alle Lebensbereiche werden erfasst, damit auch die Beziehung zur Kirche.
* Einzelner fühlt sich als Kunde: Ich möchte eine religiöse Dienstleistung.
* Die zentrale Frage ist heute: Lohnt sich das für mich?
Säkularisierung?
* Lange ging man davon aus, dass das Religiöse in unserer Gesellschaft immer mehr verschwindet.
* Aber dieser Eindruck, der in den 80er-Jahren vielleicht aufkommen konnte, hat sich als falsch erwiesen: Die Religion lebt. Religiöse Fragen beschäftigen die Menschen sehr stark, am Fernsehen ist Religion jeden Tag ein Thema.
* Aber Achtung: Das heisst nicht, dass es eine Bestandesgarantie für unsere Kirche oder für das Christentum gibt!
Traditionsabbruch
* Was früher von Generation zu Generation weitergegeben wurde, verschwindet heute von einem Jahrzehnt zum anderen.
* ZB Bräuche, in katholischen Gegenden die Fronleichnamprozessionen, Maiandachten, etc.
* Biblisches Wissen und das Wissen um das Kirchenjahr haben massiv abgenommen. Viele wissen nicht einmal mehr, was es eigentlich mit Weihnachten auf sich hat!
* Aber Achtung: Traditionen sind immer schon "abgebrochen", dafür sind neue Entwicklungen aufgebrochen. Auch das Christentum erlebt weltweit gesehen grosse Aufbrüche! Nur bei uns sieht es - im Moment noch - anders aus.
All diese Trends führen zu unseren Schwierigkeiten. Aber vielleicht kann ein kleiner Blick in die Geschichte uns etwas versöhnen: Es ist nicht so, dass diese Feste einfach immer gefeiert und erst in den letzten 30 Jahren vernachlässigt wurden. Die Feste haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich.
Das Kirchenjahr
Wie entstand das Kirchenjahr
Es scheint uns heute, dass es das Kirchenjahr so, wie wir es heute kennen, mehr oder weniger schon bei den ersten Christen gegeben habe. Das ist aber nicht so. Die Feste des Kirchenjahres haben sich erst in einem Prozess entwickelt, der Jahrhunderte dauerte. Am Anfang hatten die ersten Christen noch überhaupt keinen eigenen Festkreis. Man lehnte sich an das jüdische Jahr an.
Der Grund für die langsame Entstehung des Kirchenjahres und der rote Faden im Kirchenjahr sind: Das Leben Jesu soll im Jahreskreis abgebildet werden. Das war ursprünglich nicht so, sondern ist das Resultat einer langen Entwicklung. Es gibt zwar überall Anklänge und Anknüpfungspunkte. Aber es ist z.B. alles andere als selbstverständlich, dass Weihnachten im Dezember liegt. Der genaue Geburtstermin von Jesus ist als historisches Faktum nicht bekannt. Dass man Weihnachten im Dezember zu feiern begann, hängt mit der Lichtsymbolik zusammen (Jesus als die Sonne der Gereichtigkeit, die auch durch das Dunkel der Welt nicht besiegt werden kann) und mit der Vorstellung, dass die Schöpfung im Frühling beginnt und deshalb auch Jesus als der Sohn Gottes im Frühlingsanfang gezeugt worden sei.
Der Osterfestkreis ist da schon besser abgesichert. Denn Jesus starb ja nachweislich vor dem Passafest, und das findet immer im Frühling statt. Weil das jüdische Jahr sich sowohl nach dem Mond- als auch nach dem Sonnenjahr richtet, verschiebt sich der Termin des Passafestes jedes Jahr ein bisschen. Das gleiche gilt für Ostern - obwohl zu sagen ist, dass sich der Ostertermin schon seit Jahrhunderten vom Passatermin ziemlich stark entkoppelt hat.
Als erstes entstand der Sonntag, und er war zwei Jahrhunderte lang das eigentliche Zentrum des christlichen Feierns. Jede Woche feierte man die Auferstehung des Herrn. Während der Zeit der Verfolgung war der Sonntag natürlich für die römische Gesellschaft ein Tag wie jeder andere. Deshalb musste man sich ganz früh am Morgen oder dann erst gegen Abend treffen.
Erst nach und nach hat sich das Osterfest im zweiten Jahrhundert eingebürgert. Ursprünglich lehnte man sich an den Termin des Passafestes an und feierte Ostern am 14. Nissanmonat. Der 14. Nissan ist aber nicht immer ein Sonntag, sondern fällt wie der 25. Dezember immer wieder auf einen anderen Wochentag. In Rom begann man um 200 nChr, erst am Sonntag nach dem 14. Nissan Ostern zu feiern. Damit verliess man die jüdische Praxis und band sozusagen das Jahrespassa an das Wochenpassa, an den Herrentag. Auf dem Konzil von Nicäa wurde dann der Ostertermin endgültig auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling festgelegt. Über die Jahrzehnte wurde das Fest dann immer stärker ausgebaut - es entstand der Osterfestkreis mit der Fastenzeit, der Karwoche und dem Osterfest.
Das Weihnachtsfest und der dazugehörende Weihnachtsfestkreis entstand erst im 4. Jht. Vorher kannnte die Christenheit ausser dem Osterfest keine Jahresfeste!
Andere Feste wie der Bettag oder der katholische Fronleichnam entstanden erst viele Jahrhunderte später.
Das Kirchenjahr mit seinen Festen ist durch die Jahrhunderte gewachsen. Traditionen sind gekommen und gegangen. Mit der Reformation gab es eine Rückbesinnung auf die Heilige Schrift, und damit ergab sich logischerweise eine Relativierung des Kirchenjahres. Man liess nur noch gelten, was biblische Grundlagen hatte. In den reformierten Kirchen war diese Tendenz noch stärker als bei den Lutheranern. Das hängt damit zusammen, dass Luther die Messe mit Eucharistie grundsätzlich übernahm, während in Zürich der Predigtgottesdienst zum normalen Gottesdienst wurde. Damit behiehlt die Liturgie und das Kirchenjahr im lutherischen Raum eine grössere Bedeutung.
Die Freikirchen haben zu den grossen Festen der Christenheit nur einen schwachen Bezug. Um das Kirchenjahr kümmern sie sich eigentlich überhaupt nicht. Sie verstehen sich als eine kleine Minderheit in einem Meer von Ungläubigen. Die Traditionspflege ist nicht ihr Anliegen. Das ist eigentlich schade.
In der katholischen Kirche sieht die Sache wieder anders aus. Da gibt es weltweit gesehen noch sehr viel Tradition. Aber in der Schweiz geht der Trend stark in Richtung Traditionsverlust. All die Veranstaltungen, die für den konservativen Katholizismus und die katholische Volksfrömmigkeit typisch waren (wie Fronleichnam, Maiandachten, Heiligenfeste, Marienfrömmigkeit, etc.) sind stark zurückgegangen und fristen nur noch ein Randdasein.
In der reformierten Kirche hat man immer Wert gelegt auf Schlichtheit. Die katholische Volksfrömmigkeit wurde als abstossend empfunden. Auch heute noch ist das wohl typisch für uns Reformierte. Wir stehen sozusagen zwischen der Freikirche, die sich um Kirchenjahr und seine Bedeutung fast gar nicht kümmert und der katholischen Kirche mit ihrem reichen und teilweise allzu reichen Traditionsschatz. Für uns ist die Bibel wegweisend, weil sie das Zeugnis von Jesus Christus ist. Das Kirchenjahr und seine Feste haben als Hinweise auf Christus ihre Bedeutung. Sie erinnern uns immer wieder daran, was für eine Bedeutung Jesus Christus für uns hat, dass er für uns gestorben und auferstanden ist und dass er uns in seine Nachfolge ruft. Wenn Feste uns dies wieder in Erinnerung rufen, dann sind sie zu begrüssen. Selbstzweck ist das Kirchenjahr nicht.
Das Kirchenjahr hat an Bedeutung stark abgenommen. Trotzdem sollten wir uns bewusst sein, dass es immer noch sehr wichtig und strukturell verankert ist. Die grossen Feste des christlichen Jahreskreises sind zugleich staatliche Feiertage. Sie sind damit ein Teil der christlichen Grundlagen unseres Gemeinwesens. Diesen Faktor dürfen wir nicht unterschätzen. Die Feiertage des Kirchenjahres sind ein ganz wichtiges öffentliches Signal. Allein durch die Tatsache, dass es diese Feiertage (immer noch) gibt, werden auch Kirchenferne immer wieder an die chritslichen Wurzeln der europäischen Kultur erinnert. Aus diesem Blickwinkel betrachtet muss man sagen: Wir tun sicher gut daran, diese Feste aus eigenem Antrieb zu pflegen.
Dazu kommt die pädagogische Bedeutung des Kirchenjahres, die wir auch nicht unterschätzen sollten. Das Kirchenjahr ist darauf angelegt, den Lebenskreis von Jesus Christus (Geburt-Leiden-Auferstehung) mit unserem Lebensjahr zu verzahnen und uns so die Möglichkeit zu geben, uns in einer Spiralbewegung immer tiefer in das Geheimnis der göttlichen Erlösung zu vertiefen. Durch die jährliche Wiederkehr entstehen Rituale, welche gerade für Kinder sehr wichtig sind und einen tiefen Eindruck hinterlassen können. Solche Rituale können in der Familie entstehen - klassisch: man geht zusammen in die Christnachtfeier - aber eben auch in der Gemeindearbeit und im
Kolibri.
Palmsonntag
Biblisches
Alle vier Evangelien berichten davon, dass Jesus vor seinem Leiden und Sterben auf einem Esel in Jerusalem einzieht und dabei vom Volk begeistert empfangen wird (Mt 21,1-11; Mk 11,1-11; Lk 19,29-40; Joh 12,12-19). Mt und Joh sehen darin eine Verwirklichung von Sach 9,9:
"Du Tochter Zion, freue dich sehr, und du Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin."
Jesus gibt sich hier also als König des Friedens und der Gerechtigkeit zu erkennen, wie ihn der Prophet Sacharja vorausgesagt hat. In diesem Einzug auf einem Esel vereinigen sich der königliche Anspruch und der Verzicht auf Macht und Gewalt. Das Volk versteht diese Botschaft und jubelt Jesus begeistert zu: "Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!" (Mt 21,9) Die Leute breiten ihre Kleider auf den Weg und streuen grüne Zweige vor Jesus aus (Mt 21,7f). Johannes berichtet, dass die Menge Jesus mit Palmzweigen entgegenkommt (Joh 12,12f).
Kirchengeschichte
Der Palmsonntag hat sich in der alten Kirche nicht überall gleichzeitig eingebürgert. In Jerusalem ist schon sehr früh eine Prozession entstanden, die an den Einzug Jesu erinnerte. Im Westen des römischen Reiches gab es diese Tradition zuerst noch nicht. Dort stand der Sonntag vor Ostern schon ganz unter dem Zeichen der Vorbereitung auf Ostern. An Ostern wurden die sogenannten Katechumenen getauft. Sie hatten eine lange Zeit der Vorbereitung und Unterweisung, das Katechumenat hinter sich. Am Sonntag vor Ostern wurden diese Taufbewerber mit dem Katechumenenöl gesalbt, und es wurde ihnen das Glaubensbekenntnis übergeben. Wegen der Salbung las man im Gottesdienst das Evangelium von der Salbung Jesu in Betanien (Joh 12,1-11). Die gleich anschliessende Einzugsgeschichte (Joh 12,12-16) wurde ebenfalls verlesen.
Erst nachdem wegen der Kindertaufe immer weniger Erwachsene getauft wurden, trat die Bedeutung des Erwachsenenkatechumenats allmählich zurück. Ab ca. 600 n.Chr. fängt die Bezeichnung Palmsonntag sich an einzubürgern, zuerst in Spanien und Gallien. Allerdings gab es zuerst noch keine eigenen Feiern des Einzugs. Die setzten sich erst ab ca. 750 n.Chr. ein, es war der Einfluss der Ostkirche, die diesen Brauch schon länger kannte. Gerade in Rom selber hatte es die Palmsonntagsprozession besonders schwer, sich durchzusetzen. Der Sonntag vor Ostern stand hier unter dem Thema des Leidens Christi.
Im Mittelalter wurden dann die Palmsonntagsprozessionen immer stärker ausgebaut und mit Aberglauben vermischt. Es mussten die Zweige mit Weihwasser besprengt werden. Die Zweige wurden anschliessend nach Hause genommen und zur Abwendung von allerlei Übel irgendwo aufgehängt. Man ass Knospen und Triebe geweihter Zweige, um Krankheiten vorzubeugen. Man steckte Palmzweige in Kreuzform auf die Äcker oder verbrannte sie, um damit Unwetter, Blitz und Hagel fernzuhalten. Man befestigte die Zweige im Haus oder am Kruzifix, um die Hausbewohner vor allen Übeln zu schützen. Und man hielt die Zweige für ein adäquates Abwehrmittel gegen Ungeziefer beim Vieh, Schadfliegen beim Gemüse und sogar gegen den Fuchs, der das Geflügel holen wollte! Meister Reinecke wird es gefreut haben.
Im evangelischen Bereich ist die Tradition des Einzugs mit Palmen oder anderen Zweigen nicht verankert. Auch die lutherische Liturgie kennt man keine besondere Feier des Einzugs Jesu in Jerusalem, auch wenn der 6. Sonntag der Passionszeit Palmsonntag heisst. Allerdings hat es im 20. Jahrhundert Versuche gegeben, eine Einzugsfeier im evanglischen Bereich einzuführen, z.B. in Kommunitäten. Aber richtig Fuss gefasst hat das bei uns nicht.
Möglichkeiten
Der Palmsonntag ist eine gute Gelegenheit, eine konkrete Geschichte der Evangelien zu inszenieren. Gerade für Kinder gibt es da viel zu erleben. Die Geschichte ist handfest, feierlich und spannend, weil das Leiden immer schon mitschwingt. Es würde sich sicher lohnen, den Sonntag vor Ostern in diese Richtung aufzuwerten, wo das noch nicht geschieht. Zum Teil ist der Sonntag von anderem besetzt, z.B. vom Gottesdienst des 3.Klass-Unti. Ich sehe hier ein grosses Potential, wo unsere Kreativität voll einfliessen kann. Natürlich nehmen wir Abstand von magischen Vorstellungen rund um Palmsonntag. Aber warum nicht Zweige basteln oder basteln lassen und in den Gottesdienst mitnehmen und am Schluss als Zeichen des Friedenskönigs zu Hause aufstellen?
Auffahrt
Biblisches
Die Himmelfahrt Christi wird im Neuent Testament unterschiedlich dargestellt.
Ursprünglich ist die Auferweckung Jesu und seine Entrückung zur Rechten Gottes als ein einziges Geschehen aufgefasst worden. Davon zeugen noch viele Stellen aus den Briefen des Paulus, den ältesten Schriften des NT (Röm 1,4; 8,34; 1Kor 15,20-28; Phil 2,9-11). Wenn Christus den Jüngern erschien, wurden diese Erscheinungen als Offenbarungen vom Himmel her empfunden. Später wurde es dann wichtig zu zeigen, dass es wirklich Jesus war, der sich als Auferstandener zu erkennen gab. Darum hat man seine Erscheinungen als Begegnungen mit dem ins irdisch-leibhaftige Leben zurückgekehrten Jesus geschildert und von seiner Erhöhung in den Himmel berichtet, die zu einem Geschehen wurde, mit dem die Zeit des Auferstandenen auf Erden abgeschlossen wurde. Diese Entwicklung sieht man im NT noch heute gut: In der Geschichte der Emmausjünger (Lk 24,51) und in Mk 16,19 wird Jesu Himmelfahrt noch als Ereignis am Ostertag selbst erzählt. Nach Apg 1,3 wird dagegen schon angedeutet, dass sich die Zeit der Erscheinungen des Auferstandenen über 40 Tage erstreckte. Apg 13,31 spricht Paulus davon, dass Christus den Jüngern "mehrere Tage" erschienen sei. Die vierzig Tage finden wir also nur an einer Stelle in Apg, während die Evangelien die Entrückung noch am gleichen Tag berichten.
Kirchengeschichte
In der frühen Christenheit gab es noch kein eigenes Himmelfahrtsfest. Man erinnerte sich natürlich an die Erhöhung Christi, die ja auch in den Glaubensbekenntnissen einen wichtigen Platz einnehmen ("aufgefahren in den Himmel, wo er sitzt zur Rechten des Vaters, von wo er kommen wird..."). Aber das Andenken war (was die Texte des NT ja eigentlich nahelegen) eng an die Osterfeier gebunden. In Jerusalem gab es eine Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg, wo nach der Überlieferung Jesus in den Himmel erhoben worden war. Auch in dieser Kirche wurde nicht am 40. Tag, sondern in der Osterwoche Gottesdienste gefeiert. Erst gegen Ende des 4. Jhts begann man mit der Feier des 40. Tags nach Ostern. Ab 450 setzte sich dieser Brauch dann überall durch. Wahrscheinlich war es die Hochschätzung der Zahl 40 und die Entsprechung zu den 40 Tagen der Fastenzeit.
Im Mittelalter entstanden viele dramatisierende Darstellungen. Es wurden Christusgestalten an einem Seil zur Decke hinaufgezogen und in einer Luke dem Blick der Gottesdienstbesucher entzogen. Zum Teil wurde anschliessend ein Bild des Teufels herabgeworfen und von den Umstehenden zerrissen oder zerschlagen, um den Sieg Christi über den Satan zu symbolisieren. An anderen Orten wurden Heiligenbilder, Äpfel, Oblaten oder Blumensträusse herabgeworfen. Regelmässig kam es zu Raufereien unter den Kindern, die um die Gaben stritten. Hinter dem sich anschliessenden Brauch des Wassergusses steht wohl keine tiefere Symbolik, sondern nur der Ruf nach Ordnung.
Heute
Auch wenn das Bibliodrama und Inszenierungen heute wichtige Impulse für das Gemeindeleben geben, ist bei übertriebener Theatralik Vorsicht geboten. Im Grunde genommen stehen wir mit einer verbreiteten Skepsis gegenüber allzu gegenständlichem Verständnis der Auferstehung dem Urchristentum näher. Oben und unten, Himmel und Erde sind Qualitätsbegriffe des Glaubens und mit räumlichen Dimensionen nur sehr bedingt abbildbar. Eine allzu "echte" Inszenierung kann heute schnell Lächerlich wirken.
Mir scheint es ratsamer, das Himmelfahrtsfest von Ostern her zu interpretieren. Also: Mehr das Wunder der Erscheinung, die Erfahrung, dass der Auferstandene den Jüngern - und uns allen! - begegnet. Und weniger Betonung des übernatürlichen Wunders, des sogenannten "Lift-Effekts".
Pfingsten
Biblisches
Pfingsten geht zurück auf die Darstellung in Apg 2,1-41: Die Jünger sind am 50. Tag nach Ostern in einem Haus versammelt und werden vom Heiligen Geist erfüllt und befähigt, in anderen Sprachen zu reden. Es ist das jüdische Wochenfest. Deshalb sind sehr viele Leute in Jerusalem, sie sehen das Pfingstwunder und viele bekehren sich aufgrund der Predigt des Petrus.
Kirchengeschichte
Trotz dieser starken biblischen Basis wurde der 50. Tag nach Ostern ursprünglich einfach als Abschluss der Osterzeit gefeiert. Im 3. Jahrhundert kam zuerst der Brauch auf, die Himmelfahrt zu feiern. In Jerusalem zB feierte man am 50. Tag beides: Geistesaussendung und Himmelfahrt. Um 400 setzte sich dann der heutige Festinhalt durch, Pfingsten wurde zu einem eigenen Fest.
Im Unterschied zu Ostern, Weihnachten und anderen Festen hat sich um Pfingsten wie um Auffahrt kein Brauchtum entwickelt. Zu nennen ist hier vielleicht der aus dem Mittelalter stammende Brauch, eine hölzerne Taube aus dem sogenannten "Heiliggeistloch" des Kirchengewölbes herunterzulassen. Zum Teil liess man zur Symbolisierung auch brennende Wergflocken auf die Gemeine herabschweben (oder in Sizilien rote Rosenblätter!). Die Ministranten waren dann mit allerlei Geräuschen für das "Brausen des Geistes" besorgt! Auch Lebkuchen oder gedörrtes Obst "regnete" es zuweilen - und auch da wird es wohl den einen oder anderen "Sprutz" Wasser gebraucht haben, um die streitenden Kinder wieder auseinander zu bringen.
Heute
Ein Brauch, der es wert wäre, auch heute weitergeführt zu werden, ist das Pfingstfeuer. Denn das Feuer ist neben dem Wind das wichtigste Symbol für den Heiligen Geist. Hier liesse sich manches anknüpfen. Es wäre auch zu überlegen, ob man eine Pfingstkerze schmücken könnte. Man könnte sie zusammen verzieren, an der Osterkerze entzünden und mit nach Hause nehmen. So hätten wir neben der grossen Osterkerze in der Kirche viele Pfingstkerzen "in den Häusern hin und her", das fände ich persönlich ganz schön.
Schluss
Wenn ich an meine Sonntagsschulzeit zurückdenke, kommt mir vieles in den Sinn und ich merke, wie viel sich doch geändert hat. Heute sind meine beiden Kinder 6 und 8 Jahre alt. Bei uns gibt es noch die klassische Sonntagsschule am Sonntag morgen. Meine Kinder gehen beide gerne ins Kolibri. Sie freuen sich schon am Samstag aufs Kolibri. Und wenn ich die beiden am Sonntag im Kirchgemeindehaus noch schnell in den dritten Stock begleite und sehe, wie sie fröhlich und gespannt ins Kolibri-Zimmer gehen, dann bin ich ganz zufrieden und gehe beschwingt in den Gottesdienst. Und ich überlege mir, was meine Kinder wohl in zwanzig Jahren vom Kolibri behalten werden. Werden sie auch so gute Erinnerungen haben wie ich? Schaffen wir es als Gemeinde, ihnen ein Zuhause zu geben und sie spüren zu lassen, dass sie immer willkommen sind?
Sonntagsschule/Kolibri ist eine wunderbare und entscheidende Sache. Heute spüren wir vielleicht mehr als vor einigen Jahren, dass sich vieles verändert hat in der Gesellschaft. Aber ich bin überzeugt: Wenn wir uns aktiv den Veränderungen stellen, ist es auch heute noch möglich, unsere Kinder mit dem Evangelium zu erreichen.
Es ist heute nicht einfach, die Kinder noch zu erreichen. Gesellschaftliche Trends können wir nicht umkehren. Aber wir können versuchen, sie für unsere Ziele in Dienst zu nehmen. Wir sollten nie denken: Ach wie schade, dass es nicht mehr so ist wie früher. Wir sollten immer denken: Was müssen wir in unserer Arbeit verändern, dass wir unter den heutigen Bedingungen die Kinder erreichen wie früher?
Es gibt heute viele ermutigende Aufbrüche in diese Richtung. Es gibt auch sehr hilfreiches Material. Wir haben dieses Jahr ein Vorlesebuch von Regine Schindler zur Osterzeit gekauft. Am Abend lese ich eine Geschichte vor, wir schauen das entsprechende Bild zusammen an. Dann schneiden die Kinder es aus und kleben es auf einen grossen Kalender rund um die Stadt Jerusalem. Unsere Kinder machen das sehr gern. Der Kalender wächst (Kinder sammeln ja so gerne Bilder!), und die Ostergeschichten sind immer präsent. Und ich merke, wie mir dieses einfach, aber gut gestaltete Buch hilft, die Osterzeit bewusst auch in der Familie zu begehen. In diese Richtung müssen wir weitermachen!
Thesen
1. Als evangelische Christen steht für uns bei kirchlichen Festtagen nicht die Bewahrung der Tradition, sondern das "Solus Christus" und das "Sola Scriptura" im Vordergrund.
2. Den Traditionsabbruch können wir nicht mehr rückgängig machen, wohl aber die Chancen nutzen, die sich uns heute bieten. Kirchenjahr und biblische Geschichten haben heute für viele Kinder (und Erwachsene!) wieder den Hauch des Unbekannten und Überraschenden.
3. Arbeiten wir mit dem hohen pädagogischen Wert des Kirchenjahres! Es prägt die Menschen durch seine Wiederholungen langfristig und erzeugt eine hohe Vertrautheit.
4. Es ist besser, im Kleinen zu beginnen, als alles aufs Mal verändern zu wollen. Kleine Erfolgserlebnisse geben uns den Mut für Grösseres.
5. Die Situation heute bietet uns die Chance, kreativ Neues zu entwickeln und so an der Kirchengeschichte weiterzuschreiben!
6. Gerade weil das Schulfach Biblische Geschichte vielleicht immer mehr wegbricht, müssen wir im Kolibri einspringen und die Geschichten der Bibel den Kindern noch viel mehr nahe bringen.
7. Wir haben dann am meisten Chancen, dass unsere Angebote auf Anklang stossen, wenn wir uns immer den Auftrag vor Augen halten, das Evangelium zu verkünden und wenn wir uns dabei mit unserer ganzen Phantasie und Kreativität an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Angehörigen orientieren.
Ideen für "Feiern mit Gross und Chlii" von Pfr. Rudi Neuberth
Der Palmsonntag (im liturgischen Kalender "Palmarum" genannt), geht zurück auf die Erzählung vom Einzug Jesu in Jerusalem. Ausführlich beschrieben bei Matthäus 21, 1 - 11. Jesus schickt zwei seiner Jünger in die Stadt voraus, mit dem Auftrag, eine Eselin und ihr Junges zu holen. Gesagt, getan, kurz darauf reitet Jesus nach Jerusalem. Dabei begrüssen ihn jubelnde Menschenmengen, mit dem berühmten Spruch: "Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn."
Am zweiten Sonntag in der Passonszeit werden viele Kirchen mit Palmzweigen, oder Buchsbaumzweigen geschmückt zur Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem. In katholischen Regionen werden die Palmzweige gesegnet, meist verbunden mit einer kleinen Prozession. Wegen der reichlich geschmückten Kirchen hat sich mancherorts anstelle des Namens "Palmsonntag" auch "Blumostern" eingebürgert. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ist die Bedeutung des Palmsonntags jedoch mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Dem wollen wir mit einer kleinen Feier begegnen. Denn der Palmsonntag enthält meines Erachtens äusserst interessante und nachdenkenswerte Aspekte.
Hier zunächst der Bibeltext aus der "Gute-Nachricht-Bibel", auf den der Palmsonntag zurückgeht:
Bibeltext zu Palmsonntag nach Matthäus 21, 1 - 11:
Jesus zieht in Jerusalem ein
1 Kurz vor Jerusalem kamen sie zu der Ortschaft Betfage am Ölberg. Dort schickte Jesus zwei Jünger fort 2 mit dem Auftrag: "Geht in das Dorf da drüben! Gleich am Ortseingang findet ihr eine Eselin und ihr Junges angebunden. Bindet beide los und bringt sie zu mir! 3 Und wenn jemand etwas sagt, dann antwortet: 'Der Herr braucht sie.' Dann wird man sie euch sofort geben." 4 Damit sollte in Erfüllung gehen, was der Prophet angekündigt hatte:
5 "Sagt der Zionsstadt: Dein König kommt jetzt zu dir! Er verzichtet auf Gewalt. Er reitet auf einem Esel und auf einem Eselsfohlen, dem Jungen eines Lasttiers."
6 Die beiden Jünger gingen hin und taten, was Jesus ihnen befohlen hatte. 7 Sie brachten die Eselin und ihr Junges und legten ihre Kleider darüber, und Jesus setzte sich darauf. 8 Viele Menschen aus der Menge breiteten ihre Kleider als Teppich auf die Straße, andere rissen Zweige von den Bäumen und legten sie auf den Weg. 9 Die Menschenmenge, die Jesus vorauslief und ihm folgte, rief immer wieder: "Gepriesen sei der Sohn Davids! Heil dem, der im Auftrag des Herrn kommt! Gepriesen sei Gott in der Höhe!" 10 Als Jesus in Jerusalem einzog, geriet alles in große Aufregung. "Wer ist dieser Mann?" fragten die Leute in der Stadt. 11 Die Menge, die Jesus begleitete, rief: "Das ist der Prophet* Jesus aus Nazaret in Galiläa!"
(Umrahmt ist die Geschichte vorneweg vom Gleichnis der Arbeiter im Weinberg, der dritten Leidensankündigung und der Erzählung über die Heilung zweier Blinder.
Nach der Erzählung über den Einzug folgt der Bericht über die Austreibung der Händler aus dem Tempel, es folgen Gleichnisse, einige Streitgespräche Jesu mit den Pharisäern, bis der Entschluss gefasst wird, Jesus zu verhaften und zu töten.)
Gedanken zur Umsetzung des Textes:
Bei der Bearbeitung und Umsetzung biblischer Texte in Gottesdienste, in Feiern mit Gross und Chlii oder in Unterrichtsstunden kann es hilfreich sein, wenn wir uns zunächst mit dem Text beschäftigen und uns dann auf eine Hauptaussage konzentrieren, die sich wie ein roter Faden durch unser Vorhaben ziehen soll. Das erleichtert nach meinen Erfahrungen die Vorbereitungsarbeit um ein Vielfaches, nach dem Motto: Wenn ich weiss, was ich will, kann ich besser planen.
Für meinen Teil wähle ich heute folgende Hauptaussage der biblischen Erzählung vom Einzug Jesu in Jerusalem: Ich interpretiere das Gleichnis im Lichte der Kreuzigung Jesu. Einerseits jubeln die Menschen beim Einzug Jesu, sind euphorisch und begeistert, andererseits wird Jesus nur kurze Zeit später verhaftet und verurteilt. So gesehen, wird deutlich, wie nahe die Erzählung unseren Alltagserfahrungen ist. Es verbirgt sich dahinter nämlich eine Grunderfahrung, die den meisten von uns bestens bekannt sein dürfte: die Erfahrung von Aufstieg und Fall, von Erfolg und Niederlage, von Freude und Leid. Wie nahe liegt beides oft beieinander. Ich nenne nur drei Beispiele:
1. Herr Michel arbeitet seit zwanzig Jahren fleissig bei einem grossen Unternehmen, engagiert sich, denkt täglich mit, ist nie krank. Die nächste Beförderung steht vor der Tür, Herr Michel ist sehr stolz. Doch plötzlich kommt alles ganz anders. Wegen einer gross angelegten Restrukturierung folgt die Entlassung. Erfolg und Niederlage stehen nahe beieinander.
2. Monika und Peter haben noch vor kurzem die Taufe des zweiten Kindes fröhlich im Kreise der Familie gefeiert. Heute, nur wenige Monate später, scheint die Ehe total im Eimer, weil Peter eine Geliebte hat. Freude und Schmerz stehen nahe beieinander.
3. Der kleine Frido ist glücklich über die neuen Kollegen im Kinski. Stolz erzählt er der Mutter von seinen neuen Freunden. Einen Tag später kommt er heulend nach Hause, weil alle sagen, er stinke und niemand mit ihm spielen will. Glück und Enttäuschung liegen oft nahe beieinander. Auch im kindlichen Alltag.
Diese Beispiele deuten auf die grundmenschliche Erfahrung, die mir den Palmsonntag sehr wertvoll und nachdenkenswert macht. Unsere Bibel enthält eine Fülle an Geschichten, die auf solchen grundmenschlichen Erfahrungen aufbauen. Doch gilt es hier bereits eines zu unterscheiden: Die den Geschichten zugrunde liegende grundmenschliche Erfahrung ist noch nicht die Botschaft, die vermittelt wird. Vielmehr baut die Botschaft auf dieser Erfahrung auf. So auch in unserem Fall: Die zentrale Botschaft in der Erzählung vom Einzug Jesu in Jerusalem verweist auf das "Gottvertrauen". Denn die Erzählung zeigt, dass Jesus sich sein Vertrauen in und auf Gott nicht nehmen lässt, ganz gleich, ob die Menschen ihm zujubeln oder ob sie ihn verachten und verurteilen. Nicht Pessimissmus und Fatalismus siegen bei ihm, sondern Gottvertrauen und innere Stärke. Was auch immer passiert, das Gottvertrauen kann Jesus niemand nehmen. Das macht ihn für mich bis heute zum Vorbild, von dem ich gerne lernen möchte.
Der Erfahrungszusammenhang der Erzählung vom Palmsonntag ist also der, dass Erfolg und Niederlage, Freude und Schmerz, Glück und Enttäuschung sehr oft nahe beieinander liegen. Aber wohlgemerkt, das ist der zugrunde liegende Erfahrungszusammenhang. Die Hauptaussage, gleichsam die Botschaft die der Text vermitteln will, scheint mir auf dem unerschütterlichen und bewundernswerten Gottvertrauen Jesu zu liegen.
Was heisst das nun für die Umsetzung der Geschichte? Ich werde versuchen, die Geschichte mit Kindern und/oder Erwachsenen so zu spielen, dass folgende Hauptaussage betont wird: "Lass dir dein Gottvertrauen nicht nehmen, gleich, was passiert, denn selbst in der grössten Niederlage ist Gott dir nahe." Und dies vor dem Hintergrund der erwähnten grundmenschlichen Erfahrung.
Alle Zuhörerinnen und Zuhörer, egal ob Kind oder Greis, sollten diese Aussage hören und "mit nach Hause nehmen" können.
Gedanken zur Durchführung:
In vier Posten, die wegen des Zeitdrucks parallel arbeiten, werden wir eine kurze und ausbaufähige Feier gestalten. Und zwar mit minimaler Vorbereitungszeit. Denn diese Situation finden wir oft in der Arbeit mit Kindern vor. Zeit für längere Vorbereitung bleibt meist nur an Ostern und Weihnachten, ansonsten muss übers Jahr ein Thema wie Palmsonntag in einer Kolibri-Lektion, in einem Gschichte-Gottesdienst oder in einer Feier mit Gross und Chlii abgehandelt werden. Und das kann inklusive einer kleinen Präsentation in einem Gottesdienst sehr gut gelingen, trotz Zeitknappheit.
Folgende Grundstruktur bietet sich sowohl für eine Feier, als auch für eine Kolibri- oder Kinderstunde an.
1. Begrüssung/Einstimmung
2. Lied: Jesus zieht in Jerusalem ein, Strophe 1
3. Aufteilung zur Arbeit in 4 Posten (von denen nur je einer ausgewählt werden kann)
4. Alle kommen zusammen
5. Gebet (Posten 1)
6. Szenenspiel: Geschichte vom Einzug und den jubelnden Menschen (Posten 2)
7. Lied: Jesus zieht in Jerusalem ein, Kolibri 138 (Alle)
8. Szenenspiel: ... wie es weiterging, bis zur Verhaftung Jesu. (Posten 3)
9. Lied: "Ueberall isch Gott"
10. Gebet (Posten 1)
11. Verabschiedung/Segen/Bhaltis (Posten 4)
Erläuterung und Arbeitsaufträge für die Posten
Gemäss oben genanntem Schema stehen vier Posten zur Auswahl mit folgenden Aufträgen:
Posten 1: "Gebete" Auftrag: Zwei kurze Gebete sollen formuliert werden. Eines zur Einstimmung, das die Freude aufnimmt, eines zum Ausklang, das den Aspekt des Gottvertrauens hervorhebt. (Die Gebete dürfen in Mundart verfasst sein und sollten kurz sein.)
Posten 2: "Jubelnde Menschenmenge" Auftrag: Basteln von Palmen und Spielen der Szene des Einzugs. Beachte: Kinder sollten sehen und verstehen können, was vor sich geht, ohne dass wir Jesus und einen Esel explizit als Figuren benötigen.
Posten 3: "Ein Esel erzählt" Auftrag: Für die Arbeit mit Kindern, aber auch in Gottesdiensten, hat sich bewährt, dass tragische Ereignisse hervorragend aus dem Munde von Tieren erzählt werden können. Das ist zum einen ein bewährtes, altersgerechtes Erzählinstrument, zum anderen nehmen gerade Kinder traurige Botschaften aus dem Munde von Tieren sehr ernsthaft und doch weniger dramatisch auf, als aus dem Munde von Erwachsenen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, dass die Tierstimme, vielleicht das Tier selbst von Erwachsenen gespielt wird. In unserem Fall bietet sich beispielsweise folgendes Szenario an: der Esel, wenige Tage zuvor mit Jesus auf dem Rücken umjubelt, und jetzt, nachdem Jesus verhaftet wurde, jagt man ihn davon. Der Esel ist traurig. Er versteht die Welt nicht mehr und erzählt alles bei seiner Rückkehr im häuslichen Hof. Auftrag: Denkt euch aus, was der Esel erzählen könnte und probt die Szene.
Posten 4: "Bhaltis basteln" Auftrag: Ein kleiner Esel wird als "Bhaltis" gebastelt. Als Gepäck erhält er zwei kleine Streichholzschachteln, worin sich der Bibeltext und einige Smarties befinden.
Für die Arbeit am Posten bleiben 15 Minuten Zeit. (Selbstverständlich dürfte und müsste für Kinder mindestens das Doppelte gerechnet werden.) Danach wird die Geschichte nach dem obigen Ablauf gespielt. Jede Gruppe kann aufgrund der Zeitknappheit lediglich zwei bis drei Minuten in Anspruch nehmen.
Beispiel für eine Aufführung:
Begrüssung:
Ich begrüsse euch ganz herzlich zur heutigen Feier zum Thema "Palmsonntag".
Kurze Einstimmung:
An einem sonnigen, warmen Tag im Frühling kam Jesus in eine grosse Stadt. Soweit das Auge reichte, sah man überall Häuser, Händler und Handwerker liefen auf den Strassen, da und dort waren Esel zu sehen, die mit allerlei Waren beladen waren. Die grosse Stadt hiess Jerusalem. Sie war damals die wichtigste Stadt im ganzen Land.
Als Jesus vor die Stadt kam, schickte er zwei Jünger voraus mit dem Auftrag, einen Esel zu holen. Die beiden Jünger gingen und kamen kurz darauf mit einem Esel zurück. Jesus setzte sich auf den Esel und ritt langsam in die Stadt. Seine Jünger liefen hinterher.
Als die Leute erkannten, dass Jesus in die Stadt kam, da begannen sie ihm zuzujubeln. Denn sie hörten viel von seinen grossen Taten. Dass er Menschen heilte, dass er grossartige Geschichten über Gott berichten konnte, dass er sehr klug war, dass er so redete, dass alle Menschen ihn verstehen konnten. Alle, die Jesus erkannten, freuten sich sehr, dass er endlich auch nach Jerusalem kam. Schliesslich war es ja die grösste und bedeutendste Stadt im ganzen Land. Alle rannten zur Strasse, manche brachen unterwegs noch schnell einen Palmwedel ab, um Jesus zuzuwinken. Einige zogen sogar ihre Mäntel aus, und breiteten sie auf dem Boden aus, damit Jesus nicht über die staubige Strasse reiten musste. Alles jubelte und freute sich.
Lied: Jesus zieht in Jerusalem ein. Strophe 1
Aufteilung auf die vier Posten und Arbeit während 15 Minuten an den Posten.
Zusammenrufen der Gruppen nach 15 Minuten.
Start der Präsentation mit Posten 1 "Gebete".
Gebet:
Guter Gott, heute ist ein schöner Tag. Wir sind fröhlich, wir sind gespannt auf die Geschichte. Schön soll der Gottesdienst sein. Wir singen und feiern und wir denken fest an dich. Amen.
Posten 2: "Jubelnde Menschenmenge"
Lied: Jesus zieht in Jerusalem ein, Strophe 1
Posten 3: "Ein Esel erzählt:
(Der Esel kommt und wirkt sehr nachdenklich) Ihr glaubt nicht, was mir passiert ist. Erinnert ihr euch noch, wie die vielen Menschen hier in der Stadt gejubelt haben, als Jesus und ich eingezogen sind. Ich fühlte mich prächtig, dieser Jesus, der so viel Gutes getan hat, der Menschen gesund gemacht hat, der wunderbar erzählen konnte, der sich immer um die ärmsten gekümmert hat. Ihn in die Stadt zu tragen, ich sage euch, das war ein prächtiges Gefühl. Ehrlich gesagt hatte ich den Eindruck, alle winken mir zu, nicht Jesus. Endlich war ich der Star.
Und am Anfang schien alles noch ganz gut, Jesus ist durch die Stadt gezogen und hat Kranke geheilt, und er hat so gesprochen, dass auch ich es verstehen konnte.
Aber dann, auf einmal, ich weiss nicht, wie das passieren konnte, haben sie ihn umringt, Soldaten, einige Pfarrer waren auch dabei, und sie haben ihn verhaftet. Wir haben alle gerufen, er solle schnell fliehen, solle aus der Stadt gehen, solle sich in Sicherheit bringen. Mit einem kräftigen Tritt, habe ich sogar einen Soldaten von ihm ferngehalten, aber es hat alles nichts genützt, sie haben ihn mitgenommen. Ich kann es noch immer nicht begreifen.
(Kurze Sprechpause, der Gesichtsausdruck des Esels uns seine Stimme werden fröhlicher)
Aber wisst ihr, was das Erstaunliche war? Jesus hat mit einem Lächeln im Gesicht gesagt: Ich, fliehen, niemals. Gott wird mit mir gehen auf meinem Weg. Und Gott allein weiss, wohin er führt. Ich vertrauen auf Gott. Und kämen alle Soldaten, sie könnte mir mein Vertrauen in Gott nicht nehmen. Das hat er gesagt. Und dann ist er mit ihnen verschwunden.
Mich haben sie danach fortgejagt, jetzt gehe ich wieder zurück zu meinem alten Stall, aber ich will es machen wie dieser Jesus: ich gehe im Vertrauen, dass Gott bei mir ist und mit mir geht.
Lied: Ueberall isch Gott
Gebet (Posten 1):
Danke, guter Gott, dass du bei mir bist. Alle Wege gehst du mit mir. Ich bin nicht allein. Es ist schön, dass ich immer mit dir sprechen kann, dass ich auf dich vertrauen kann. Danke, guter Gott. Amen.
Segen, Abschied und Bhaltis (Posten 4)
Es war sehr schön, mit euch zu arbeiten. (Wenn etwas wirklich schief lief oder sehr schlecht lief, hier noch einmal mit einem Satz aufnehmen, aber Vergebung anzeigen.)
Evtl. Ankündigung, wann das nächste Treffen stattfindet, möglichst Handzettel austeilen.
Bhaltis ankündigen, das am Ausgang verteilt wird.
Bevor wir gehen, wollen wir um den Segen Gottes bitten:
"Gott behüte uns auf all unseren Wegen. Amen."
(Manchmal kann es gerade für Kinder sehr schön sein, wenn ein Segen zugesprochen wird und nicht als Bitte formuliert wird.)
Bhaltis am Ausgang verteilen.
Referat mit vielen praktischen Tipps und Hinweisen
Achim Kuhn, Pfr. und dipl. PR-/Kommunikationsberater (Kirche und NPO)
Ziele:
- Theologische Informationen geben --> Sie sollen kurz und prägnant und auch für ein Kind verständlich formulieren können, was "Auffahrt" für Sie bedeutet.
- Tipps zur praktischen Umsetzung geben: Bilderbücher, Lieder und Gebete sowie Vertiefungen
für Fiire mit de Chliine, Kolibri, 3.Klass-Unti, Domino
Theologische Infos:
Einstieg:
- Folie (Rakete): Wort "Himmelfahrt" legt Verständnis nahe, dass Jesus raketengleich zum Himmel aufstieg; und dass er dann auch dort irgendwo zu sehen wäre, wenn man im Weltraum wäre. Also: Himmel als Ortsangabe. Lassen wir die reden, die es wissen müssten: Astronauten und Kosmonauten -->
- russische Kosmonauten (Titow und Gagarin): Ich sah weder Gott noch Engel. Weltraum ist leer.
- Amerikan. Astronauten (Glenn, Cooper, Conrad): Alles dort im Weltraum ist so geheimnisvoll - es muss einen Schöpfer geben. - Da oben sieht und erlebt man die Schöpfung erst richtig. - Gott ist allgegenwärtig; Gefühl, dass Gott während unseres
Weltraum-Fluges mit dabei war.
- Wer hat Recht? Oder: Wie ist Himmelfahrt zu verstehen?
Himmelfahrt wortwörtlich und als naturwissenschaftliches
Ereignis zu verstehen? -->
- bei wortwörtlichem Verständnis kann christl. Glaube als absurd und unwirklich und überholt abgetan werden. Nicht deshalb von Gott reden, weil etwas nicht natürlich bzw. (noch) nicht naturwissenschaftlich erklärt werden kann --> sonst muss Gott Lücke füllen, die noch nicht erklärt werden kann --> Gott wird zum Lückenbüsser und sein Spielraum schrumpft immer mehr, je mehr unsere naturwissenschaftliche Erkenntnis wächst.
- Auch Weltall ist Teil der Schöpfung. Himmel (in bibl. Sinn) ist aber kein Teil der Schöpfung mehr.
- Auffahrtsgeschichte ist keine naturwissenschaftliche Erklärung, sondern eine Glaubensaussage. Umgekehrt ist Naturwissenschaft kein Schlüssel zur Deutung der Welt (Sinn), sondern kann nur Aspekte beschreiben.
- Wichtig ist, welche Bedeutung Auffahrt für uns heutzutage hat --> vermutlich unterschiedlich: den einen unter uns ist sie wichtig; den anderen unter uns ist die Auffahrtgeschichte etwas vernachlässigbares/könnte auch gestrichen werden. Dabei zeigt "Auffahrt" etwas sehr Wichtiges -->
Himmelfahrtsgeschichte zeigt Folgendes auf:
1. Biblische Einordnung von Auffahrt: nach Ostern - vor Pfingsten: Jesus ist an Ostern auferstanden - als Mensch ("der 1.Auferstandene"); er ist gesehen worden von verschiedenen Leuten. Jetzt muss er zu Gott gehen, um seine Rolle als Gottes Sohn, als Gott, zur rechten Seite Gottes sitzend, einzunehmen. Bevor an Pfingsten der Hlg. Geist als Stellvertreter kommt. Das deutlich zu machen, ist die biblische Aufgabe von Auffahrt.
2. Es geht in Auffahrtsgeschichte nicht um eine Raumfrage, sondern um eine Sachfrage. -->
a. Auffahrt ist ein Symbol: JX lebt nicht an einem bestimmten (zeitl. oder räumlich) eingrenzbaren Ort --> "dort sitzt er zur Rechten Gottes" (apostol. Glaubensbekenntnis) --> Martin Luther: Die Rechte Gottes ist nicht ein besonderer Ort, sie ist vielmehr die allmächtige Gewalt Gottes, die zugleich nirgends und an allen Orten ist, darum hüte dich, zu denken, er sei nun weit von uns, im Gegenteil: Als er auf Erden war, war er uns fern; jetzt, wo er im Himmel ist, ist er uns nah.
b. Auffahrt ist nicht Orts-, sondern Wesensveränderung: Gott unterscheidet sich nicht von uns, dass er wo anders ist, sondern dass er ganz anders ist. JX ist mit seiner Auffahrt nicht mehr Teil der Schöpfung, sondern Herr der Schöpfung/Herr der Welt.
3. Entsprechend gilt: Durch unseren Glauben schnuppern wir am Himmel. Nach unserem Tod ist die entscheidende Frage nicht: Wo wir sein werden, sondern was wir sein werden. Das ist der Himmel, in den er uns holen will.
4. Jesus ist Herr der Welt, sagt uns die Auffahrtsgeschichte: Er ist nicht irgendwo, sondern er ist überall --> Luther: Wer die Sünde los sein will und vom Tod errettet werden, der muss dahin kommen, wo JX ist. Wo ist er? Hier bei uns ist er und darum im Himmel gesessen, damit er nah bei uns sei. So sind wir bei ihm da oben und er bei uns hier unten. Durch Predigt kommt er herab, durch Glauben kommen wir hinauf.
Oder: Jesus ist nie weiter entfernt von uns als ein Gebet.
Abschluss:
Wie kann man diese theologischen Erkenntnisse Kindern
vermitteln? --> nur dann, wenn sie Ihnen selber klar ist --> bitte
Satz vervollständigen: Auffahrt bedeutet für mich, dass ... (JX überall ist/JX Herr der Welt ist). Ein bis drei Mal diesen Satz vervollständigen. --> Antworten sammeln.
Umsetzung
- Bibeltexte und Glaubenstexte:
o Glaubensbekenntnis (--> RG 263)
o 1.Kg 8, 22-28
o Apg. 1,3-4 (5-7) 8-11
o (Joh 17,20-26)
o Lk 24, (44-49) 50-53
o Die Himmelfahrtsgeschichten sind Ostergeschichten (Kurt Rommel, in: S. 190 ff, in: Familien-GD`e im Kirchenjahr, Band III, Quell-Verlag, Hrsg: Kurt Rommel.) Sie stehen nur bei Lk; bei Matth stattdessen der Missionsbefehl. Bei Mk nur im "unechten Mk-Schluss". Bei Joh gar nichts.
- Anregungen und Umsetzungsideen:
o Die Himmelfahrt Jesu ist eine besondere Zuspitzung der Osterbotschaft: ewiges unsichtbares Leben Jesu, Herrschaft über die Welt, Mission an die Welt als Konsequenz aus Ostern. Auffahrt Jesu ist eine notwendige Konsequenz aus Ostern. Da es um die HIMMEL-Fahrt geht, muss der Begriff und die Sache HIMMEL im GD erklärt werden. -->
o (Riesen-)Globus ( --> Kurt Rommel, S. 190 ff, in: Familien-GD`e im Kirchenjahr, Band III, Quell-Verlag, Hrsg: Kurt Rommel) --> Länder suchen; "oben" ist jedes Mal wo anders; "oben" ist nicht nur Ortsangabe, sondern auch eine Bezeichnung der Macht und der Würde. (Vgl. im Engl: sky und heaven.) -->
o Geschichte (K.Rommel, S. 193 ff, in: Familien-GD`e im Kirchenjahr, Band III, Quell-Verlag, Hrsg: Kurt Rommel; Achtung: Gesch. ist etwas brav-süsslich!): "Sabine war ein nettes Mädchen ... (bis:) Ursula noch öfters besuchen. Also: Wo ist der Himmel?: Der Himmel ist überall, weil Gott überall ist. Wir müssen uns Augen geben lassen, dass wir ihn sehen, und Ohren, dass wir ihn hören und Hände, dass wir ihn spüren. Wo Menschen glauben und lieben, da ist der Himmel. Wenn wir um Gottes Gegenwart bitten, ist Gott und seine Wohnung, der Himmel, bei uns."
o Assoziationen zu Christi Himmelfahrt, in: Kinder- und FamilienGDe (Passion, Ostern, Pfingsten), Kurt Rommel (Hrsg): S. 163 f (--> wo ist der Himmel, wo wohnt Gott, Wortfamilie Himmel, ...) --> gibt Anregungen für Vertiefungen.
o Die äussere Gegenwart v Jesus muss sich für die JüngerInnen in ein inneres Bild verwandeln. --> Übertragung: Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Kindes ist es, die äussere Abwesenheit der Mutter ertragen zu lernen, ein "inneres Bild" von ihr zu haben, das Trost und Halt gibt. Die Geschichte von der Himmelfahrt beschreibt einen ähnlichen Übergang als wichtigen Schritt im Glauben. Wir Christen haben nicht mehr die leibliche Person Jesus, die uns tröstet und unseren Glauben stärkt. Aber wir haben ein inneres Bild von ihm, das sich geformt hat durch die Geschichten, die wir über ihn gehört haben. In unseren Liedern, Gebeten und GD`s wird dieses innere Bild v Jesus immer wieder lebendig.
o Geschichte (Sprechmotette) Wido und Thea (in: Komm freu dich mit; Kinderbibeltage; S. 26 ff; Hrsg.: Dt. Bibelgesellschaft u.a.) --> Vertiefungsideen: Stationenlauf; Wido-Hampelmann; Thea Taube aus Teig backen; Ballon mit Gebetskärtchen; Vertrauensspiel.
o Bibl. Geschichte nach Lk 24 und Apg 1 mit Bildern (--> Dias draus machen), in: Komm freu dich mit mir - die Bibel für Kinder erzählt, Dt. Bibelgesellschaft, S. 68 ff, -->
o Ebd. (--> Komm freu dich mit mir, S. 72 f:) Übertragung: Sonnenstrahl; Vertiefung: Farbfernrohr basteln (mit Haushaltpapierrolle)
o Himmel ist kein Ort in Wolkenform, sondern ein Lebensraum unvorstellbaren Friedens. Das verspricht Jesus. Deshalb können wir verschiedene Friedensschritte gehen, statt dem Frieden in eine Richtung hinterherzustarren. -->Idee: Schuhe auf Papier stellen, mit Filzstiften umfahren, ausschneiden - Gespräch mit den Kindern über die Idee: "Auffahrt ist für uns der Startschuss zum Frieden." Die Kinder nennen Friedensziele und notieren diese auf ein Blatt. Die Blätter werden an die Wand gehängt. Jedes Kind überlegt, welche Schritte unternommen werden müssen, um das gewünschte Friedensziel zu erreichen. Stichworte dazu werden auf die ausgeschnittenen Schuhsohlen geschrieben. Die Sohlen werden als Weg ausgelegt. Friedensmarsch: JedeR stellt sich an seine Ausgangsposition; alle machen den ersten Schritt und bleiben auf der entsprechenden Papiersohle stehen; jedes Kind sagt: "Mein erster Schritt zum Frieden heisst: ..."(z.B. nicht neidisch sein). Nach den Nennungen des je ersten Schrittes singen alle Kinder: Herr gib uns deinen Frieden. (Bibeltext: Apg 1,4-14) (aus: Gerhard Vicktor: 100 Tips - Bausteine für einen kreativen Kindergottesdienst, Verlag Ernst Kaufmann, S. 79 --> im h 50 auszuleihen)
o "Weggehen und Wiederkommen" (in: Helmut Jaschke: Feste im Kirchenjahr, Kösel-Verlag, S.160-163 --> im h 50 auszuleihen): für KinderGD und RU. Jaschke nimmt die Abschiedsreden von Jesus als Vermächtnis und als zentral für das Verständnis von Auffahrt. In seinem Buch gibt er: A) Einleitung, B) Erzählbaustein zum Thema Abschied, C) Didaktische Hinweise zum Erzählen und didaktische Anregungen (Spiel, Tanzspiel, Arbeit mit Farben) --> im h 50 auszuleihen.
o Franziska Schneider Stotzer: Von Frühlingserwachen, Ostern und Himmelfahrt (Feste und Bräuche im Jahreskreis), rex-Verlag, S. 129 - 137 sind zum Thema Auffahrt. Schneider legt viel Wert auf eine naturverbunden-sinnhafte Umsetzung von Auffahrt. Aufbau: modernes Kunstbild, Einführung, Leitmotiv, Texte und Gedichte, Ideen zur Umsetzung, zwei Gebete, Lied. --> im h 50 auszuleihen.
o Victoria Delquié und Anne Gravier: Glaubenswerkstatt für kleine Leute, 20 Bibelgeschichten zum Mitmachen für Kinder von 3-7 Jahren; für Eltern, Erzieherinnen und Katechetinnen; Bernward bei Don Bosco-Verlag, S. 44f). Ganz kurz geben die Autorinnen Anregungen. Aufbau: Hinweis auf Apg. 1,1-11, Anregungen zum Gespräch über den Bibeltext, Anregung zum Malen/Basteln eines "Himmelfahrtbildes", Gebet, Lied. --> im h 50 auszuleihen.
o Elis. Schärer-Dutly, Lisbeth Zogg Hohn (Projektltg.): Mit kleinen Kindern GD feiern: Modell heft 4, Sommer, Pfingsten, Johannis, kik-Verlag. Nicht direkt etwas zu Auffahrt, aber Ideen rund um Pfingsten, die auch für die Vorbereitung einer Veranstaltung zu Auffahrt hilfreich sein können. --> im h 50 auszuleihen.
- Gebete:
o Segensgebet (mit Gebärden): in: Komm, freu dich mit; Kinderbibeltage, S. 32
o Gebetskärtchen machen und mit Ballon wegfliegen lassen (s.o.)
o Gebet, S. 73, in: Komm, freu dich mit mir - die Bibel für Kinder erzählt:
Lieber Gott,
weißt du, wann das Leben himmlisch ist?
Wenn ich auf dem Kopf stehe
oder in die Luft springe.
Wenn Papa mich im Nacken krault
oder Mama mich ganz lieb kitzelt.
Wenn ich morgens aus dem Fenster schaue
und die Sonne mir ins Gesicht scheint.
Wenn ich auf dem Feld den Wolken hinterher schaue und der Wind mir um den Kopf pfeift und meine Haare durcheinander wirbelt.
Dann ist einfach alles himmlisch.
Lieber Gott, wo du bist, da ist der Himmel.
Ich danke dir, dass du auch bei mir bist.
Dann ist der Himmel hier und gar nicht mehr weit fort. Es ist schön, dass du dich um uns Menschen kümmerst. Dann sind wir nie alleine.
Und das ist einfach himmlisch. Amen
o Gebetskärtchen-Textbeispiele (aus: Greifbare Kindergebete, verfasst und zusammengestellt von Marthel Siering, Christl. Verlagshaus GmbH):
* Lieber Gott, dir gehört die ganze Welt,
jeder Stern am Himmelszelt,
Wind und Regen und der Schnee,
Wälder, Felder, jeder See,
Löwe, Taube, Fuchs und Wal
Und die Menschen überall,
Korn und Halm, daraus das Brot.
Habe Dank für alles, Gott! Amen
* Lieber Gott, ich will dir sagen,
was mich freut an diesen Tagen:
Morgens früh hör ich Vogelstimmen,
nach der Schule geh ich schwimmen,
ich lauf barfuss auf dem Rasen
und kann Pusteblumen blasen,
in dem Wäldchen kann ich Beeren
pflücken und auch gleich verzehren,
fahre Rad durch weite Felder,
laufe kreuz und quer durch Wälder.
Ach, ich habe so viel Freude!
Lieber Gott, ich dank dir heute. Amen
* Lieber Gott, du lässt die Sonne scheinen,
dass Mensch und Tier sich freun.
Du lässt die Wolken regnen,
dass Saat und Frucht gedeihn.
Du lässt die Ähren reifen,
und gibst uns täglich Brot.
Du lässt uns fröhlich leben.
Wir danken dir, o Gott. Amen
- Lieder:
Im Kolibri gibt es keine eigentlichen Himmelfahrtslieder, aber m.E. passen folgende Lieder zum Thema:
o Gott hät di ganz wiit Wält (Kolibri 205)
o Wär laat die Stärne strahle? (Kolibri 212)
o Wo zwei oder drei (Kolibri 182)
o Gottes Liebe ist wie die Sonne (Kolibri 162)
o Gottes Liebi isch so wunderbar (Kolibri161)
o Lasst uns miteinander (Kolibri 23)
o Herr, gib uns deinen Frieden (Kolibri 200)
RG-Lieder (1x altes Lied, 1x neuer Text mit alter Melodie) zu Himmelfahrt ( bzw zum Himmelfahrt-Gedanken), 1x neues Lied):
o Jesus Christus herrscht als König (RG 492)
o An Christi Himmelfahrt schau an (RG 493)
o Erd und Himmel sollen singen (RG 249)
- Kinderbilderbücher (alle bei h50 gefunden und dort
ausleihbar):
Ich habe kein Bilderbuch gefunden, das das Thema
"Auffahrt" direkt aufnimmt; aber Bezüge von "weltlichen"
Bilderbüchern können gut hergestellt werden. Sechs
Beispiele:
o Lauras Stern (Klaus Baumgart, Baumhaus-Verlag): Laura findet Sternchen, hat es lieb, muss es aber wieder frei geben. Sternenhimmel bleibt. (--> Abschied (von Jesus) und dennoch greifbare Gegenwart.)
o Tillie und die Mauer (Leo Lionni, Middelhauve-Verlag): Tillie-Maus will wissen, was hinter einer Mauer ist. Und ideenreich findet sie schliesslich einen Weg. (--> Viell. nicht das ganze Buch nehmen, aber der Auffahrt-Aspekt "Durchstossen einer Grenze" wird hier deutlich.)
o Eventuell zu gebrauchen: Määäh sagte der kleine Wolf (Daniele Ball-Simon; Silvia Boschetti, Nord-Süd-Verlag): Ein verlassener junger Wolf wird von Schafen aufgezogen; als er - gross geworden - einem Wolf begegnet, ist der schockiert, dass er mit "määh" begrüsst wird und dass dieser (Schaf-)Wolf nichts vom Reissen von Schafen wissen will. Aber der (Schaf-)Wolf vertreibt den fremden Wolf. (--> der (Schaf-)Wolf ist ganz anders als die anderen Wölfe und setzt sich für die "Seinen" voll ein - wohl wissend, dass er auch ganz anders als die Schafe ist. So setzt sich Jesus für uns ein - obwohl er ganz anders ist.)
o Elsa Entchen ganz allein (Jane Simmons, Verlag Sauerländer): Die kleine Elsa-Entchen verlässt ihre Mutter, um eigene Entdeckungen zu machen; und ist am Schluss wieder riesig froh, dass die Mutter wieder da ist. (--> Aus diesem Schluss zieht die Geschichte eine Moral, die für eine Auffahrts-Verdeutlichung weggelassen werden sollte; schön und lustig und spannend wird aber gezeigt, wie das mit dem "auf eigenen Füssen stehen" so geht. Auffahrt-Zusammenhang --> die äussere Abwesenheit (der Mutter/von Jesus) ertragen können und erlernen.)
o Der tollkühne Hugo (Hermann Moers und Jozef Wilkon, Nord-Süd-Verlag): Der kleine Löwe Hugo unternimmt mutig erste Jagdversuche und lernt Respekt davor, was "Frieden" ist. (--> Jesus ist Herr der Welt, sagt die Auffahrtsgeschichte. Als solcher bringt er den Frieden, der seine ganz eigene Macht hat - wie z.B. hier in der Geschichte: Die Wasserstelle als Ort des Friedens.)
o Kannst du nicht schlafen, kleiner Bär? (Martin Waddell und Barbara Firth, Annette Betz Verlag): Kleiner Bär kann trotz viel Licht nicht einschlafen; erst als er ein nicht greifbares riesiges Licht (=Mond) sieht und die bergende Nähe der Mutter spürt, schläft er ein. (--> Die bergende Nähe schenken wir Menschen uns gegenseitig und gibt Gott uns; das helle Mondlicht verweist uns darauf, dass Gott unsere Welt hell macht und uns nahe ist - auch wenn er fern ist; so wie Jesus nach der Auffahrt.)
Pfr. Markus u. Eveline Fässler
Pfingsten Historisches - Bedeutung - Symbole - Lesungen - Brauchtum - Texte - Literatur
(Die folgenden Informationen sind aus verschiedenen Büchern und web-Seiten zusammengetragen und bilden keinen eigenständigen und abgerundeten Vortrag oder Artikel. Diese Angaben dienten in erster Linie meiner eigenen Vorbereitung für den Workshop und nur Auszüge sind vorgetragen worden. In diesem Sinn dies Ihnen beim eigenen Weiterarbeiten und Nachdenken behilflich sein.)
1. Historisches
Wort:
Das Wort Pfingsten kommt vom griechischen "pentekoste" und bedeutet der 50. (Tag).
Fest:
Judentum
Pessach oder Passah am ersten Frühlingsvollmond bezeichnete im Judentum den Anfang der Getreideernte. Es ist das Fest, das im Christentum mit Ostern verbunden ist. Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Die erste Ernte (Gerste) wurde eingefahren und ein Teil davon am zweiten Festtag im Tempel geopfert. Die folgenden 49 Tage wurden bei den Juden gezählt und deshalb erhielt dieser Zeitraum den Namen Sefira (= Zählung), vgl. Lev 23,15f. Der fünfzigste Tag war Schawuot, an dem die nächste Getreideernte (Weizen) stattfand.
So hat das christliche Pfingstfest seinen Ursprung im jüdischen Festkalender, wo es zunächst das Fest der Darbringung der Erstlingsfrüchte (Ex 23,16) war. Es wird dann als Wochenfest (shavuot; Ex 34,22) bezeichnet und wohl erst in nachalttestamentlicher Zeit - vermutlich etwa 100 Jahre vor Jesus - 50 Tage nach dem Passafest angeordnet. Der fünfzigsten Tag nach dem Passahfest ist der Beginn des Wochenfestes, in dessen Zentrum der Erntedank der Weizenernte steht. Um die Zeit Jesu wurde es immer mehr zum Dankfest für die Verkündigung der Thora (10 Gebote am Sinai), der "Verfassung" des Volkes vor Gott. Damit wurde es auf die Geschichte des Volkes, insbesondere die Gesetzgebung beziehungsweise die Bundeserneuerung bezogen. Der Sinn der Tage vom Auszug in Ägypten bis zur Feier des Empfangs der Gesetze auf dem Berg Sinai lag darin, den Gläubigen zu zeigen, dass Befreiung aus Knechtschaft allein nicht viel bedeutet und dass Freiheit ohne Gesetz ein zweifelhafter Segen ist.
Erstes Pfingsten
Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, der auf die Apostel herabkam, als diese in Jerusalem versammelt waren (Apostelgeschichte 2). Das erste Pfingstfest ereignete sich nach dem Bericht der Apostelgeschichte (wie Ostern) an einem jüdischen Feiertag (shavuot). Die Anhänger Jesu kamen zum jüdischen Erntedankfest nach Jerusalem und traten nach der Geisterfahrung öffentlich auf.
Lukas gebrauchte die Erzählelemente der Ereignisse am Sinai für seine Schilderung des Geschehens am Pfingsttage und wollte so deutlich machen, was am Sinai für das
jüdische Volk geschah, das wiederholte sich an Pfingsten für alle Völker: eine neue Gesetzgebung, das Gesetz der Liebe für die Kirche und die Menschen aller Völker.
Die Sprachverwirrung, die beim Turmbau zu Babel erfolgte (1. Mose 11,1-9), wurde nun durch die eine Sprache des Geistes überwunden, Verständigung wurde neu möglich unter Menschen und zwischen Mensch und Gott (Apg 2,6). Zugleich brachte der Geist allerdings die Menschen derart in Verzückung, dass sie in Zungen redeten ("Glossolalie"). Aussenstehende mochten dieses Phänomen allerdings nicht religiös deuten und meinten: "Die Leute sind doch betrunken". (Apg 2,13) - Petrus wiederum kontert in seiner berühmten Pfingstrede diese Einwürfe und fordert die Menge auf: "Kehrt jetzt um und macht einen neuen Anfang! Lass euch alle auf den Namen Jesu Christi taufen. Dann wird Gott euch eure Schuld vergeben und euch seinen heiligen Geist schenken" (2,38). Dieser Zusammenhang gilt noch heute: Am Pfingstgeist bekommt der Einzelne in der Taufe Anteil.
Pfingsten im Festkreis von Ostern
Das frühe Christentum feierte zur selben Zeit wie die Juden, also während der 50 Tage nach Ostern, die Auferstehung Jesu. Ihre "pentekoste" bildete den Abschluss dieser Festzeit. Dies war wahrscheinlich schon in apostolischer Zeit so.
Die Christen feierten an Ostern ein christliches Passafest, das den Abschluss einer ein- bis sechstägigen Fastenzeit bildete. Zentrum bildete der nächtlich Gottesdienst, der bis zum frühen Ostermorgen dauerte. Dieser Besinnungszeit, da man den Auszug aus Ägypten und die Leidensgeschichte las und erzählte, folgte beginnend mit Ostern eine fünfzigtägige Freudenzeit. Diese christliche Festzeit hat eventuell gewisse Motive vom jüdischen Wochenfest übernommen: Aufstieg des Mose zum Sinai - Auffahrt Jesu; Empfang der Gabe des Gesetzes - Gabe des Heiligen Geistes. Am 50. Tag wurde die österliche Freudenzeit festlich abgeschlossen.
In den ersten 3 Jahrhunderten bezeichnete Pentekoste auch den ganzen 50 Tage währenden festlichen Zeitraum. Diese später so genannte Freudenzeit der Kirche ist gleichsam ein ununterbrochenes Herrenfest zur Verherrlichung des Auferstandenen. In dieser Zeit wird nur stehend, nicht kniend gebetet, es wird nicht gefastet, und in der Liturgie wird das Halleluja reichlich gesungen.
Vom 2. Jahrhundert an gibt es Hinweise, dass die Christen ein eigenes Pfingstfest feierten, das sich inhaltlich an den Berichten der Apostelgeschichte orientierte. In Jerusalem feierte man am 50. Tag sowohl die Geistsendung als auch die Himmelfahrt: Zur dritten Stunde (ca. 9 Uhr) fand ein Gottesdienst statt, der durch das Gedenken an die Ausgiessung des Geistes bestimmt war. Am Nachmittag zog man auf den Ölberg zur Himmelfahrtskirche und las dort den Bericht von der Himmelfahrt. Als Kuriosität darf dort übrigens in einem Felsstück der Fussabdruck Jesu als touristische Attraktion bewundert werden.
In der ostsyrischen und palästinischen Kirche setzte sich im 3. und 4. Jahrhundert der Brauch durch, am 50. Tag die Himmelfahrt Christi besonders in den Mittelpunkt zu stellen.
Pfingsten ein selbständiges Fest
Im 4. Jh. wurde Pfingsten dann zu einem selbständigen Fest. Im Zentrum stand das Ereignis der Ausgiessung des Heiligen Geistes - als Erfüllung und Besiegelung der österlichen Ereignisse - thematisch im Mittelpunkt. Es entwickelte sich Pfingsten als eigenständiges Fest mit einer eigenen Festwoche, das gleichwertig neben Weihnachten und Ostern steht. Der Tag vor und die Woche nach dem Pfingsttag (= Festoktav) nahmen festlichen Charakter an und wurden arbeitsfrei.
Wie Ostern, so erhielt auch Pfingsten einen eigenen Vigilgottesdienst (lateinisch vigil = Wache --> Christnacht, Osternacht, Pfingstnacht), dessen alttestamentlichen Lesungen jenem der Osternacht entsprachen. Dieser Gottesdienst wurde zum zweiten grossen Tauftermin des Jahres.
Gleichzeitig wurde der Festtermin für Himmelfahrt - der lukanischen Tradition folgend - auf den 40. Tag nach Ostern verlegt. Das liegt wohl auch an der bekannten und geschätzten Symbolik der Zahl 40. ausserdem bot sich der Vergleich zur vierzigtägigen Fastenzeit an: Da die gewonnene Freude grösser ist als die vorbereitende Busse, dauert der Festkreis noch zehn Tage länger, bis Pfingsten.
Mittelalter
Als Hochfest der Kirche hat Pfingsten dieselbe Würde wie Ostern (drei Feiertage, eine Vigil, eine Oktav, Tauftermin). Zur Veranschaulichung des Pfingstwunders finden Pfingstspiele statt. Ausserdem beginnt sich der besondere Pfingstschmuck einzubürgern: die "Maien", d.h. Birkenreiser (vgl. Ps 118,27 nach Luther). Auch die berühmten Pfingsthymnen "Veni sancte spiritus" und "Veni creator spiritus" zeugen für die wachsende Bedeutung und Eigenprägung des Festes in der mittelalterlichen Kirche.
Im 6. Jahrhundert wurde eine Taube zum Symbol des Heiligen Geistes und damit auch für Pfingsten. Im Mittelalter wurde der Heilige Geist auch in menschlicher Gestalt dargestellt, Papst Urban VIII. untersagte im 17. Jahrhundert solche Darstellungen.
Die Pfingstvigil erlitt das gleiche Schicksal wie die Osternacht: Der Gottesdienst wurde auf den Morgen des vorhergehenden Tages vorverlegt. Auch die "Festwoche" verkürzte sich immer mehr, zuerst auf drei Tage und schliesslich auf zwei; geblieben ist der Pfingstmontag.
Reformation und danach
Die protestantische Kirche übernahm das Pfingstfest ohne Vigil (Pfingstnacht).
Die ursprüngliche Bedeutung des Festes (Pfingsten im Zusammenhang mit Ostern) wurde in der katholischen Kirche durch die Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil wieder hergestellt. Während vorher Pfingsten parallel zu Ostern eine eigene Festwoche hatte, ist die Pfingstoktav gestrichen worden. Die Osterzeit endet mit dem Pfingstsonntag. Die orthodoxen Kirchen haben immer an dem ursprünglichen Zusammenhang on Ostern und Pfingsten festgehalten.
2. Bedeutung
Christusgemeinschaft
Pfingsten ist die Erfüllung de 50 Tage, die durch die Freude über die Auferstehung Jesu und das in ihr erschienen neue Leben bestimmt sind. Die Gemeinde denkt in dieser Zeit der Erscheinungen des auferstandenen Herrn. Es ist eine besondere Zeit intensiver Gemeinschaft mit dem Herrn, der nach seiner Auferstehung die Tischgemeinschaft mit seinen Jüngern fortsetzt. Die Lesungen aus den Abschiedsreden Jesu (Joh 13,31-16,33) an den Sonntagen dieser weisen auf den Abschied und die neue Christusgemeinschaft hin. Jesus kündet das Kommen des Geistes an: Durch ihn werden sie Gemeinschaft mit Christus haben.
Sendung des Geistes
Das eigentliche Pfingstthema, die Sendung des Geistes, ist durch die Feier der 50 Tage vorbereitet. Nach dem Johannesevangelium ist die Sendung kein isoliertes Geschehen. In ihr kündigt sich an, in welcher Weise der Auferstandene künftig den Jüngern erscheinen und mit ihnen Gemeinschaft haben will, nämlich durch den Geist. Durch ihn haben sie an Christus Anteil, an seinem Weg durch Leiden und Tod ins Leben.
Der Pfingstbericht schildert die äussere Ausdrucksform dieser inneren Christusgemeinschaft im Geist: Die Kraft, von der die Jünger ergriffen werden, aus der heraus sie mit einem Male die Botschaft öffentlich verkündigen, ist Ausdruck des neuen, in der Auferstehung Jesu erschienen Lebens. Die Vielsprachigkeit, von der die Rede ist, darf begriffen werden als Erfüllung von Jesu Versprechen: "Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit führen" (Joh 15,13). Damit ist die Christusgeschichte nicht mit Himmelfahrt und Geistsendung abgeschlossen. Sie setzt sich in den Zeugen und Zeuginnen fort. Vermittelt durch den Geist, vollzieht sich dieses Geschichte in den höchst unterschiedlichen Situationen, Kulturen und Sprachwelten, in den Menschen leben. Der Geist ist der Mittler, der die späteren Generationen an dieser ursprünglichen Geschichte teilhaben lässt.
Pfingsten ist die Erfüllung der Botschaft des Evangeliums. Die anderen Feste legen den Schwerpunkt auf Heilsereignisse, die - einmal geschehen - bis heute wirken: Jesus starb einmal am Kreuz vor zweitausend Jahren, er wurde einmal auferweckt und lebt in Ewigkeit. Pfingsten bildet die Schwelle vom Blick auf das Vergangenen zur Gegenwart. Der Geist Gottes, der Christen verheissen ist, weht bis auf den heutigen Tag und befähigt Menschen, Gott anschaulich zu machen.
"Geburtstag" der Kirche
Damit begeht die Kirche an Pfingsten den Tag ihrer Begründung im Heiligen Geist - ihren "Geburtstag". Sie feiert den Tag, da die Christusgemeinschaft buchstäblich zum Vorschein kommt, sich zu Wort meldet und soziale Gestalt annimmt.
Taufe
An Pfingsten wurden 3000 Menschen getauft und zur christlichen Gemeinde "hinzugefügt". Durch die Taufe werden Menschen in das Beziehungsgefüge des "Leibes Christi" eingefügt (1 Kor 12,13). Durch die Taufe erhalten sie Anteil an jenem Geist, der die Gemeinschaft mit dem auferstandenen Christus vermittelt, ja, der selber eine Gestalt des Auferstandenen ist. Durch die Taufe werden sie in sein Sterben hinein genommen, damit auch sein Leben an ihrem Leib zum Vorschein komme (Röm 6,3-11; 2 Kor 5,11).
In der Predigt des Petrus tritt das Geistgeschehen nicht isoliert auf, sondern wird zurückgebunden an das Passa Jesu und die Passa der ersten Christen.
3. Symbole
Taube
Seit dem Konzil von Nicäa (325) wird der Heilige Geist als Taube dargestellt, obwohl sie im Pfingstbericht von Lukas nicht vorkommt. Zuvor wählte man die Gestalt einer Frau (Hagia Sophia) oder eines Jünglings, der sich nur in manchen Darstellungen der Dreifaltigkeit erhalten hat. Die Taube, die seit dem Barock verstärkt zum Symbol von Pfingsten wurde, ist ein Symboltier, dessen Ansehen bis heute sehr gelitten hat.
Die Taube brachte am Ende der Sintflut Noah einen grünen Ölzweig und kündete damit den göttlichen Frieden an. Dieses Motiv wurde durch die Taube, welche bei der Taufe im Jordan über Jesus schwebte, noch verstärkt.
Exegetisch ist das Symbol nicht ganz eindeutig, denn es heißt in der Heiligen Schrift an drei Stellen einheitlich (Mt 3,16; Mk 1,10; Joh 1,32), der Geist Gottes sei wie eine Taube, aber nicht als eine Taube herabgekommen. Allerdings schreibt Lukas, der Geist Gottes sei "sichtbar in Gestalt einer Taube" herabgekommen (Lk 3,22). Die Taube hat als Symbol einen radikalen Bedeutungsverlust erlitten: Der "Vogel der Könige" wurde erst zur Brieftaube des kleinen Mannes und schließlich in unseren Großstädten zur "Ratte der Lüfte". Als Bild des Heiligen Geistes erschließt sich die Taube vielen Menschen nicht mehr, die sich nicht von der zeitgebundenen Konnotation lösen können. Im Barock dagegen war die Taube als Symboltier des Heiligen Geistes beliebt und darum wurden vor allem Hospize und Hospitäler gerne "Zum Heiligen Geist" genannt. Die Taube galt als Ikon und Erkennungszeichen praktizierter Nächstenliebe.
Flammen
Flammen in Gestalt von Zungen lassen sich zu Pfingsten auf die Jünger nieder. Sie sind Zeichen der Gegenwart Gottes, ähnlich wie der brennende Dornbusch bei Moses. Die liturgische Farbe von Pfingsten ist rot.
Von der Jahreszeit her kehrt die Kraft der Sonne zurück, es wird wärmer und die Tage länger. Alles wächst und grünt. Ohne Sonne wäre unser Planet eine dunkle Eiswüste. Die feurige Sonne bringt Licht, Wärme und Leben.
Feuer erinnert auch an die Begeisterung, "Feuer und Flamme" sein.
Herz
Das Herz als Symbol unserer Seele und unseres inneren Wesens ist auch an Pfingsten zu verwenden. "Man sieht nur mit dem Herzen gut", sagt der Fuchs zum kleinen Prinzen. Pfingsten erinnert daran, unsere Herzen zu öffnen und mit ihnen zu sehen. Wer für eine Sache "Feuer und Flamme" ist, hat sein Herz dafür geöffnet.
Sturm - Wind - Luft
Wind (hebräisch ruach) ist bewegte Luft. Wir atmen sie. Sie ist Leben. Luft zählt zu den Urelement. Gott haucht sie Adam ein. Luft bringt viel in Bewegung und so ist es auch mit dem Geist Gottes. Das Symbol Wind vermittelt das geheimnisvolle und kräftige Wegen des Heiligen Geistes.
Sprache - Wörter - Ohr
Die Geschichte vom Turmbau zu Babel mit der Sprachverwirrung ist das Gegenstück zu Pfingsten. Hier haben Menschen unterschiedlicher Sprache und Herkunft die Botschaft von Jesus Christus verstanden. Es ist ein Wunder der Verständigung.
Kreis - Spirale
Der Lebenskreis Jesu schliesst sich an Himmelfahrt. Er kam von Gott und wohnte unter uns, er starb und auferstand und kehrt zurück zu seinem Vater. Pfingsten gleicht für die Christen einer Spirale. Maria aus Magdala leidet, erfährt Jesu heilende Kraft, wird Jüngerin und folgt ihm nach. Nun leidet Jesus und stirbt. Maria leidet mit und wird erste Zeugin seiner Auferstehung. Hier scheint sich der Kreis zu schliessen, doch mit Pfingsten wird er zur Spirale: Maria wird nach dem apokryphen Evangelium nach Maria Magdalena sogar erste Apostolin. (Aus einem Kreis wird eine Spirale!)
Grüne Zweige
In Anlehnung an die alte Tradition Kirchen mit grünen Zweigen zu schmücken und an die Maibräuche kann dies wieder aufgenommen werden.
4. Lesungen
Deutsches Messlektionar (1982)
Vorabend: Joh 7, 37-39
Pfingstsonntag: (A) Joh 20,19-23 (B) Joh 15,26; 16,12-15 (C) Joh 14,15-16.23b-26
Pfingstmontag: (A) Joh 15,26-16,3.12-15 (B) Lk 10,21-24 (C) Joh 7,37-39
Trinitatis: Joh 3,16-18; Mt 28,16-20; Joh 16,12-15
Neue katholische Ordnung
Pfingstvigil/Vorabend: - Alttestamentliche Lesungen: Gen 11 (Turmbaum), Ex 19,3-8a.16-20b (Gottesbegegnung am Sinai), Ez 37,1-14 (Wiederbelebung der Totengebeine) und Joel 3,1-5 (Ausgiessung des Gottesgeistes)
- Epistel: Röm 8,22-27 (So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an)
- Evangelium: Joh 7,37-39 (Ströme lebendigen Wassers)
Tagesmesse: Lesungen: Apg 2,1-11 (Ausgiessung des Heiligen Geistes),
Epistel: (A) 1 Kor 12,3-7.12-13 (Verschiedene Gaben - ein Leib),
(B) Gal 5,16, oder (C) Röm 8,8-17
Evangelium: (A) Joh 20, 19-23 (Jünger empfangen vom Auferstandenen den Geist), (B) Joh 15,16-25; 16,12-15 oder
(C) Joh 14,15-16.23b-26
Präfation: "Denn heute hast du das österliche Heilswerk vollendet, heute hast du den Heiligen Geist gesandt über alle, die du mit Christus auferweckt und zu deinen Kindern berufen hast. Am Pfingsttag erfüllst du deine Kirche mit Leben: Dein Geist schenkt allen Völkern die Erkenntnis des lebendigen Gottes und vereint die vielen Sprachen im Bekenntnis des einen Glaubens."
Lutherisches Lektionar (1978)
Pfingstsonntag: Joh 14, 23-27
Pfingstmontag: Mt 16, 13-19
Trinitatis (So. danach): Joh 3, 1-8-15
Neue Lutherische Leseordnung
Pfingstsonntag: Epistel: Apg 2,1-18 (Ausgiessung des Geistes) und
Evang.: Joh 14,23-27 ("Der heilige Geist ... wird euch alles lehren").
AT: 4 Mo 11,11-12.14-17.24-25
Pfingstmontag: 1. Korinther 12,4-11 (verschiedene Gaben, ein Geist)
Mt 16,13-19 (Bekenntnis des Petrus: "Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!")
Pfingstwoche (alte Lesungen):
Apg 2,42-47 (erste Gemeinde in Jerusalem)
Joh 6,44-51 (Brot des Lebens)
5. Brauchtum
Andere Namen für Pfingsten sind
Adventus spiritus sancti, chinxen oder cynxen (Ndl.), dies penetecostes (spiritus sancti), dominica pentecostes, Faisten oder faistag (Siebenbürgen), Geistag, Pascha de madio (pentecostes, rosarum), Pinxten. Der Pfingstmontag hieß Stolzer oder hübscher Montag, der Pfingstdienstag Geiler Zinstag, Zinstag, der Pfingstmittwoch Hoher Mittwoch, Hochmittwoch, Knoblauchmittwoch (Thür.), der Pfingstdonnerstag wurde in Köln Holzfartdache, Holzfehrdach genannt.
Bräuche
Mit dem offiziellen Sommerauftakt zum 1. Mai bzw. zu Pfingsten war der Winterabschied am 30. April verbunden. Die so genannte "Walpurgisnacht" hat viel vom Jahresabschlussbrauchtum: Lärm, um die Hexen und Dämonen zu vertreiben, Tanz, Essen und Trinken. Das pfingstliche Brauchtum spielt entweder das pfingstliche Geschehen nach oder hat jahreszeitliche Bezüge als Frühlings- oder Maienbrauchtum.
An typischem Pfingstbrauchtum hat sich wenig entwickelt. Das mag damit zusammenhängen, dass der Bezug zu Ostern immer mehr verloren ging, dass sich der religiöse Inhalt dieses Festes nur schwer veranschaulichen lässt und dass sich vielerorts Pfingst- und Maibräuche vermischten. So wurde Pfingsten mancherorts auch zu einem Sommerfest, bei dem man ähnliche Spiele und Sitten wie am 1. Mai stösst.
Ursprünglich mit Pfingsten verbunden war der Große Wettersegen, ein Gebet, bei dem Priester und die Gemeinde um eine gute Ernte baten. Später konnte der Wettersegen vom Fest der Kreuzauffindung (3. Mai) bis zum Fest der Kreuzerhöhung (14. September) am Schluss der Messe erteilt werden. Die Gebete waren nach Gegend unterschiedlich.
Ältere, kirchliche Bräuche
* Die Herabkunft des Heiligen Geistes wurde im Mittelalter symbolhaft im Gottesdienst dargestellt: Blumen und Blütenblätter kamen aus dem "Heiliggeistloch" der Kirchendecke herab oder brennende Wergbüschel, die auf die versammelte Gemeinde rieselten, oder eine hölzerne weisse Taubenfigur, die dann über den Gläubigen kreiste (Heilig-Geist-Schwingen).
* Verbreitet war auch das Freilassen lebendiger Tauben, die während des Pfingstgottesdienstes den Kirchenraum durchflogen.
* Im Gottesdienst wurde früher etwa Wasser von der Empore herunter gegossen.
* Das innere der Kirche wurde und wir mancherorts mit grünen Birkenzweigen bzw. Birkenbäumchen geschmückt.
* An Pfingsten wurden früher auch jene getauft, welche den Ostertermin verpasst hatten.
* Mancherorts wurde auch der Brauch des Pfingstfeuers eingeführt. Das Feuer ein Symbol des Heiligen Geistes.
* Vereinzelt kommen noch Pfingstprozessionen vor (z.B. Wil).
* Einige Gemeinden kennen noch eine Pfingstspende (z.B. Sembrancher), bei der den Gläubigen Speis und Trank verteilt wird. (Brotverteilung)
* Ob das an einzelnen Orten noch gepflegte Pfingstspritzen (z. B. Sulz bei Laufenburg) damit irgend einen Zusammenhang hat, ist unsicher.
Bräuche für zu Hause
* Der Früchtebaum ist eine Verbindung zwischen dem bäuerlichen Leben, dem Frühsommer und dem Text aus Galater 5,22: "Die Frucht des Geistes ist Liebe, Treue, Friede, Freundlichkeit, Güte, Freude und Milde." An einem Baum oder Zweig werden ausgeschnittene Papierfrüchte oder -herzen aufgehängt, auf denen die Früchte des Geistes aufgeschrieben sind. Jedes Familienmitglied soll eine Frucht pflücken und diese soll ihn bis zum nächsten Pfingstfest begleiten.
* Pfingstschalen erinnern an das Leben Jesu. Weizensamen stehen für sein Leben, man kann beobachten, wie sich die Samen sich öffnen, wachsen und die Ähren schliesslich reif werden.
* Bis heute ist es vielerorts Sitte an Pfingsten das Haus und das Tor mit grünen Maien zu schmücken, den Mädchen Maibusche vors Fenster zu setzen oder Blumen zu streuen.
Verschiedene Bräuche
* Wie am Auffahrtstag waren auch Pfingstwanderungen zu einem Aussichtspunkt schon früh üblich.
* Im Rheintal sind in der Nacht vor Pfingsten die jungen Burschen singend von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus gezogen und haben die Pfingsteier eingesammelt, die die Mädchen für sie bereit hatten.
* Pfingstbier: Fest nach dem Gottesdienst mit grünen Girlanden, Festzelt, Verse und Sprüche, Bier und Tanz (ähnlich wie Kirchweih).
* Die Pfingstbrezel zum Beispiel gab es nicht in ganz Deutschland, aber u. a. in Böhmen. Am Pfingst(vor)abend legten die Kinder Huflattichblätter vor die Türe, auf denen sie morgens die Pfingstbrezel fanden. Der Huflattich wurde gepresst und aufbewahrt, weil er gegen verschiedene Schmerzen helfen sollte.
* Vielfältiger sind die jahreszeitlichen mit Pfingsten verbundenen Bräuche. Zwar hat es zeitweise Pfingstspiele gegeben (Freiberger Pfingstspiele), bei denen vom Spätmittelalter bis in das 19. Jahrhundert die Heilsereignisse von Pfingsten bis zum jüngsten Gericht dargestellt wurden. Berücksichtigt wurde hier, dass die Pfingstoktav, das Dreifaltigkeitsfest, den Auftakt für die Sonntage bis zum Ende des Kirchenjahres gab, bei denen die "Letzten Dinge" des Menschen ("Quattuor Novissima") im Mittelpunkt standen. Aber diese Pfingstspiele haben sich nicht erhalten.
* Schabernack in der Nacht von Pfingstsonntag auf -montag und das Verstellen von Sachen leitet sich von einem alten Abwehrzauber her. Die Häuser wurden geweißt und Pfingstmaien angebracht, frische Birkenäste, geschmückt mit Bändern und Blumen, die verliebte Burschen ihren Mädchen als Symbole der Jugendfrische und Zuneigung ("Ich bin dir grün!") vor die Tür pflanzten oder an das Haus steckten. Schlimmer als gar keine Maien zu erhalten, war es für ein Mädchen, von einem "verblichenen" Freund eine sogenannte Schandmaien aufgesteckt zu bekommen: einen dürren Stecken oder das kahle Gerippe eines ehemaligen Christbaumes. Auch Kirschzweige (Symbol für Klatschsucht) oder Weißdorn (Symbol für eine, die unbedingt geheiratet werden will) galten als wenig geliebte Gaben.
* Das Setzen von Liebesmaien zu Pfingsten steht in Verbindung mit dem alten Brauch des "Mailehens". Hierbei erhalten die heiratsfähigen Burschen heiratsfähige Mädchen "zu Lehen", die sie - in der Regel im laufenden Jahr - zu Tanz und Feier ausführen mussten/durften. Die Paarbildung zum Zwecke des näheren Kennen Lernens erfolgte durch Verlosung oder Versteigerung. Die Maien setzten die Burschen "yren metzten zuo eer", wie Sebastian Franck 1534 notiert.
* Neben den Liebesmaien gab es immer den Maibaum (Pfingstbaum) des Dorfes oder des Stadtteils, meist eine Fichte oder Tanne, die - bis auf den Wipfel - entastet war. Dieser Maibaum wurde durch einen Kranz, Fahnen, Bänder, Zunftzeichen usw. geschmückt und auf dem Dorfplatz aufgestellt. Wichtig war, dass der Baumstamm säuberlich entastet und damit sehr glatt war. Zusätzlich wurde er gerne mit Seife eingerieben, denn er diente für Wettkämpfe als Kletterbaum. Bei diesen Spielen wurde der "Pfingstbräutigam" oder "Pfingstkönig" ermittelt, der sich eine "Pfingstbraut" oder "Pfingstkönigin" erwählen durfte, mit der er die "Pfingsthochzeit" feierte. Bis in unsere Tag ist der "Maibaumklau" im Nachbardorf, der dann nur durch - viel, oft sehr viel oder sogar zu viel - Bier ausgelöst werden kann, ein beliebter "Sport".
* Abschluss des weltlichen Pfingstfestes bildete vielfach das Einholen einer Pfingstgestalt: z. B. des Butz, Graskönig, Nickel, Pfingstl, Pfingst(d)reck, Pfingstkerl, Pfingstlatzmann, Pfingstlümmel, Quack, Sommergewinn oder Wasservogel geheißen. Diese Figur war in frisches Grün gekleidet und stellte den Sommerbeginn dar. In dieser Tradition stehen die Gemeinschaftsfeiern von Schützen- oder Kegelvereinen, die sich gerne Pfingstmontag treffen, um ihren "König" zu ermitteln.
* Pfingsten ist aber auch ein Hirtenfest, weil an diesem Tag das Vieh - natürlich festlich geschmückt - erstmals im Jahr auf die Weiden getrieben wurde: Die "Pfingstweide" wurde eröffnet. In grünes Laub gekleidete Burschen traten auf, die die neuen Wachstumsgeister verkörperten.
* Der "Pfingstochse" wird zumeist auf ein geschmücktes Rind zurückgeführt, das zur Weide getrieben wurde. Eher scheint der Begriff aber von dem Ochsen abgeleitet zu sein, der an Pfingsten geschlachtet und zuvor geschmückt durch das Dorf geführt wurde. Vielleicht geht der Pfingstochse auf eine vorchristliche jahreszeitliche Opferhandlung zurück. Die - immer negativ gebrauchte - Bezeichnung "Pfingstochse" bezieht sich auf einen, der zwar noch "schön" wirkt, aber nur, weil er noch nicht ahnt, dass er bereits verloren ist.
* "Pfingstlümmel" oder "Pfingstbloch" hieß für ein ganzes Jahr der Hütejunge im Erzgebirge, der als letzter beim Weideauftrieb erschien. Sein Gegenstück war der "Tauschlepper", weil er als erster den Tau von den Gräsern "abgeschleppt" hatte.
* Traditionell hatte Pfingsten auch für die Bauern Auswirkungen: Die an Pfingsten gemolkene Milch gehörte in alten Zeiten den Mägden, die mit der "Pfingstmilch" ihren jungen Burschen ein Fest aus Milchsuppe mit Mandeln und Eiern anrichteten. "Pfingstbier" hieß das Gegenfest der jungen Burschen, das am Pfingstmontag nach der Kirche mancherorts mit Essen, Trinken und Tanz auf dem Dorfplatz gefeiert wurde.
* Flurumritte, Grenzabschreitungen und Prozessionen fanden ebenfalls zu Pfingsten statt. Nach altem Denken sollten die Umzüge der neuen Saat Heil und Segen bringen. Die Kirche suchte die Flurumritte, die im Umfeld von Pfingsten stattfanden, möglichst auf Pfingsten zu konzentrieren. Das galt auch für den Umritt am Urbanstag. Der Papst und Märtyrer Urban I. (222 - 230) gilt als Weinpatron. Die an seinem Festtag, dem 25. Mai, begangenen Umritte der Winzer sind vielfach auf Pfingsten verlegt worden. In luxemburgischen Echternach hat sich eine - der im Mittelalter zahlreichen - Springprozessionen zu Ehren des hl. Willibrod (+ 739) auf Pfingstdienstag erhalten, bei der auf eine eingängige Melodie getanzt wird. Heute bezeichnet man dies gerne als "homöopathische Therapie": Durch eine dosierte Bekämpfung eines Übels durch das Übel selbst - und natürlich durch göttlicher Gnade - sollten Nervenzucken und Veitstanz therapiert werden.
* Der Brauch, zu Pfingsten eine Quelle zu besuchen und das frische Wasser als gesegnetes Wasser das Jahr über zu benutzen, scheint mit dem Neubeginn des Lebens zusammenzuhängen. Brunnenfeste (Maibrunnen, Maibrunnenfeste) sind stehen in dieser Tradition.
* Pfingsten hat eine "eigene" Blume: die Pfingstrose oder Päonie, von heute jeder weiß, dass sie keine Rose, sondern ein Hahnenfußgewächs ist. "Benediktinerrose" heißt sie auch, weil sie von Mönchen nach Deutschland gebracht worden sein soll. Ursprünglich Heilpflanze, in China der Kaiserin vorbehalten und dann Gartenzierpflanze und Symbolpflanze der Gottesmutter, nannte man sie auch Gichtrose, Königsblume, Bauernrose, Essigrose und Peguine.
* Die bei diesen Pfingstfeiern auftretenden "Mohrenkönig" (Wurmlinger Pfingstreiten), türkische Kaiser oder Franziskus, römischer Kaiser, (Nusplingen, Württemberg), sind - ebenso wie das gehäufte Auftreten von Reitern, Reiterspielen und Gemeinschaftsfeiern (z. B. Weingartener Blutritt, Kötztinger Pfingstritt) - Hinweise auf die mit Pfingsten verbundene Heerschau. Sie führt auf ein uraltes Brauchtum zurück: Der vorjulianische römische Kalender begann das Jahr mit dem 1. März - und das nicht ohne Grund, denn in Rom beginnt die warme Jahreszeit. Die Benennung des ersten Monats nach dem Kriegsgott Mars scheint auch nicht zufällig zu sein, denn der 1. März war im Römischen Reich Tag der Truppenschau: Die neu einberufenen Rekruten präsentierten sich in Rom auf dem campus Martius, dem Mars- oder Märzfeld.
Nördlich der Alpen konnte man dieses Ereignis nicht am 1. März begehen, denn hier herrschte noch der Winter. Auf Anordnung Pippin III. des Kurzen (751 - 768) aus dem Jahr 755 wurden die Heerschauen auf den 1. Mai gelegt. Sie fanden entsprechend auf den Maifeldern statt. Diese Bezeichnung hat sich vielfach in Deutschland erhalten. Das bekannteste Maifeld ist jenes in Berlin, das dann zum "Reichssportfeld" und zum "Olympiastadion" wurde.
Die Heerschau erfolgte ursprünglich durch den König selber, der festlich Hof hielt und die Schwertleite, die Erhebung Geeigneter in den Ritterstand, in den Mittelpunkt stellte. Später richteten "Maigrafen" die Heerschau und das Fest aus, das sich dem Mairitt der waffentragenden Männer anschloss. Kirchenvertreter haben diese Festivität ohne kirchliche Bezüge in den religiösen Festkreis einzuordnen gesucht. Das benachbarte Pfingstfest bot sich an, denn in der Apostelgeschichte wird im 2. Kapitel berichtet, dass fromme Männer aus jedem Volk unter dem Himmel in Jerusalem versammelt gewesen waren. Da dies auch auf die Heerschau am 1. Mai anzuwenden war, bei dem der Hofstaat des Königs natürlich eine große Zahl von Ausländern aufwies, ließ sich das Ereignis zunehmend vom 1. Mai auf Pfingsten (meist Pfingstmontag) verlagern.
* Die mit der Heerschau verbundenen Turniere mit Ring- und Kranzstechen, Wettreiten, Kämpfe von Mann gegen Mann und Mann gegen Holzfiguren, waren der Kirche ein Dorn im Auge, weil diese Mutproben die Gegner vielfach alles vergessen ließen. Seit dem Zweiten Laterankonzil 1139 warnte die Kirche wiederholt vor der Gefahr dieser Turniere. Papst Clemens V. (1305 - 1314) verbot sie 1313 unter Androhung des Verbots der kirchlichen Beisetzung bei Zuwiderhandlung. Dieses Turnierverbot hatte zwei Folgen: Zum einen wichen die, die an diesen Turnieren festhielten, auf die Fastnacht aus, zu der auch die Kirche diese Turniere, die hier als törichtes Tun vorgeführt wurden, nicht verbieten konnte. Zum anderen wandelten sich die Heerschauen in Reiterprozessionen und Umritte, die sich dem religiösen Anlass unterordneten.
6. Texte
Urchristliche Gemeinde
Sie erzählen von Jesus
Sie teilen miteinander.
Sie helfen den Armen.
Sie feiern miteinander das Mahl Jesu.
Sie beten miteinander.
Sie loben Gott.
Sie sind froh und stecken einander an.
Wie ein Hauch
Gottes Geist,
hauch mich an!
Wenn ich wie ein Schiff
ohne Wind bin,
füll meine Segel
mit deinem Atem.
Wenn ich ein müdes Feuer bin,
fach meine Flammen wieder an!
Wenn ich ein Vogel bin
mit gebrochenen Flügeln,
heile mich mit deinem Hauch.
Wenn ich keuchend
vor dem Ziel ermatte,
sein ein Sturmwind,
der mich weiter trägt.
Geist Gottes,
hauch mich an!
Ich glaube an den Heiligen Geist
Ich glaube,
dass er meine Vorurteile abbauen kann.
Ich glaube,
dass er meine Gewohnheiten ändern kann.
Ich glaube,
dass er meine Gleichgültigkeit überwinden kann.
Ich glaube,
dass er mir Phantasie zur Liebe geben kann.
Ich glaube,
dass er mir Warnung vor dem Bösen geben kann.
Ich glaube,
dass er mir Mut für das Gute geben kann.
Ich glaube,
dass er meine Traurigkeit besiegen kann.
Ich glaube,
dass er mir Liebe zu Gottes Wort geben kann.
Ich glaube,
dass er mir Minderwertigkeitsgefühle nehmen kann.
Ich glaube,
dass er mir Kraft in meinem Leben geben kann.
Ich glaube,
dass er mir einen Bruder oder eine Schwester
an die Seite geben kann.
Ich glaube,
dass er mein Wesen durchdringen kann.
Amen
7. Kunst
Die Ausgießung des Heiligen Geistes. Ikone, 18. Jh., Venerabile Arciconfraternità della Purificazione. Livorno. Klassische Darstellung: Die zwölf Apostel auf einer Tribüne ohne Muttergottes, unterhalb der alte König, der alle Völker und Nationen symbolisiert.
Gastfreundschaft des Abraham und Trinität. Ikone des Andrej Rublëv, ca. 1411, Galerie Tretjakv, Moskau
Quellen für Historisches und Brauchtum
* Karl-Heinrich Bieritz, Das Kirchenjahr: Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart, München: Beck, 1994
* Sybil Gräfin Schönfeldt, Das grosse Ravensburger Buch der Feste und Bräuche, Durch das Jahr und den Lebenslauf, Otto Maier Ravensburg, 1987
* Manfred Becher-Huberti, Feiern, Feste, Jahreszeiten, Herder Verlag, Freiburg 1998
* Eckard Bieger, Das Kirchenjahr zum Nachschlagen, Blutzton und Becker, Kevelaer 1955
* Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 3. Auflage, Mohr, Tübingen, 1986
* http://www.brauchtum.de/sommer/pfingsten.html
* http://www.theologie-links.de/pt-kirchenjahr-pfingsten.html
* http://www.ref.ch/kirche/pfingsten.html
* http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?Kalender/Pfingsten.html
* http://www.evangelische-liturgie.de/
Religionspädagogische Bücher mit methodischen und didaktischen Anregungen
* Edda Reschke, Feuer und Sturm, Mit Kindern Pfingsten erleben, Lahn-Verlag, Limburg 1998
* Elsbeth Bihler, Symbole des Lebens - Symbole des Glaubens, Werkbuch für Religionsunterricht und Katechese, Band 1 - 3, Lahn-Verlag, Limburg 1992
* Gisela Walter, Luft, Elemente im Kindergartenalltag, Herder, Freiburg 1992 (Es sind weitere Bücher über Wasser - Erde - Feuer erhältlich)
* Petra Focke, Ein ganzes KinderKirchenJahr, Ideen und Modelle für Gruppenarbeit in der Gemeinde, Herder Verlag, Freiburg 1999
* Georg Schwikart, Materialbuch Fastenzeit, Ostern und Pfingsten, Für Gemeindearbeit, Liturgie und Unterricht, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1996
Bilderbücher
* Der kleine Wal, Elisabeth Beresford (Dorfsolidarität rettet den Wal / Wasser als Rettung / Kinder halten durch - sind Feuer und Flamme)
* Jakob der Gaukler, Max Bolliger, Stepan Zavrel (Jakob lobt Gott anders als die fromm Mönche. Er tut es mit begeistertem und dynamischen Tanz. Jakob wirkt überraschend für die traditionsorientierten Mönche. Er braucht aber auch Mut.)
* Das Leben der Maria Magdalena, Herausgeberin: Andrea Koster Stadler, Rex Verlag, Luzern 1997 (Lebenskreis - Spirale des Lebens / von der Augenzeugin zur Verkünderin)
* Die Kinderbrücke, Max Bolliger, Stepan Zavrel, bohem press (Streit - Konflikt - Parteien trennen sich / Ihre Kinder verstehen sich gut / Böse Worte - Worte der Versöhnung / Sie bauen eine Brücke der Verständigung und des Friedens)
* Der falsche Freund, Udo Weigelt - Nora Hilb, Nord-Süd Verlag (Einen fremden akzeptieren und als Freund aufnehmen)
* Hast du den Wind gesehen?, Kathleen Crawford, Onken (Auseinandersetzung mit der Wirkung des Windes: er bläst, heult, trägt Drachen fort, windet Blätter von den Bäumen, bläst in das Segel der Schiffe...)
* Die Blumenstadt, Eveline Hasler, Stepan Zavrel, bohem press (Blumen und Schmetterlinge sind unnütz und werden vernichtet. Doch die Kinderträume von Blumen und Schmetterlinge können die Erwachsenen nicht zerstören. Kinder öffnen den Friedhof der Blumen und Schmetterlinge, augenblicklich kehrt Leben in die Stadt zurück. Tod - Leben / Kraft - Dynamik / verlorenes Leben kehrt zurück)
* Wir bauen eine Haus-Turm-Brücke, Pirkko Vainio, Nord-Süd Verlag (Einsamkeit - Gemeinsamkeit / Wind macht aus dem Turm eine Brücke / Gemeinsames Spielparadies / Windgetriebene Glasperlenmusik)
* Ein Haus für alle, Anne Liersch, Christa Unzner, Nord-Süd Verlag (Tiere bauen ein gemeinsames Haus / Sie bekommen Streit und bauen zwei Häuser / Versöhnung mit dem Nachbar)
* Louis, es tut mir leid!, Rebekka Fuchs, Adonia Verlag Brittnau (Arroganz - Verachtung - Überheblichkeit / Not / Solidarische Hilfe / Jedes Tier hilft nach seinen Fähigkeiten, Gaben / Rettung / Vergebung und Versöhnung)
* Felicity Henderson, Die total bunte Bibel für Kids, Brockhaus Verlag, Wuppertal 2001
Kunst
* Der Auferstandenen Christus in Wort und Bild, Bd. 5, Zusammengestellt von Erhard Gass, Legat Verlag, Tübingen 2001
* Geistes-Gegenwart, Bilder und Texte zum Thema Heiliger Geist, Materialdienst der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein, erstellt von Gerhard Hofmeister und Helmut Mayer, Ev. Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenbildung in Baden / Württemberg
* Die aufgehängten grossen Bilder sind zu beziehen bei: Schweizerischer Verlag für Kirchliche Kunst, Rollmattstrasse 2, 3123 Belp, Tel. 031 818 30 30, www.svkk.ch
Bastel-Adresse
* Fensterfolien transparent 20 Blatt 23 x 33 cm, sortiert in 10 Farben
Artikelnummer 500224 à Fr. 22.- bei Uhu Spielschüür AG, Ottenbacherstr. 21,
Postfach 877, 8910 Affoltern a. A., Tel. 0900 57 30 59, Fax 01 761 77 91
"Zündstoff aus der Bibel"
Am 6. April 2003 fanden sich 200 Frauen und einige
Männer in Uster zur KiK Züri Kantonaltagung ein.

Die Tagung begann mit einem Abendmahl 3. Klass Unti
Gottesdienst unter Leitung von Christine Wyttenbach zum Thema: Offene Türen.
Die 3.Klass Unti Kinder spielten Theater und hatten das Abendmahl Brot gebacken.
Auch die Verabschiedung des beliebten Jugendarbeiters hatte Platz.
Anschliessend wurden die über 200 Mitarbeitenden in der
kirchlichen Arbeit mit Kindern zu einer Bibelarbeit eingeladen. Pfr. Werner
Schneebeli stellte das Jesus Wort:“ Ein Feuer auf die Erde zu bringen bin ich
gekommen und wie sehr wünschte ich, es wäre schon entfacht“ über die
Arbeit, denn es ging in der Tagung ja um „ Zündstoff in der Bibel“. In
Gruppen zu ca. 8 Personen arbeiteten die Teilnehmenden
an 5 verschiedenen Texten mit Blick auf obiges
Jesus Wort. Abgeschlossen wurde dieser Teil mit Berichten aus den
verschiedenen Textgruppen und einer Abrundung durch Frau Pfr. Marianne Wuhrmann.

Nun fand man sich zum verdienten Mittagessen im Saal des
Kirchgemeindehauses ein. Vielleicht hatte es noch gereicht für einen Besuch im
Zimmer des KiK Verbandes oder beim Büchertisch. Der Kirchenpflege Präsident
dankte beim Essen mit einer humorvollen Ansprache für den wichtigen Einsatz der
Anwesenden.
Zurück in der Kirche führte
der Mime Till als Reiseleiter durch die Bibel. Pantomimisch liess er die
Welt entstehen. Im orangen Overall schilderte er die Geschichte des Jona. Zu
einer Lesung stellte er die Worte des Predigers: Alles hat seine Zeit dar.
Jonglierend liess er Jesus Leben und Sterben passieren. Darauf setze er den
23.Psalm mit Geräuschen und Gebärden um. Zu guter Letzt schuf er in Windeseile
kleine Kunstwerke aus Ballonen vom Kämpfer bis zum Engel. So vermochte dieser
Mann von einem tiefen Glauben getragen ein Feuerwerk zu entzünden.

Nachdem Walter Meili die Arbeit des Schweizerischen
Sonntagschulverbandes mit Beispielen vorgestellt hatte, regte Nadine Urmi zum
selber Mitmachen bei ein paar Spielen an.
Angeregt, ja beschwingt und wohl versorgt mit einem Apfel
und einem Streichholz kehrten die Mitarbeitenden heim.
Marianne Schaffner
Hier noch ein Zeitungsartikel zur Tagung als Blick von
"Aussen" auf das Tagungsereignis:
ZO/AvU Mittwoch, 9. April 2003 tb.
"Zündstoff aus der Bibel" lautete das Motto der diesjährigen Kantonaltagung des KiK
Züri, dem Verband der freiwillig Mitarbeitenden in der kirchlichen Arbeit mit Kindern. Das Treffen am Sonntag in Uster diente nicht bloss der Information und Weiterbildung, sondern hatte wie immer auch einen geselligen Hintergrund.
"Wir sind einerseits der Tradition verpflichtet und wollen den Kindern das Evangelium näher bringen", definiert KiK-Züri-Präsident Werner Schneebeli eines der Ziele der kirchlichen Arbeit mit Kindern und betont, dass dies heute ohne missionarischen Eifer geschehe. Darüber hinaus sei man bestrebt, ein Umfeld zu schaffen, "in dem die Kinder ihre religiöse Entwicklung altersgerecht leben können".
Wie die Umsetzung dieses Leitbildes bei Drittklässlern aussehen kann, zeigte sich während des Gottesdienstes, der am Sonntagvormittag zum Auftakt der Tagung in der reformierten Kirche abgehalten wurde: Die Untischülerinnen und
-schüler beteiligten sich mit eingeübten Liedern und Theaterszenen - und hatten im Vorfeld sogar selbst Brot fürs Abendmahl gebacken.
Als nächstes stand für die rund 200 Tagungsteilnehmerinnen und die wenigen männlichen Teilnehmer Bibelarbeit auf dem Programm. Dabei wurden Bibeltexte in Gruppen diskutiert und interpretiert. Für Werner Schneebeli ist diese persönliche Auseinandersetzung mit dem Buch der Bücher unverzichtbar für die Arbeit mit Kindern. "Wer Geschichten aus der Bibel vermittelt, benötigt stets auch einen eigenen Zugang zur Thematik", meint der
KiK-Präsident. Nicht zuletzt sei man damit auch auf Fragen im Stil von "Wieso kann Jesus übers Wasser gehen?" vorbereitet.
Spätestens beim Mittagessen im Kirchgemeindehaus Kreuz war dann offensichtlich, dass es bei den jährlichen Kantonaltagungen nicht zuletzt auch um die Geselligkeit geht. "Man trifft sich mit Gleichgesinnten", "hat mal frei von der Familie", "braucht am Sonntag nicht in der Küche zu stehen", freuten sich einige der Anwesenden.
Auch bot sich Gelegenheit für eine Standortbestimmung. Und da sieht es nach der Meinung von Werner Schneebeli gar nicht mal so düster aus. Im Gegenteil: "Gerade das vor wenigen Jahren eingeführte
"Fiire mit de Chliine", bei dem sich junge Familien mit ihren Kindern treffen, ist ein Riesenrenner", freut er sich. Und auch in der Grundschule seien bezüglich des Religionsunterrichts keine wesentlichen Probleme auszumachen.
"Der schwierigste Schritt ist der Übergang vom kindlichen Gottesbild zum erwachsenen Glauben", weiss
Schneebeli, der in dieser Phase eine zunehmende "Bibelallergie" ausmachen kann. Doch es sei auch festzustellen, dass viele mit 25, 30 Jahren wieder zur Religion zurückfänden.
Dass die Bibel alles andere als ein langweiliges Buch ist, bewies am Nachmittag Ralf Esslinger alias Mime Till mit seiner atemberaubenden "Crash-Tour
Bible", in deren Verlauf er mit visuellem Geschichtenerzählen, Jonglage, Pantomime, Musik und viel Witz die biblische Geschichte von der Schöpfung bis zum Evangelium nach Matthäus aufrollte.
Die Vorführung vom vergangenen Sonntag war zwar auch als Anregung gedacht, hatte aber in erster Linie einen unterhaltenden Charakter und ersetzte die ansonsten an Kantonaltagungen üblichen Workshops, die in Uster jedoch aus Mangel an geeigneten Räumlichkeiten für einmal nicht durchgeführt werden konnten.
Am 14. April 2002 fanden sich über 200 Frauen und wenige Männer in
Horgen zur KiK Züri Kantonaltagung ein. Im Gottesdienst, beim gemütlichen
Zusammensein und in Workshops erspürten die Mitarbeitenden im Bereich Kinder
in der Kirche das Thema Brot.

Wir wurden in Horgen sehr liebevoll und gastlich aufgenommen und bewirtet.
Der Gottesdienst, das Referat von Pfr. Ralph Kunz, die Workshops und die von
Andrew Bond für die Tagung komponierten Lieder gaben uns wertvolle Impulse für
die Arbeit in der eigenen Kirchgemeinde. Monika Bünter, die Vizepräsidentin
des KiK Züri, fügte alle Einzelheiten zu einem wertvollen Ganzen zusammen
und führte uns kompetent durch die Tagung. Hier einige Fotos. Weiter
Bilder finden sich auf der Homepage der Kirche Horgen.
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